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Wieder für ein ganzes halbes Jahr
24.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Holger Siebnich

Bühl/Bühlertal - Gerade erst liegt das lange Osterwochenende mit bestem Ausflugswetter hinter ihm, doch beim Gedanken an die anstehende Sommersaison will Andreas Kern nicht so recht warm ums Herz werden. Der Betriebsleiter des Mehliskopfs blickt mit Sorge rüber zur Sandstraße, die seit gestern gesperrt ist. Nachdem ein erster Teil der Zufahrt über Bühlertal ins Höhengebiet 2017 saniert worden war, folgt nun ein weiterer Abschnitt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Oktober.

Kern erinnert sich nicht gern an die Sommersaison 2017, als die Sandstraße ebenfalls für ein ganzes halbes Jahr gesperrt war. Dadurch seien deutlich weniger Besucher zum Mehliskopf gekommen. "Das hat uns mehrere zehntausend Euro gekostet", sagt Kern. Den Sanierungsbedarf an der L 83 stellt er aber nicht in Abrede. Ihm bleibe nichts anderes übrig, als sich mit der Situation zu arrangieren: "Es ist eben, wie es ist."

Gestern begann das beauftragte Unternehmen damit, die Baustelle auf dem rund 1,9 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Hotel Wiedenfelsen und der Schwarzwaldhochstraße einzurichten. Laut der zuständigen Bauleiterin des Regierungspräsidiums sind für heute erste Fräsarbeiten geplant. Auf einer Länge von rund 500 Metern werde die marode Straße komplett neu aufgebaut. Im restlichen Teilbereich sei nur eine Deckensanierung vorgesehen, da sich der Unterbau dort noch in gutem Zustand befinde.

Hinzu kommt die Sanierung von elf Stützmauern, für die aber noch kein Zeitplan existiert. "Derzeit laufen dafür noch statische Berechnungen", sagt die Bauleiterin. Sie rechne damit, dass die Arbeiten an den Bauwerken wahrscheinlich erst nach Pfingsten beginnen. Der große Aufwand hat seinen Preis. Das Land investiert rund 3,6 Millionen Euro in das Projekt.

Die Umleitung erfolgt über die L83a (Neusatzeck) und die K 3765 (Omerskopfstraße). Auf der Talseite beginnt die Sperrung direkt hinter dem Ortsausgang Bühlertal. Die Zufahrt zum Hotel Wiedenfelsen ist für Gäste aber möglich.

Als Ausflugsziel betroffen ist auch der Bühlertallift Hundseck. Gerade hat Betreiber Daniel Karcher mit Isabella Denu-Dangelmaier eine neue Pächterin für die Hundshütte gefunden, die dort künftig auch im Sommer Gäste bewirten möchte. Er misst der Baustelle aber nicht ganz so große Bedeutung zu wie sein Nachbar vom Mehliskopf: "Der Einfluss wird sich in Grenzen halten."

Als Faktor viel entscheidender sei das Wetter. Bei passenden äußeren Bedingungen fänden die Besucherströme ihren Weg ins Höhengebiet. Die Sanierung der L 83 sei dringend notwendig. Vor allem der Zustand der Stützmauern sei gefährlich.

Eine Sorge treibt aber auch Karcher um: dass sich die Sanierung verzögern und die Sperrung bis in die Wintersaison hineinreichen könnte. Viel müsste seiner Einschätzung nach dafür nicht schieflaufen: "Im November kann es schon Frost geben. Wenn die Arbeiten bis dahin nicht abgeschlossen sind, müssten sie vielleicht unterbrochen werden." Die Bauleiterin ist jedoch optimistisch, dass die angesetzten sechs Monate Bauzeit ausreichen werden. Sie sagt: "Unser Bestreben ist es, vor dem Winter fertig zu werden."

Sollte das klappen, können die Unternehmer entlang der Hochstraße aber noch immer nicht endgültig durchatmen. Die nächste monatelange Vollsperrung steht voraussichtlich bereits 2020 an. Dann soll der dritte und letzte Abschnitt der Sandstraße saniert werden, das 2,6 Kilometer lange Mittelstück talwärts des Hotels Wiedenfelsen.

Andreas Kern freut sich schon jetzt auf die erste ungetrübte Sommersaison, die dann 2021 anstünde und der dank einer komplett sanierten Zufahrt viele weitere folgen sollen: "Dann haben wir für 30 Jahre unsere Ruhe."

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