http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Touristenmagnet steht zum Verkauf
'Wir können das Ganze nicht mehr leisten': Michael und Manuela Skrzypczak vor dem Murbachhhof. Foto: Jörger/av
09.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Holger Siebnich

Bühl - Der Murbachhof in Neusatz ist ein Touristenmagnet. 2007 hatten Michael und Manuela Skrzypczak das Anwesen erworben und es mit viel Mühen und reichlich Enthusiasmus zu einem vielfältigen Gastronomie- und Ferienbetrieb umgebaut. Doch nun fordert die viele Arbeit, die in Gaststätte, Fleischerei, Destillerie und den Ferienwohnungen anfällt, ihren Tribut: Der Murbachhof steht zum Verkauf. Der Betrieb soll nach der aktuellen Sommerpause aber vorerst weitergehen.

"Wir können das Ganze nicht mehr leisten", sagt Michael Skrzypczak. Er und seine Frau betreiben den Hof als Zwei-Personen-Betrieb. 16-Stunden-Arbeitstage, siebenmal pro Woche, seien eher die Regel als die Ausnahme. Personal einzustellen, sei angesichts des Mindestlohns und des damit verbundenen bürokratischen Aufwands nicht rentabel: "Das können wir uns nicht leisten", sagt Skrzypczak.

Hinzu komme, dass keines der Kinder Interesse habe, den Hof eines Tages zu übernehmen. "Ich werde jetzt 57 Jahre alt. Da müssen wir uns Gedanken machen", erklärt Skrzypczak. Deshalb habe das Paar einen Makler beauftragt, Interessenten für das Anwesen zu suchen.

Dessen Dimensionen sind beachtlich. Das Mehrfamilienhaus in der Schwarzwaldstraße umfasst drei Wohnungen und die Gaststätte, die seit dreieinhalb Jahren in Betrieb ist. Teil des Gebäudeensembles ist eine große Scheune inklusive Stallung. Das Hofgrundstück ist etwa 2850 Quadratmeter groß. Hinzu kommen laut Makleranzeige rund 1,2 Hektar Wald und Obstwiesen. Der Preis für das Gesamtpaket: 1790000 Euro.

Das Ehepaar hat es sich nicht leichtgemacht, diesen Schritt zu gehen. Dafür haben die Beiden zu viel Herzblut in das Projekt gesteckt. "Wir haben den Hof quasi als Abrisshaus erworben. Das ganze Areal lag brach und war meterhoch von Hecken überwuchert", schildert Skrzypczak die Ausgangslage vor elf Jahren. Doch seine Frau und er ließen sich auf das Mammut-Sanierungsprojekt ein und weckten das Anwesen aus dem Dornröschenschlaf. Jetzt wollen sie ihren einstigen Lebenstraum nicht "irgendjemanden überlassen". Am liebsten wäre ihnen ein Nachfolger, der ihre Philosophie teilt und den Hof in ihrem Sinne fortführt. "Ich bin davon überzeugt, dass sich das Konzept langfristig tragen würde", sagt der 56-Jährige. Er verweist auf rund 1000 Übernachtungen pro Jahr. Unter den Feriengästen seien auch viele internationale Besucher. Die Gaststätte, die freitags bis sonntags geöffnet hat, verzeichne ebenfalls eine gute Resonanz und werde auch häufig für Veranstaltungen gebucht.

Die Fortführung des Betriebs sei aber keine notwendige Verkaufsbedingung. "Es gibt hier 1000 Optionen. Auch eine Kanzlei oder eine Praxis in herrlicher Lage wären möglich", meint Skrzypczak.

Denkbar seien aber auch andere Lösungen als ein Komplettverkauf. So könnte sich Skrzypczak vorstellen, sich nur von Teilen des Betriebs zu trennen, beispielsweise von den Ferienwohnungen oder der Gastwirtschaft. Dann bliebe ihm genug Raum und Zeit, um sich auf die anderen Geschäftszweige zu konzentrieren. So würde er gern weiter die Schnapsbrennerei betreiben, deren Erzeugnisse schon zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt haben. Als gelernter Metzger hängt sein Herz auch an der eigenen Wurst- und Fleischproduktion. Einen Namen hat sich der Murbachhof vor allem mit seinen Maultaschen gemacht, die weit über die Region hinaus vertrieben werden. "Wir wollen uns nicht komplett aus diesen Segmenten zurückziehen", betont Skrzypczak.

Derzeit genießen er und seine Frau eine kurze Auszeit. Seit Ende Juli hat der Murbachhof Sommerferien. Ab Ende August geht der Betrieb ganz normal weiter: "Und dann schauen wir in aller Ruhe, welche Interessenten sich mit welchen Vorstellungen bei uns melden."

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Auf dem Feldberg hat die Skisaison begonnen. Zieht es Sie schon auf die Piste?

Ja.
Ich warte bis die Lifte hier öffnen.
Ich bin kein Wintersportler.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1