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Jetzt erst recht
16.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl - Die Enttäuschung in Altschweier war zunächst einmal riesengroß. Am 8. Oktober 2015 hatten Ortsvorsteher Manfred Müller und Mitglieder des Arbeitskreises "Unser Dorf hat Zukunft" dem damaligen Fachminister Alexander Bonde (Grüne) das Konzept für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) vorgestellt. Schwerpunktgemeinde ist auch Eisental. Jetzt aber gab es für Altschweier eine Förderabsage. Mit Ortsvorsteher Müller unterhielt sich BT-Redakteur Gerold Hammes.

BT: Herr Müller, Sie und viele Bürger des Stadtteils haben mit großem Aufwand und Kreativität ein 16-Punkte-Papier im Rahmen des Programms "Unser Dorf hat Zukunft" erarbeitet. Entsprechend groß dürfte nun die Verbitterung sein, dass das ehrenamtliche Bürgerengagement (noch) nicht honoriert wird?

Interview

Manfred Müller : Die Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung war natürlich groß. Wir waren im Arbeitskreis eigentlich sicher, dass wir bei der Verteilung der Fördergelder dabei sind. Was wir vielleicht nicht in den Köpfen hatten, war der Umstand, dass Eisental ein Jahr zuvor ebenfalls Gelder für die Neugestaltung des Trottenplatzes beantragt hatte und dann auch nicht berücksichtigt wurde.

BT: Welche Gründe vermuten Sie in Ihrem Fall ?

Müller: Für die beiden Schwerpunktgemeinden Eisental und Altschweier waren 600 000 beziehungsweise 700 000 Euro beantragt worden. Zusammen also 1,3 Millionen Euro. Ich vermute, dass dieses hohe Auszahlungsvolumen vom zuständigen Ministerium für Ländlichen Raum gar nicht budgetiert war. Immerhin wurden aber zwei private Bauherren in Altschweier für die Schaffung von Wohnraum berücksichtigt.

BT: Wird die Entscheidung aus Stuttgart zu einer Demotivation des Arbeitskreises führen, weil die geweckten Hoffnungen nicht erfüllt wurden?

Müller: Nein. Ich sehe da nicht schwarz, denn wir haben jetzt ein Jahr länger Zeit, um in aller Ruhe in die konkrete Planung für die Sanierung und Umgestaltung der Reblandhalle in ein Bürgerzentrum vorzubereiten.

BT: Sie werden also nochmals einen neuen Förderantrag stellen?

Müller: Auf jeden Fall! Wir bleiben weiter am Ball und werden das Projekt unter keinen Umständen auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben, sondern im Spätjahr einen neuen Antrag stellen. Das Motto lautet: Jetzt erst recht!

BT: Die gute Nachricht aus Stuttgart war, dass Eisental in den Genuss von 600 000 Euro kommt.

Müller: Wir gönnen den Eisentälern jeden Cent. Wir wären in Altschweier froh, wir hätten solch ein interessantes und zentrales Gelände wie den Trottenplatz. Das gibt bestimmt eine tolle Sache. Die Eisentäler haben sich da richtig reingekniet. Als Schwerpunktgemeinde haben wir gemeinsam ein überzeugendes Konzept vorgelegt. Außerdem: Eisental hat es ja auch erst im zweiten Anlauf geschafft, an die Fördergelder zu kommen.

BT: Wie sieht die aktuelle Planung für die Sanierung der Reblandhalle aus?

Müller: Abgebrochen wird der westliche Trakt zum Sportplatz hin. Er wird durch einen Neubau ersetzt, in dem die Küche, Toiletten und ein Foyer untergebracht werden. Auch die gesamte Haustechnik wird ersetzt. Nur der Bühnenbereich bleibt erhalten. Wir sprechen da von einem Investitionsvolumen von 3,1 Millionen Euro, von denen 2,4 Millionen an der Stadt hängenbleiben werden. Wir rechnen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.

BT: Jetzt ist auch in Vimbuch ein Bürgerbeteiligungsprozess angelaufen, um den Stadtteil "neu zu denken". Der Start mit sage und schreibe 180 Teilnehmern verlief schon mal verheißungsvoll.

Müller: Die Euphorie ist dort wohl ähnlich groß wie bei uns im Jahr 2015. Ich wünsche den Vimbuchern jedenfalls viel Erfolg.

BT: Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass es in einem zweiten Anlauf für Altschweier klappt?

Müller. Gut. Wenn wir tatsächlich die 700 000 Euro bekommen sollten, sind wir zufrieden.

BT: Und wenn nicht?

Müller: Dann müssen wir neue Überlegungen anstellen.

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