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Alle wollen wiederkommen
Alle wollen wiederkommen
19.12.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Nach dem Dauerhocheintopf von April bis November bot die Wetterküche mit dem Auftakt des 44. Bühler Adventsmarkts so ziemlich alles, was eine meteorologische Menükarte hergibt: horizontal peitschender Regen, Sturmböen, Nachtfrost und zuletzt sogar veritable Schneeflocken. Genau so durchwachsen fällt auch die Bilanz der 35 Beschicker aus. Der Grundtenor: Im Großen und Ganzen sind sie zufrieden. Es hätte viel schlimmer kommen können. Und: Alle wollen wiederkommen.

Kein Weg zu weit nach Bühl ist Peter Kaiser, um nunmehr im achten Jahr zwischen Rathaus und Kirche seinen Glühwein, aber auch Kaltgetränke anzubieten. Er stammt aus Landshut und wohnt während der Adventszeit in einer Ferienwohnung in Rittersbach. Ziemlich selbstbewusst behauptet er: "Bei mir gibt es den besten Eierpunsch der Welt!" Um dann noch eine Steigerung nachzuschieben: "Mit Abstand!" Er erklärt dies seinen Kunden mit "Omas Zutaten". Und wird dabei nicht selten mit der augenzwinkernden Frage konfrontiert: "Besteht der Punsch aus Zutaten oder aus der Oma?" Den Umsatz zu den Vorjahren stuft er als "etwas rückläufig" ein, aber vom "Drauflegen" könne keine Rede sein: "Sonst würden wir ja erst gar nicht kommen."

Enrico Wagner führt die Schaustellertradition des Karlsruher Familienunternehmens in der vierten Generation fort. Sein Vater stand bei Bühler Zwetschgenfesten vor Jahrzehnten mit einem historischen Riesenrad mit acht Gondeln vor der ehemaligen OAG-Halle. Er löst seinen Vorgänger Fredy Traber ab, der gut 30 Jahre mit seinem Kinderkarussell in Bühl vertreten war und im Frühjahr verstorben ist. Wagners Resümee fällt wie folgt aus: "Bis auf die Regentage bin ich zufrieden." In Bühl schätzt er - wie im Übrigen alle anderen Kollegen - das "super Ambiente" und das tolle Verhältnis zum Bühler Ordnungsamt.

Das Backzelt von Peters gute Backstube könnte als Kulisse für die vielbesungene Weihnachtsbäckerei dienen. Durchschnittlich 60 Kinder sind von Montag bis Freitag täglich damit beschäftigt, die Förmchen in den Teig zu drücken, um die Plätzchen auszustechen. Lohn der Mühe ist am Ende ein Dambedei mit Schokolade. Sarah, Bäckerei-Fachverkäuferin im zweiten Lehrjahr, betreut die Rasselbande und spricht von einer "guten Frequenz".

Derweil verfolgt die neunjährige Theresa aus Bühlertal in Herrbrich's Näharena die Künste ihrer Mama beim Zuschneiden und Fertigen eines Geschenklederbeutels mit Reißverschluss. Er ist für die Oma in Altschweier bestimmt und wird noch mit einem selbstgebastelten Stern bestückt. Auch Tanja Herrbrich fühl sich reich beschenkt: "Das hat sich zur Premiere sehr gut angelassen. Ich komme gerne wieder."

Auch Paula Kerner ist mit "Räuberfleisch" und Getränken zum ersten Mal auf dem Markt vertreten und zeigt sich "sehr zufrieden". Auffallend viele Fremdsprachen hat sie am dritten Advent vernommen. Und sie hat auch einen Verbesserungsvorschlag für Marktmeister Edgar Jäger: ein "rollierendes System" unter den Ständen, um mehr Abwechslung in den Markt zu bringen. Zum ersten Mal ist auch Sibylle Müller dabei. Sie hat Weihnachts- und Grabgestecke im Angebot. Sie meint: "Die Atmosphäre macht Spaß, manchmal fehlt aber auch der Umsatz."

Das Herz auf dem rechten Fleck trägt Martin Labér. Der Gaggenauer Kaufmann bietet Mützen, Schals und Kunsthandwerk feil, ist außerdem seit 20 Jahren beim Zwetschgenfest vertreten. Die Umsätze beschreibt er als "okay". Zu monieren hat er die auf 15 Uhr zurückverlegte Öffnungszeit. Das "Hauptgeschäft aber laufe nun mal von 11 bis 14 Uhr. Danach entstehe ein "Loch" bis 17 Uhr. "So kann man halt auch ein Geschäft kaputtmachen", schimpft er leise vor sich hin. Edgar Jäger weist ihn darauf hin, dass dies die Beschicker im Oktober so mehrheitlich beschlossen hätten.

Jessica Stöckmann ist zum dritten Mal mit ihrer Wildbraterei vertreten. Die Produkte stammen aus der Region und aus eigener Jagd. Ihre Erwartungen sieht sie als erfüllt an. "Von der Optik her" stuft sie den Bühler Adventsmarkt als "einen der schönsten" ein - und zwar "weit und breit".

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