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Den Blutsaugern auf der Spur
Im Auftrag der Wissenschaft unterwegs: Michael Kinzig (links) und Dominique Baur von der KABS betreuen das Schnaken-Monitoring im Landkreis Rastatt. Foto: Kiedaisch
29.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (kie) - Michael Kinzig greift in die Astgabel eines Ahornbaumes auf dem Bühler Hauptfriedhof. Hervor holt er einen schwarzen Eimer, in dem ein flacher Holzstab schwimmt. Er umwickelt den Stab mit einem Taschentuch und steckt ihn in ein Kuvert. Dieses merkwürdige Schauspiel ist Teil einer wissenschaftlichen Arbeit. Untersucht wird die Verbreitung verschiedener Stechmückenarten, die in unseren Breiten auch Schnaken oder "Schnooge" genannt werden.

Vor allem den exotischen Arten wie Tigermücken und der Japanischen und Koreanischen Buschmücke gilt dabei das Interesse. Das sogenannte Friedhof-Monitoring wurde von der "Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage" (KABS) vor fünf Jahren initiiert. Untersucht wird einerseits, wie sich der Bestand heimischer Stechmückenarten entwickelt und anderseits, ob exotische Arten bereits in der Region heimisch sind. Damit sollen auch mögliche Gefahren frühzeitig erkannt werden: "Bisher wurde noch keine Mücke mit exotischen Erregern gefunden, aber es ist wichtig, dass man diese Arten im Auge behält", erklärt Kinzig, der seit über zwanzig Jahren für die KABS arbeitet und heute als Distriktleiter für den Landkreis Rastatt tätig ist.

Insgesamt 99 Fallen auf einer Fläche von rund 300 Kilometern wurden entlang des Rheins aufgestellt. In den vergangenen Jahren seien Blumenvasen untersucht worden, die auf Friedhöfen standen, sagt der KABS-Projektleiter Daniel Hoffmann. Seit diesem Jahr werden die Eimer aufgestellt, damit vergleichbare Ergebnisse erzielt würden, erklärt er. Es sei ein "Zufall", dass die Forschung auf Friedhöfen stattfinde - man hätte die Fallen auch genauso gut in Kleingartensiedlungen aufstellen können, räumt Kinzig ein.

Die Fallen werden so aufgestellt, dass sie einen natürlichen Brutort simulieren. Im Urwald legen Stechmücken beispielsweise ihre Eier in mit Regenwasser gefüllte Baumhöhlen - deshalb habe er sich für die Astgabel des Ahornbaumes entschieden, als er vor sechs Wochen den Plastikeimer auf dem Bühler Friedhof aufgestellt habe, erklärt Kinzig. Auf den angerauten Holzstab legen die Schnakenweibchen als sogenannte "Container-Brüter" dann ihre Eier ab.

Alle zwei Wochen kontrollierten Kinzig und sein Mitarbeiter Dominique Baur die Fallen auf den Friedhöfen in Bühl, Schwarzach, Sinzheim, Rastatt, Hügelsheim, Lichtenau, Stollhofen, Mörsch, Bietigheim, Plittersdorf und Wintersdorf und schickten die Stäbe an den KABS-Hauptsitz nach Speyer, wo die Eier im Labor derzeit bestimmt werden. Gestern waren die beiden Heidelberger KABS-Mitarbeiter zum letzten Mal in dieser Saison auf den Friedhöfen unterwegs und bauten die Fallen ab. Weil stehende Gewässer wegen der trockenen Witterung in diesem Jahr knapp sind und die Schnaken nur wenig geeignete Brutorte finden, sind die Bedingungen für den Friedhof-Versuchsaufbau optimal: "Die Mücken legen ihre Eier vermehrt in die aufgestellten Behälter", vermutet der Diplom-Biologe Hoffmann. Insgesamt sei es aber ein "sehr schwaches Stechmückenjahr".

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