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Ende April geht der Flieger nach Japan
05.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Bühl - "Mein Mann und mein Sohn waren sofort Feuer und Flamme", erzählt Johanna Balaskas. Die Kämmerin der Stadt Bühl wird ab Mai als Verwaltungsleiterin am Goethe-Institut in Tokio arbeiten. Als die Zusage vom Instituts-Hauptsitz in München kam, habe sie ihren Mann Vasilios, Kämmerer der Gemeinde Sasbachwalden, nicht groß überzeugen brauchen.

Balaskas hatte sich auf die sogenannte Entsandten-Laufbahn des Goethe-Instituts beworben, ihr zukünftiger Einsatzort war nicht sicher. "Es hätte auch eine Stadt in Afrika oder Südamerika werden können", erklärt die 54-Jährige das Bewerbungsprozedere. Tokio sei ein Traumziel, sie wäre gemeinsam mit ihrem Mann aber für fast alles offen gewesen.

Der einzige Grund für eine Absage wäre ein Einsatz in einem Krisengebiet gewesen. "Das hätten wir unseren Müttern nicht antun können, erklärt die in Sasbachried aufgewachsene Frau bei einem Gespräch in ihrem Büro.

Der Haushaltsplan 2019, vor knapp drei Wochen vom Gemeinderat verabschiedet, ist ihr letzter Etat. Balaskas, "die kein Chaos hinterlassen will", hofft, dass das Zahlenwerk noch vor ihrem Ausscheiden am 31. März vom Regierungspräsidium genehmigt wird.

Für ihr "Auswandern auf Zeit" - nach fünf Jahren ist eine Rotation an einen anderen Institutsstandort üblich - gibt die Finanzchefin des Rathauses auch ihr Amt als Landesvorsitzende im Berufsverband der kommunalen Finanzverwaltungen in Baden-Württemberg ab. Die Nachfolgersuche sei "voll im Gange", betont Balaskas. Bei der Stadt Bühl wurde jüngst mit Thomas Bauer, der bisher die Stabstelle Revision geleitet hat, ihr Nachfolger vorgestellt.

Anfang April steht für die "Frau der Zahlen", wie sie der Bühler Oberbürgermeister bezeichnet, eine Einarbeitungsphase am Hauptsitz des Goethe-Instituts in München an. Sie plant, montags bis freitags in München zu sein und an den Wochenenden nach Balzhofen zu ihrem Mann zu pendeln. Der Verwalter der Sasbachwaldener Kasse könne so noch ein wenig länger seinem Beruf nachgehen. In Japan habe er bisher noch keine Stelle. "Er steht aber voll dahinter", betont Balaskas. Etwas eher als ursprünglich geplant, Ende April, geht der Flieger nach Tokio. Ihr künftiger Arbeitgeber unterstützt sie beim Umzug und kümmert sich um eine Wohnung. Ihr Einfamilienhaus mit Garten könnte, sofern er das möchte, ihr 28-jähriger Sohn übernehmen, der im Moment in Trier seinen Master macht. "Er hat schon immer ein Faible für Animes und Mangas und kann uns ja dann auch mal besuchen kommen", wünscht sich Balaskas.

Um sprachlich für die Arbeit im Ausland gewappnet zu sein, hat die Finanzexpertin, die nach eigenen Angaben Englisch "in Wort und Schrift gut beherrscht", einen "Conversation Course" besucht, um ihre Fähigkeiten aufzufrischen.

"Die Lautschrift ist



ganz schön sportlich"

Außerdem nutzt das Ehepaar Sprach-Lern-Apps und besucht einen Japanischkurs in Karlsruhe. "Die größte Herausforderung" stellten die unterschiedlichen Schriften im Japanischen dar. Vor allem die Lautschrift, sei "ganz schön sportlich". Per Privatunterricht "wollen wir so viel wie möglich mitnehmen, bis es dann losgeht", betont Johanna Balaskas. Sie erfüllt sich mit ihrer neuen Stelle einen Lebenstraum und freut sich, Familie und Freunden von Japan berichten zu können. Wie es nach den fünf Jahren in Tokio weitergeht, weiß die Bühlerin selbst noch nicht: "Ich wäre dann 59 Jahre alt und noch fit genug für eine neue Stadt. Aber wer weiß schon, wie die Welt in fünf Jahren aussieht?"

Oberbürgermeister Schnurr wünscht seiner langjährigen Mitarbeiterin (Balaskas kam 1992 nach Bühl) für den "neuen, bemerkenswerten beruflichen Schritt ans andere Ende der Welt alles erdenklich Gute". Sie habe "nicht nur fachlich eine herausragende Arbeit geleistet, ihr Wechsel" bedeute "auch menschlich einen Verlust", so Schnurr. Die vom Rathauschef Gelobte hat sich indes vorgenommen, in der japanischen Millionen-Metropole etwas Werbung für das Zwetschgenfest zu machen.

In ihrer neuen Heimat findet 2020 mit den Olympischen Spielen ein ganz anderes Großereignis statt. "Wir haben bereits eine Gäste-Anmeldeliste und würden uns über Besuch freuen. Zur Not schlafen wir halt im Stehen", scherzt die künftige Tokioterin. "Olympia ist definitiv immer eine Reise wert", betont Balaskas, die mit ihrem Mann, dessen Familie aus der Nähe der griechischen Stadt Olympia, dem Ursprungsort der Spiele, stammt, vor einigen Jahren die feierliche Entzündung des Feuers verfolgt hat. Die Ankunft der olympischen Flamme in der japanischen Hauptstadt - voraussichtlich am 10. Juli 2020 - kann das Ehepaar dann erneut hautnah miterleben.

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