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Mal leichtfüßig, mal an der Grenze des Erträglichen
Mal leichtfüßig, mal an der Grenze des Erträglichen
25.02.2019 - 06:20 Uhr
Bühl (mf) - Manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Etwa wenn ein plumper Österreicher Großmachtfantasien entwickelt und ankündigt, dass jetzt, wo der Wind von rechts weht, die Ösis bald Europa dominieren werden. "Das Volk will aufrechte Autokraten und keine Demokratie. Die ist doch nichts anderes als stinkende Mundfäule aus Eurer rot-grünen verseuchten Gosch." Puh, da herrscht erst einmal betretenes Schweigen im Publikum.

Es ist Kabarettzeit im Schüttekeller, und es ist Volkmar Staub, der hier an den Grenzen des Erträglichen rüttelt. Dabei hat sein Programm "Lacht kaputt, was Euch kaputt macht!" durchaus andere Seiten. Leichtfüßige, manchmal auch derbe Witze sind dabei, und bei den überraschenden Pointen überwiegt natürlich der Spaß. Immer wieder aber richtet sich Staubs intelligente Wortspielerei an den Politikbetrieb. Bei der Österreich-Nummer "Amerika first, mir Ösis san firster" kommt er so richtig in Fahrt, wird laut, so dass die Bedrohlichkeit spürbar wird. Schließlich ist Staub eine beeindruckende Erscheinung. Die grauen Haare hat er irgendwie nach oben gebürstet, die Augenbrauen auch. Das verleiht ihm fast schon etwas Diabolisches. Manchmal zieht er eine Schnute und wirkt dann ganz knuffig. Alles ist möglich, nichts eindeutig.

Staub ist ein Wortartist. Sein erstes Thema ist die Autoindustrie. "Wir sind alle Karren-Bauer, kein Zufall, dass die neue CDU-Vorsitzende genau so heißt." Staub greift zur Gitarre und singt sein Merkel-Lied: "Ätsch, I did it my way. Ich kam groß raus, saß vieles aus, war der IQ der CDU." Gleichwohl sei die Bundeskanzlerin doch ein Leuchtturm im Weltmeer von Machtarroganz und Dummheit, eine gütige Ärztin der Weltpsychiatrie. Wie Staub dann jeden Einzelnen der herrschenden Egomanen zum Kindergartenkind rund um Schwester Angela macht, ist genial.

Aus dem Lachen nicht mehr heraus kommen die Gäste bei der Besetzungsliste des neuen James Bond, dessen Plot der Fantasie des Kabarettisten entspringt. Christian Lindner ist James Bond, seine Girls sind Scarlett Johansson in Designerklamotten und Sarah Wagenknecht in Strapsen von Tchibo. Der nordkoreanische Herrscher Kim Jong-un wird von einem Teletubby dargestellt, die Queen von Hape Kerkeling. Beim Showdown im Oval-Office schreit Trump "You are fired". "Ob James Bond zurückschießt, darf erst bei Kinostart verraten werden", meint Staub und grinst ins Publikum.

Großartig gerät das ärztliche Bulletin aus der Schweiz über eine rüstige Dame von 67 Jahren namens Europa. Dem aus Lörrach stammenden Kabarettisten fällt das Schwyzerdütsch leicht: "Die Probleme lassen sich weder mit Anti-Idiotika noch mit Macron-mar beheben. Auch die Amputation des Appendix Britannica ist nicht hilfreich. Angesichts nationaler Hirnhautentzündung droht die EU wieder ins Koma zu fallen."

Dann steht der Kabarettist als Indianer mit nacktem Oberkörper auf der Bühne. "Winnetou fordert: Lasst den Hambacher Forst und fällt den Horst." Der mit einer ordentlichen Leibesfülle Gesegnete bekennt offen: "Ich steh zu meiner korpulent Identity."

Neben Trump und Erdogan kriegt auch die AfD ihr Fett weg. Am Ende empfiehlt Staub, über sie alle zu lachen. Es scheint sein persönliches Erfolgsrezept zu sein, denn: "Global bin ich verzweifelt, aber privat geht's mir gut."

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