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Ein klein bisschen Hambacher Forst
Sie kämpfen für den Erhalt der Grünzone des Kifaz-Gartens: Mitglieder der Bürgerinitiative mit Sprecherin Doris Braszus (Zweite von links). Foto: Eiermann
12.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - Mit Transparenten wie "Rettet die Bäume" und "Grüne Baulücken braucht die Stadt" protestierte eine Gruppe der "Bürgerinitiative zum Schutz der Oase beim Kinder- und Familienzentrum" in der Heidlaufstraße gegen den drohenden Verlust von Grün. Gleichzeitig rührten die Senioren, fast alle aus der Wohnanlage St. Elisabeth, die Werbetrommel für einen am Sonntag geplanten Kaffee-Hock, wo sie Interessierten ihr Anliegen vermitteln wollen.

Diskutiert wurde bereits am Rande der symbolischen "Baumumarmung" - und zwar mit Bürgermeister Wolfgang Jokerst, der sich der Bürgerinitiative stellte. Spaßeshalber sprach er bei seinem Eintreffen vom "Bühler Hambacher Forst", was die Senioren sogleich konterten: "Die Baumschützer dort haben Erfolg!"

Um den Stamm einer am Rand des Kifaz-Gartens stehenden Edelkastanie war symbolisch ein Tuch geschlungen. Doris Braszus, eine der drei Initiatorinnen der Bürgerinitiative, hielt eine vorbereitete Rede, in der die Kastanie als "Baum des Jahres 2018" stellvertretend für alle Bäume aus dem Kifaz-Garten im Mittelpunkt stand. Die Wahl sei auf die Kastanie gefallen, "weil sie ökologisch besonders wertvoll ist und im Klimawandel überleben kann". Die einheimische Art sei für Insekten, Bienen und Schmetterlinge zudem unverzichtbar. Bedeutend sei auch die glutenfreie Frucht: "Viele von uns genießen jedes Jahr die Martinsgans mit Maronenfüllung", so die Sprecherin. Jeden Herbst seien hier Menschen beim "Keschde-Sammeln" zu beobachten. Ergo: "Es wäre sehr schade und unverantwortlich", wenn dieser Baum weichen müsste.

So hat er Gemeinderat vor der Sommerpause einen Bebauungsplan beschlossen, der die Errichtung eines dreistöckigen Gebäudes mit Mensa, Jugendcafé und Klassenräumen für die Aloys-Schreiber-Schule und die Carl-Netter-Realschule auf dem Kifaz-Gelände vorsieht. Den genauen Standort ließ das Gremium aber offen, ist doch der hintere Teil des Gartens weitgehend baumlos. Wolfgang Flösser verwies in einer Erklärung auf die Möglichkeit des Einspruchrechts "gegen die auch für das Stadtklima fatale Planung". Bis zum 16. November könne es von Mitbürgern noch in Anspruch genommen werden.

In einer Mitteilung per E-Mail, die der Redaktion vor der Aktion zuging, hatte OB Hubert Schnurr erklärt: Es sei "immer unschön, wenn Bäume weichen müssen, aber auch in diesem Fall werden wir Ersatzpflanzungen vornehmen". Vor Ort erläuterte Wolfgang Jokerst, es gebe noch eine Menge verschiedener Belange zu berücksichtigen und abzuwägen. Er beteuerte: "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen." Er lud die Gruppe ein, sich bei der geplanten Bürgerbeteiligung zum "Campus" einzubringen, die am Montag, 5. November, im Bürgerhaus erfolge. Jokerst wollte der Veranstaltung inhaltlich nicht vorgreifen, ließ aber wissen, dass "grüne Oasen" in unmittelbarer Nähe geplant seien, und nannte den Europaplatz. In Planung sei auch "eine grüne Schneise vom Sparkassenplatz in den Stadtgarten".

Der Beigeordnete, dem erst am Vortag eine Einladung zugegangen war, nannte die kleine Demonstration zwar "legitim", er sagte aber auch: "Glücklich sind wir darüber nicht." Er kritisierte, dass der geplante Hock beim Kifaz, "auf städtischem Gelände", ohne Rücksprache mit ihm oder OB Hubert Schnurr festgelegt worden sei. Man werde die Veranstaltung aber zulassen und auch die Einladung annehmen, "um die vielen Vorteile und Notwendigkeiten des Projekts Campus aufzuzeigen".

Der "nachbarschaftliche Kaffee-Hock" findet am kommenden Sonntag von 14 bis 16 Uhr statt. Doris Braszus hofft, dass viele Bürger "diese Oase kennenlernen" wollen, und wirbt mit "leckerem Kuchen".

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