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Schleifchen in badischen Farben
05.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Gerold Hammes

Bühl - Bei der Wahl badischer Symbole ist Regierungspräsidentin Nicolette Kressl klar positioniert: Als sie gestern den Förderbescheid von 1,1 Millionen Euro für den Bühlotausbau mit ökologischen Begleitmaßnahmen in Altschweier übergab, zierte das Schriftstück ein Schleifchen in den badischen Farben. Nach einem launigen Hinweis auf dieses für Badener nicht unwesentliche Detail ("Da gibt es noch keine Vorschriften") war ihr der Applaus der anwesenden Kommunalpolitiker, darunter Altschweierer Ortschaftsräte, die komplette Spitze der Bühler Gemeinderatsfraktionen und die Landtagsabgeordnete Beate Böhlen (Grüne), gewiss.

Der OB sprach bei der "Scheckübergabe" gestern Morgen auf dem Durst-Gelände von einem "denkwürdigen Termin". Nach langer Planungsphase und dem nun vorliegenden Zuschuss könne nun an die Ausschreibung gegangen werden. Die Vergabe soll im November erfolgen, der Baubeginn im ersten Quartal 2019. Die gesamte Baumaßnahme ist mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt.

Das Stadtoberhaupt glaubt, trotz gegenteiliger, negativer Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit (Feuerwehrhaus West in Balzhofen oder Neubau eines Obdachlosenheims im hinteren Hänferdorf), dass die Kostenkalkulation trotz überhitzter Konjunktur im Baugewerbe realistisch ist. Was ihn optimistisch stimmt, ist die Jahreszeit der Ausschreibung. Sie bringe in einer ohnehin eher auftragsschwächeren Zeit Planungssicherheit mit der öffentlichen Hand (Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl) als Bauherr.

Stefan Krämer vom Planungsbüro Zink (Lauf) stellte das Vorhaben im Detail vor. Es sieht auf einer Länge von rund 100 Metern zwischen dem Wehr beim Weingut Huber und dem Anwesen Bühler Seite 32 (Anwesen Kirschner) neben der Optimierung des Hochwasserschutzes (hundertjährlicher Schutz) eine verbesserte "ökologische Durchgängigkeit" der Bühlot vor. Die Maßnahme ist Bestandteil der "EU-Wasserrahmenrichtlinien" in Bezug auf den ökologischen und chemischen Zustand von Oberflächengewässern.

Wie Krämer ausführte, bestünden bezüglich des Hochwasserschutzes "bautechnische Defizite" sowie eine "mangelnde ökologische Durchlässigkeit". Die neuen Mauerwerke bestünden teilweise aus Natursteinen, Verblendungen, aus Kostengründen aber auch aus reinem Stahlbeton. Aus den Reihen des Ortschaftsrats kam der Vorschlag, diese zumindest zu begrünen. OB Schnurr beschwichtigte, dass die Betonmauern "optisch nicht sichtbar sind".

Unterschiedliche Ansichten gab es auch beim Rückbau einer Fischtreppe. Erwin Meier, CDU-Fraktionsvorsitzender im Ortschaftsrat, befürwortete solche Aufstiegshilfen, die von der Bachforelle leicht übersprungen werden könne, nicht aber vom Döbel, der zur Karpfenfamilie gehört. Dieser Allesfresser ist bei Anglern höchst unbeliebt, weil er auch Kleinfische frisst und als Laichräuber junger Forellenbrut gilt.

Nicolette Kressl hielt die EU-Richtlinien entgegen, die die Bedeutung eines naturnahen Ausbaus hervorheben, auch wenn dabei die Fischereiinteressen nicht immer Berücksichtigung finden könnten. "Alle Lebewesen müssen wanden können", meinte die Präsidentin.

Viviane Walzok, Geschäftsführerin des Zweckverbands, stellte danach das Abzweigbauwerk der Bühlot in den Hochwasserstollen vor. Ein Pegel an zwei Wehren misst elektronisch den Wasserstand und schlägt bei Gefahr beim Verband Alarm. Die durchschnittliche Fließgeschwindigkeit der Bühlot beträgt 20 km/h. Letzte Station war das Energieumwandlungsbauwerk in Eisental, das nach zweijähriger Bauzeit im Dezember 2013 offiziell in Betrieb ging. Inoffiziell und außerplanmäßig schoss das Wasser bereits Ende Mai/Anfang Juni nach tagelangem Dauerregen durch den Flutkanal und rettete die Innenstadt vor dem Absaufen. Der 1034 Kilometer lange Hochwasserentlastungsstollen kostete 17 Millionen Euro. Auch damals zeigte sich das Land großzügig und übernahm 70 Prozent der Kosten.

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