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Denkanstöße für eine gerechtere Welt
10.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (mf) - Es steht dem beliebten Volksfest in der reichen Heimatregion Mittelbaden gut zu Gesicht, auf die Lebensumstände in der armen Welt zu blicken. Bei der traditionsreichen Zwetschgenfest-Matinee im Bürgerhaus Neuer Markt gab es für die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Zivilgesellschaft viele Denkanstöße für eine bessere und gerechtere Welt.

"Wir wollen die Festtage nutzen, um für ein gutes Miteinander und eine kollektive Zukunft in unserer gemeinsamen Welt zu werben", begründete Oberbürgermeister Hubert Schnurr die Entscheidung für das Zwetschgenfestmotto "Meine Welt - Deine Welt - Eine Welt". Um die Dringlichkeit deutlich zu machen, ließ er ISS-Astronaut Alexander Gerst per Video zu Wort kommen. "Es ist bedrückend zu sehen, wie die Menschen mit der Welt umgehen. Wir sehen, wie Raketen und Bomben explodieren und doch haben die Menschen keinen Plan B. Die einzige Chance ist das Leben auf diesem Planeten und die einzige Chance ist, auf diesen Planeten aufzupassen", so der sichtlich betroffene Geo-Physiker Gerst.

Schnurr zeigte sich angetan, dass es in Bühl insgesamt zehn Initiativen gibt, die sich mit der Ungerechtigkeit in der Welt nicht abfinden wollen und sich für die Ärmsten einsetzen. Die Stadt unterstütze diese Aktionen. So seien mit einer Veranstaltung im Juni die Arbeit der Jubiläumsinitiativen Keniahilfe (40 Jahre), Peru-Kreis (30 Jahre), Weltladen (25 Jahre), Pro Gamines (20 Jahre) und Kimbondo (zehn Jahre) gewürdigt worden. Darüber hinaus bewerbe sich Bühl um das Zertifikat einer Fair-Trade-Stadt, so der OB.

Die Nase vorne hat dabei die Bachschloss-Schule, die im Sommer bereits als Fair-Trade- Schule zertifiziert wurde. Die Klasse 7a wurde zusammen mit Klassenlehrerin Hidalogo Morales im Rahmen der Matinee auf die Bühne gerufen und als Fair-Trade-Klasse ausgezeichnet.

Der Matinee-Vortrag widmete sich dem wichtigsten Eine-Welt-Aspekt, dem Hunger. Der 20-jährige Maximilian Ernest von der Welthungerhilfe stellte zum einen seine Organisation und deren Ziel vor, zum anderen legte er den Finger tief in die Wunde. Dabei griff er zwei Punkte heraus. Zum einen sei eine enorme Verschwendung von Lebensmitteln zu beklagen. "Wir leben in immer größerem Überfluss, während anderen die Existenzgrundlage entzogen wird." In der Handelspolitik würden die armen Länder gezwungen, sich zu öffnen, während deren Produkte mit Zöllen belegt seien. Das führe zur absurden Situation, dass Tomaten aus Holland und Hähnchenfleisch aus Deutschland an der Elfenbeinküste günstiger seien als einheimische Produkte.

Hinsichtlich der Entwicklungspolitik gebe es eine klare Empfehlung der Welthungerhilfe. Anstatt Entwicklungsgelder an die Regierungen zu überweisen und damit den "Riesenteich an Missbrauch und Korruption zu befüllen" sollten diese an Institutionen im zivilen Sektor gegeben werden. Überall seien starke Zivilgesellschaften aktiv, die nachhaltig die Strukturen verbessern könnten.

Wie das im Detail funktioniert, zeigte der Student anhand eigener Erfahrungen im freiwilligen sozialen Jahr. Maximilian Ernest verbrachte dieses im Himalaya, wo er zusammen mit der Vor-Ort-Organisation LEHO Projekte realisieren konnte, die den Alltag der ärmsten Landbevölkerung nachhaltig verbessern. Als glaubwürdiger Kämpfer gegen den Hunger in der Welt ist sich der junge Mann sicher: "Es ist genug da. Wir haben genug zu essen für alle Menschen."

Viel Beifall gab es für die musikalische Umrahmung der Matinee. "Musik verbindet Kulturen" heißt das Kooperationsprojekt von Erstklässlern der Aloys-Schreiber-Schule und der städtischen Musikschule. Michael Anarp hatte Lieder und Trommel-Rhythmen einstudiert, die die Kinder begeistert zum Besten gaben.

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