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Nah bei den Bürgern sein
Nah bei den Bürgern sein
26.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (efi/red) - Sebastian Wußler hat, wie er sagt, "einen Wechsel zwischen zwei Welten" vollzogen. Der Übergang geschah nahezu nahtlos: An einem Freitag beendete er seine Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft in Freiburg, drei Tage später galt seine Konzentration seiner neuen Aufgabe in der Zwetschgenstadt. Der 37-jährige promovierte Jurist ist seit Anfang Februar neuer Direktor des Amtsgerichts Bühl. Er trat die Nachfolge von Jürgen Früh an, der sich seit Dezember des vergangenen Jahres im Ruhestand befindet.

"Die Mitarbeiter haben mich sehr offen und freundlich empfangen. Das hat mir den Start in Bühl leicht gemacht", blickt Wußler auf die vergangenen Wochen zurück. Sein Vorgänger habe ihm ein hervorragend aufgestelltes Gericht hinterlassen.

Schon am Anfang seiner Karriere hat der Jurist ein Faible für die Arbeit an kleineren Amtsgerichten entwickelt. "Sie bieten ein großes Spektrum und sind nah am Bürger", sagt er. "Unser Gericht wird oft in menschlichen Ausnahmesituationen aufgesucht. Daher ist es gut und wichtig, dass die Rechtssuchenden vor Ort eine Anlaufstelle und Ansprechpartner finden", ist er überzeugt. Aktuell sieht er die kleinen Amtsgerichte im Land nicht bedroht.

Das Bühler Amtsgericht hat er bereits in seiner früheren Position als Doping-Staatsanwalt kennengelernt. Im vergangenen Frühjahr hat er in der Zwetschgenstadt eine Anklage wegen des Verbringens von großen Mengen an Dopingmitteln am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden vertreten. "Der Standort hat mir sehr gut gefallen", erzählt er. Als er von der Stelle hörte, hat er sich beworben.

Der 37-Jährige stammt aus dem vorderen Kinzigtal, wo er auch heute lebt. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er studierte Rechtswissenschaften in Freiburg und absolvierte ein verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium in Speyer. Nach dem Referendariat beim Landgericht Offenburg war Wußler zunächst als Richter bei den Amtsgerichten Breisach und Müllheim und beim Landgericht Freiburg tätig. 2011 wechselte er zur Staatsanwaltschaft Freiburg. Dort leitete er seit 2012 die Ermittlungsgruppe Doping, die landesweit für strafrechtliche Ermittlungen bei Dopingdelikten zuständig ist. "Der Aufbau dieser Ermittlungsgruppe, die oft umfangreichen Ermittlungen in einem für viele unbekannten Rechtsgebiet und der Kontakt mit Ermittlungsbeamten und Gerichten im ganzen Land waren eine spannende Herausforderung für mich", resümiert Wußler. Seine Erkenntnis aus über sechs Jahren Doping-Ermittlungstätigkeit: "Das System ist geprägt von Mauern, Schweigen, Vertuschen und Schönreden."

Dem Thema "Doping" wird er durch seine Vortragstätigkeit an der Hochschule für Polizei und die Einbindung in ein wissenschaftliches Forschungsprojekt weiter treu bleiben. Gerade hat er die Zusage für ein Projekt an der Katholischen Hochschule in Freiburg bekommen, das sich mit Dopingtätern und Hilfestellung für Dopingopfer beschäftigt, freut er sich. Ehrenamtlich engagiert er sich unter anderem als Redaktionsmitglied der Verbandszeitschrift des Deutschen Richterbundes sowie als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Katholischen Hochschule.

Der neuen Aufgabe in Bühl begegnet er mit "großer Freude und Respekt". Strafsachen gehen nicht über seinen Schreibtisch. Als Richter bearbeitet er wie sein Vorgänger Jürgen Früh vornehmlich Betreuungsfälle. Außerdem kümmert er sich um zivilrechtliche Verfahren, die sich aus der Fluggastrechteverordnung ergeben. Immer mehr Menschen würden ihre Ansprüche etwa nach Flugverspätungen oder Fluglotsenstreiks geltend machen, stellt Wußler "deutlich steigende Zahlen" fest, die sich in seinem neuen Zuständigkeitsbereich auch aus der Nähe zum Baden-Airpark ergeben.

Als Dienstvorstand trägt der 37-Jährige Personalverantwortung für drei Richter, drei Rechtspflegerinnen, zehn Geschäftsstellenmitarbeiter und einen Wachtmeister. Zudem sind dem Amtsgericht Bühl vier Gerichtsvollzieher zugeordnet. Als Herausforderung bezeichnet Wußler die bald anstehende Einführung der elektronischen Verfahrensakte. "Das ist ein Systemwechsel", meint der Amtsgerichtsdirektor, ist sich aber sicher: "Die papierlose Aktenführung und Verfahrensbearbeitung wird für alle Beteiligten viele Erleichterungen und Chancen bieten".

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