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Entfalten, aber nicht austoben
07.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Am Aschermittwoch war dann tatsächlich alles vorbei - zumindest aus meteorologischer Sicht. Keine peitschenden Regenschauer mehr und auch keine ekligen Sturmböen. Stattdessen ein paar harmlose Schleierwölkchen am Firmament und Temperaturen nahe an die 20 Grad. Auch im Bühler Polizeirevier konnte von Katerstimmung keine Rede sein. Hauptkommissar Walter Kautz durfte beim 22. Katerfrühstück vielmehr eine der ruhigsten und friedlichsten Fastnachtskampagnen der vergangenen Jahre bilanzieren.

Das Sicherheitskonzept mit hoher Polizeipräsenz, das Jahr für Jahr auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt werde, habe "voll gegriffen". Die Folge: "Die Narren konnten sich entfalten, aber nicht austoben." Die Zusammenarbeit mit den Kommunen und anderen Hilfsorganisationen habe gewohnt "problemlos und professionell" geklappt.

Was ebenfalls auffiel: Die Gewaltbereitschaft gegenüber den Beamten und Einsatzkräften sei rückläufig. Kautz' Fazit vor Vertretern der Kommunalpolitik, der Justiz und in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Beate Böhlen (Grüne) und Tobias Wald (CDU): "Alle Beteiligten haben ihre Hausaufgaben gemacht."

Rolf Fritz, der stellvertretender Revierleiter, gilt im Hause als so etwas wie der "Herr der Zahlen". Er berichtete von 42 Veranstaltungen, die im Bühler Revier angemeldet gewesen seien, von denen 28 durch Beamte auch betreut wurden. Unterstützung kam von umliegenden Polizeiposten, vom Bezirksdienst und von der "Alarmhundertschaft" des Polizeipräsidiums Offenburg, dessen Leiter Reinhard Renter ebenfalls zum Katerfrühstück erschienen war.

Ein dickes Lob hatte Fritz für die Straßenfastnachter pauschal parat: So seien sämtliche Umzüge "ohne nennenswerte Vorkommnisse" über die Bühne gegangen; auch jener in Varnhalt, der in der Vergangenheit durch alkoholisierte Besucher schon mal für Negativschlagzeilen gesorgt hatte. Fritz führte dies auf ein neues Konzept zurück, wonach dem Veranstalter im Umzugsbereich das Hausrecht übertragen worden sei. In der Praxis habe dies wie folgt funktioniert: An Kontrollstellen wurden Alkoholika und gefährliche Gegenstände konfisziert und der weitere Zugang durch Security-Kräfte untersagt. Die Polizei ihrerseits sprach 15 Aufenthaltsverbote aus; darunter Jugendlichen, die bereits im Rastatter Raum unangenehm aufgefallen waren.

Der Hauptkommissar hob auch die beispielhafte Abstimmung mit den Jugendsachbearbeitern der Reviere Baden-Baden und Rastatt hervor, "die ihre Jugendlichen jederzeit im Griff hatten".

In der Summe machte Fritz folgende Bilanz an Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in Bühl, Weitenung, Bühlertal und Varnhalt auf: vier Körperverletzungen, eine davon schwer, jeweils ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz beziehungsweise das Aufenthaltsverbot und zwei Bedrohungen. Außerdem entsorgten die Sicherheitskräfte rund 20 Liter Alkohol. Zwei betrunkene Jugendliche mussten dem DRK beziehungsweise den Eltern überstellt werden. Der Spitzenwert lag bei 2,2 Promille.

Auf der Positivliste führte Fritz auch das respektvolle Verhalten gegenüber Polizeibeamten an. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Vor allem für die älteren Kollegen sei dies mitunter "furchtbar" gewesen.

Unterm Strich steht für Fritz die friedlichste Fastnachtskampagne seit seiner Ernennung zum stellvertretenden Revierleiter: Und das liegt inzwischen acht Jahre zurück. Was ihn ebenfalls freut und stolz macht: Viele Kollegen hätten Dienst in ihrer Freizeit absolviert: "Wir haben uns gegenseitig nicht im Stich gelassen."

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