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OB: "Fest der Superlative"
12.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Gerold Hammes

Bühl - Oberbürgermeister Hubert Schnurr griff ganz tief ins Repertoire an Jubelvokabular: "Es war ein Zwetschgenfest der Superlative." Wetter, Stimmung, Umsätze - alles im grünen, tiefblauen beziehungsweise schwarzen Bereich. Manche Beschicker und Schausteller sprachen sogar vom besten Geschäft seit über zehn Jahren. Traditionell beendete Festwirt Jürgen Kohler am Montagabend den Festbetrieb mit einer Polonaise mit seinen Mitarbeitern durch das ganze Zelt. Unmittelbar danach ging es an den Abbau.

Was hat dem OB besonders imponiert?

Die Programmvielfalt vom Weindorf über Stadtgarten bis ins Festzelt mit drei Bühnen und "Angeboten der unterschiedlichsten Art". Er berichtete von einer Mail, in der eine Festbesucherin schwärmte: "So was habe ich noch nie erlebt."

Hat Beigeordneter Wolfgang Jokerst ähnliche Wahrnehmungen?

Ja. Ihm gefällt, dass sich das Zwetschgenfest "jedes Jahr weiterentwickelt"; vor allem, weil es auch gesellschaftliche Themen setzt und beleuchtet. In diesem Jahr war es der Eine-Welt-Gedanke, der sich auch im Umzug niederschlug: "Wir sind da sehr breit aufgestellt. Da beneiden uns viele." Das Honorar von 300 Euro für den Festredner bei der Matinee spendete die Stadt übrigens an die Deutsche Welthungerhilfe. Auch den Delegationen der Bühler Partnerstädte habe die Qualität des Fests imponiert.

Petra Ewert und Martina Rumpf sind für das kulturelle Programm im Weindorf, im Stadtgarten sowie den Umzug zuständig. Wie lautet ihre Einschätzung?

Sie sprechen unisono von einem grandiosen Wetter und "supertollem Programm". Auch das kulinarische Angebot sei "anspruchsvoll" gewesen. Der Umzug hatte zwischendurch ein paar Lücken, weil ein Moderator der Oldtimerfahrzeuge zu Beginn auch deren Fahrer interviewte. Nach Hinweisen von Petra Ewert und Peter Hirn verzichtete er später darauf. Allerdings: Eingefleischte Oldtimerfreunde kamen nicht auf ihre Kosten: Ein VW Golf I und ein nur leicht betagter BMW der 5er Reihe sind nun wirklich zu jung für eine Oldtimerparade.

Was sagt Festwirt Jürgen Kohler?

Er bilanziert ein "erfolgreiches Fest", vergleichbar mit dem vergangenen Jahr. Vor allem der Samstagabend sei "hammerhart" gewesen, so dass zweimal der Eintritt weiterer Gäste unterbunden werden musste. Kohler: "Mehr geht nicht, weil mehr gingen auch nicht rein." Und das sind immerhin 1000 Personen. Mit leichter Ironie auf die offizielle Programm-Eröffnung im Stadtgarten meinte er: "Langsam gibt es kein Zelt mehr, in dem nicht ein Bierfass angestochen wird." Störend empfanden Stadtgartenbesucher, dass der Blick auf die Bühne beim Denkmal nur eingeschränkt möglich war, weil im "Brunnen" ein Zelt mit Sonnenschirmen stand, das die Sicht auf die auftretenden Gruppen schmälerte. Konkret bemängelte dies der Leadsänger von Miller's Blues Orchestra. Festwirt Jürgen Kohler würde sich außerdem freuen, wenn zumindest ein Teil der vielen Kapellen nach dem Umzug bei ihm im Zelt vorbeischauen würde.

Gibt es auch 2019 wieder einen Dirndl- und Lederhosenabend. Und wenn ja, mit welcher Band?

Gibt es. Die Frage ist nur, ob mit den "Blechblos'n" wie in den vergangenen drei Jahren oder der "Münchner Zwietracht". Beide spielen musikalisch auf höchstem Niveau, wobei die "Blechblos'n" nach Meinung vieler eine bessere Bühnenshow abliefern und auch ins Publikum gehen. Die Chancen stehen 50:50. Auch die Kochshow soll keine Eintagsfliege gewesen sein und könnte 2019 in anderer Besetzung fortgeführt werden.

Waren auch die Schausteller zufrieden?

Ganz klar ja. Für ihren Sprecher Jürgen Hahn ist das Bühler Zwetschgenfest eine der ertragsreichsten Veranstaltungen in ganz Baden. "Hier kann keiner unzufrieden sein." Die Offenburger Schaustellerfamilie betreibt seit 1954 einen Auto-scooter und ein Kinderkarussell. Jürgen Hahn übernahm 1970 das Geschäft.

Auch Raymond Armbrecht (Night Style) würde "gerne wiederkommen". Als am frühen Dienstagmorgen im Weindorf noch gefeiert wurde, war er mit seinen drei Transporten bereits auf der Autobahn zur Herbstkirmes in Mönchengladbach. Der bei der Stadt zuständige Ordnungsamtsleiter Andreas Bohnert sprach von einem der umsatzstärksten Geschäfte der letzten zehn Jahre und langen Wartezeiten vor den Fahrgeschäften.

In diesem Jahr war der Polizeibericht besonders umfangreich. Ein beunruhigendes Zeichen?

Jein. Zwar gab es etliche Zwischenfälle, aber keine "schweren Vorfälle" (OB). Angesichts der rund 100 000 Besucher an allen fünf Festtagen bilanziert die Verwaltung im Kernbereich ein "friedliches Fest". Polizei und private Sicherheitsdienste, die jeweils bis 7 Uhr morgens auf dem Festgelände patrouillierten, hätten konsequent durchgegriffen. Der DRK-Kreisverband Bühl/Achern bilanziert 98 Hilfeleistungen, zehn Personen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden, einige wegen Herz-Kreislaufproblemen während des Umzugs. Unter den neun "Alkoholleichen" befanden sich auch zwei Jugendliche.

Gibt es auch 2019 ein Zwetschgenfest?

Ja, vorausgesetzt die Welt geht in der Zwischenzeit nicht unter. Jubiläen gibt es 2019 deren viele zu feiern: 150 Jahre Kloster Maria Hilf, 160 Jahre Feuerwehr, 80 Jahre VfB Bühl, 60 Jahre Fanfarenzug, 30 Jahre Bürgerhaus und Partnerschaft mit Villefranche - und nicht zu vergessen: 30 Jahre Festwirt Jürgen Kohler.

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