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Jahre bis zur Erholung
06.12.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Der Sahara-Sommer wird die Bühler Stadtwerke vermutlich noch zwei bis drei Jahre beschäftigen. So lange, schätzt der technische Geschäftsführer Rüdiger Höche, werde es dauern, bis sich die Quellen in der Vorgebirgszone und im Höhengebiet komplett erholt haben. Diese Annahme basiert auf der Erfahrung nach dem letzten extremen Hitzesommer 2003.

Insgesamt unterhält der Energielieferant elf Quellen, die in Normaljahren 700 000 Kubikmeter Wasser generieren und damit zu 45 Prozent den Bühler Wasserbedarf abdecken. Derzeit sind es vielleicht noch 350 000 Kubikmeter.

2018 aber war alles andere als ein Normaljahr. Die Quellen versiegten zwar nicht, aber die Schüttung war minimal. In der absoluten Trockenperiode steuerten die Quellen vielleicht noch 15 Prozent zum Trinkwasserhaushalt bei.

Die zuverlässigsten Lieferanten sind die zwischen 750 und 850 Metern am höchsten gelegenen Quellen im Kapplerwald. Das Wasser aus mehreren Zuläufen wird am Immenstein gebündelt und von dort nach Neusatz (zu 100 Prozent mit Quellwasser versorgt) beziehungsweise in den Hochbehälter Jägersteig geleitet.

"Engpässe bei der Trinkwasserversorgung gab es zu keinem Zeitpunkt", verweist Höche auf ein bestens organisiertes Mischsystem. Für Kompensation sorgten die Wasserwerke Landmatt und Balzhofen. Aber auch dort lag der Grundwasserpegel in der "heißen Phase" bei unter vier Metern.

Auch der Regen der vergangenen Tage hat die Situation nur leicht entschärfen können. Die Quellen in mittleren Lagen wie zum Beispiel Frankenbach-Immenstein sind unverändert schwach auf der Brust. Höche hofft deshalb auf viel Regen und Schnee. Allerdings: Mit ein paar Tagen ist es da nicht getan. "wir brauchen da Wochen und Monate".

Rein theoretisch wäre die Trinkwasserversorgung selbst dann nicht gefährdet, fiele im kommenden Jahr überhaupt kein Niederschlag. Grund: Das Rheintal ist Europas größter Wasserspeicher und so gut wie "unversiegbar". In den beiden Bühler Wasserwerken wird das wichtigste Lebensmittel aus Tiefen von 25 bis 40 Metern gefördert. Noch tiefere Bohrungen wären allerdings mit einem "gigantischen Aufwand" verbunden. Außerdem, gibt Höche zu bedenken, "müssen wir mit diesem kostbaren Gut sorgsam haushalten".

Unabhängig vom Wetterextrem 2018 werden die Stadtwerke nach Auskunft des kaufmännischen Geschäftsführers Reiner Liebich den Grundpreis um 1,63 auf 11,39 Euro erhöhen müssen, um die "hochqualitative Wasserversorgung" mit 600 Kilometern Wasserleitungen absichern zu können. Allein in den vergangenen Jahren investierten die Stadtwerke 13 Millionen Euro in die Infrastruktur. Nun ist die Leitungsertüchtigung an der Reihe.

Ein Mann, für den Wasser fast schon ein Lebenselixier ist und zum Berufsalltag gehört, ist Günter Dußmann. Der Stadtbrandmeister aktiviert vor Freude das Martinshorn und reimt: "Der Regen war für alle ein Segen!" Er und seine Mannen kamen in diesem Sommer mit einem blauen Auge davon: Trotz monatelanger sengender Hitze und Dauer-Hochs gab es keine nennenswerten Wald- oder Flächenbrände. Dieses Phänomen erklärt er sich wie folgt: "Die Leute sind inzwischen für solche Gefahren in extrem heißen und trockenen Sommern sensibilisierter als früher".

Was er aber auch beobachtet hat: Lokale Unwetter und Schadensereignisse nehmen zu. Für Dußmann nur mit dem Klimawandel erklärbar.

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