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Ortschaftsräte packen die Badehose ein
Ortschaftsräte packen die Badehose ein
14.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Der nächste Sommer kann kommen. Die Einrichtung einer Badestelle am Baggersee Weitenung ab Mai steht kommende Woche auf der Tagesordnung des Bühler Gemeinderats. Der Ortschaftsrat Weitenung gab am Mittwochabend eine einstimmige Beschlussempfehlung ab, das Projekt umzusetzen.

Der Einsatz freiwilliger Helfer spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ortsvorsteher Daniel Fritz erinnerte: "Nachdem vor zwei Jahren ein Badeverbot erlassen wurde, sind Bürger an uns herangetreten, das Baden wieder zu ermöglichen." Nun werden tatkräftige Helfer gesucht, die bei der Saisonvorbereitung mitanpacken und regelmäßig die geforderten Kontrollen zur Gewährleistung der Sicherheit ausüben.

Als Badestelle ist ein Bereich am Südostufer des vom Kieswerk bewirtschafteten Sees auserkoren. "Wir wollen keinen Massenbetrieb", sagte Fritz. Platz sei für 50 bis 100 Leute, äußerte Mathilde Knapp von der städtischen Grundstücksverwaltung: "Die Leute kommen, baden und gehen wieder." Rüdiger Huck (FW) unterstrich, dass "keine Badestelle nur für Weitenunger", sondern für alle Bürger geschaffen werden soll. "Aber was machen wir, wenn 200 dastehen?", hakte Bertram Frietsch (CDU) nach. "Wir müssen Erfahrungen sammeln", antworte Fritz: "Ich bin optimistisch, dass es funktioniert." Damit die Gäste den einzuzäunenden Badeplatz erreichen können, wird ein kurzer Fußweg geschottert, der vom Sportplatz zum Ufer führt. Das Gesamtprojekt lässt sich die Stadt etwa 62 000 Euro kosten. Hinzu kommen jährlich 29 000 Euro an Unterhalt.

"Wir werden alles umsetzen, was im Gutachten steht", signalisierten Fritz und Knapp, die Kriterien eines beauftragten Sachverständigen voll erfüllen zu wollen - von der Notwendigkeit eines gefahrlosen Einstiegs ins Wasser bis zur monatlichen Gewässeruntersuchung. Die Schwimmzone werde mit Bojen oder einer Leine markiert. Badesaison ist von 1. Mai bis 30. September, täglich von 8 bis 20 Uhr.

Für die Verkehrsicherung von Weg und Gelände sowie die Sauberhaltung des Bereichs soll eine Gruppe von mindestens 15 Freiwilligen sorgen, die regelmäßig vor Ort nach dem Rechten schauen. Ohne bürgerschaftliches Engagement werde es keine Badestelle geben, hieß es. Rechtlich sei die Kommune durch den Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verband abgesichert. Bei einem eventuellen Todesfall müsse die Stadt nachweisen, dass sie alle Bestimmungen gemäß den Richtlinien erfüllt habe, erläuterte Knapp. Eine Haus- und Badeordnung sowie eine Rechtsverordnung müssten noch erstellt werden.

Nach offizieller Anmeldung der Badestelle beim Landratsamt im Januar sollen im Februar die Bäume ausgestockt werden. Anschließend können Weg, Einstiegstelle und Aufenthaltsfläche angelegt werden.

Die neue Badestelle findet - im Gegensatz zur Einmütigkeit am Ratstisch - nicht die ungeteilte Zustimmung im Blumendorf. Der Angelsportverein sieht den öffentlichen Zugang "sehr kritisch". In der Verwaltungsvorlage heißt es, der Verein befürchte "erhebliche Probleme".

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