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Wie ein UFO, das im Wald schwebt
31.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Tobias Weissmayer gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von seinem Projekt spricht: "Wir machen etwas für die Umwelt, es ist ein pädagogisches Angebot für Kinder und bringt auch noch etwas für den Tourismus. Das kann nur funktionieren." Weissmayer hat ein pyramidenförmiges Baumhaus entwickelt, das wie ein UFO im Wald schwebt. Seine Vision: Eines Tages soll die Konstruktion an vielen Stellen im Schwarzwald hängen, so dass Wanderer auf Mehrtagestouren von Baumhaus zu Baumhaus ziehen können. Die Stadt Bühl nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Eines der futuristischen Bauwerke entsteht derzeit in der Nähe der Burg Windeck.

Der Bühler Forstbetriebsleiter Martin Damm kam mit Weissmayer im vergangenen Jahr auf der Landesgartenschau in Bad Herrenalb in Kontakt, wo die Baumhäuser ausgestellt waren. "Ich war total geflasht, als ich das gesehen habe", erinnert sich Damm. Schnell stand für ihn fest: Das wäre etwas für den neuen Bühler Walderlebnispfad.

Das Projekt beschäftigt Damm schon seit längerer Zeit. Der bisherige Erlebnispfad entstand im Jahr 1996. Auf drei Kilometern gibt es 15 Stationen, die den Waldbesuchern Informationen über die Pflanzen- und Tierwelt näherbringen. Start- und Zielpunkt ist der Parkplatz bei der Burg Windeck.

Doch obwohl der Weg 2006 auf Vordermann gebracht wurde, sind einige Stationen in schlechtem Zustand. Außerdem ist das Konzept aus Damms Sicht veraltet. In weiten Teilen führt die Strecke über breite Forstwege. "Das ist für Kinder und Jugendliche nicht spannend", sagt der Förster.

Der neue Erlebnispfad, der im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll, führt oberhalb der bisherigen Route auf einer Länge von 1,7 Kilometern über einen schmalen Weg mitten durch die Wildnis. Die Anzahl der Informationsstationen schrumpft radikal auf nur noch drei Stück zu den Themen "Jagd/Tiere", "Waldfunktion Nebennutzung/Schutzfunktion" und "Waldfunktion Holznutzung". Bei der Gestaltung der Stationen soll Material des bisherigen Pfads zum Einsatz kommen, ergänzt durch neue Angebote und angereichert mit Audio- sowie Videoschnipseln. Wie die multimedialen Inhalte am Ende vermittelt werden, steht noch nicht genau fest. Eine Smartphone-App wäre eine Möglichkeit, aber "ich will auch nicht, dass die Kinder nur mit dem Handy vor dem Gesicht durch den Wald gehen", betont Damm.

Das schwebende Baumhaus ist das Herzstück der dritten Station. Seit vergangenem Montag läuft der Aufbau, für den Tobias Weissmayer mit fünf Jugendlichen aus Calw angereist ist. Unterstützt werden sie von vier Jugendlichen aus Bühl. "Das ist in erster Linie ein pädagogisches Projekt", betont Weissmayer. Die Elf- bis 17-Jährigen schrauben nicht nur den Hausbausatz aus Triberger Weißtanne zusammen, sie steigen mit Hilfe von Kletterseilen sogar bis zu 20 Meter hoch in die Bäume, wo die Befestigungskonstruktion montiert wird. Die Pyramide mit einer Grundfläche von 16 Quadratmetern und einer Höhe von 4,2 Metern wird mittels Stahlseilen an einer Buche, einer Tanne und einer Fichte aufgehängt und soll am Ende drei Meter über dem Boden schweben. An Bord kommen die Gäste mittels einer ausziehbaren Leiter. 20000 Euro kostet das Gesamtpaket aus Baumhaus, Aufbau und Jugenderlebniswoche, wobei die Stadt eine Förderung in Höhe von 60 Prozent durch den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erwartet. Das Gesamtbudget für den Walderlebnispfad liegt laut Damm bei rund 150000 Euro, ebenfalls gefördert durch den Naturpark.

Dieser soll neben dem Infoweg rund um Flora und Fauna auch noch einen zweiten Baustein umfassen: einen 1,4 Kilometer langen Wahrnehmungspfad zu Themen wie Waldbaden oder Meditation. Damm denkt beispielsweise an die Installation von Liegen aus Seilgeflechten, in denen sich Spaziergänger schwerelos fühlen können. An Ideen mangelt es Damm nicht. Er hat sich in den vergangenen Monaten auf anderen Lehrpfaden, auf Gartenschauen und in Museen reichlich Anregungen geholt. "Ich habe meine Familie ganz schön mit Ausflügen gequält", erzählt er und lacht.

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