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Vanilleton statt giftigem Grün
08.05.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Sie war vielleicht die hässlichste, auf jeden Fall aber eine gewöhnungsbedürftige Fassade: grünlich-gelb, fast nicht definierbar, dafür giftig und aggressiv in der Wahrnehmung an einem viel frequentierten Knotenpunkt in der westlichen Eisenbahnstraße mit der Funktion eines Eingangsportals in die Innenstadt. Seit wenigen Tagen leuchtet das Anwesen 34 (ehemals Gasthaus "Alte Post") in einem zarten Vanilleton.

Im Altbau und im neuen nördlichen Anbau wird der Verein Pallium Ende August eine Anlauf- und Beratungsstelle für Personen einrichten, die mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind.

Architekt Sepp Meister, der im Auftrag des Bühler Ehrenbürgers, Hauseigentümers und Bauherrn Ernst Kohlhage die Projektleitung innehat, hat bislang für die Farbgestaltung nur Lob vernommen. Er ist aber ehrlich genug, um dieses richtig einzuschätzen: "Es war auch kein Kunststück, das besser zu machen."

Ansonsten liegen, Bauboom und überhitzter Konjunktur zum Trotz, die Arbeiten voll im Zeitplan. Meister vergab an "Handwerker meines Vertrauens". Der Anbau ist bereits hochgemauert und wird eine weiße Fassade mit anthrazitfarbenen Fenstern erhalten. Im denkmalgeschützten Altbau sind die Arbeiten ebenfalls weit fortgeschritten: Der Estrich ist verlegt, der Trockenbau abgeschlossen und die Gesimse und Fenstergewänder farblich mit der Fassade abgestimmt. Aktuell sind die Maler, Elektriker und Aufzugsinstallateure im Haus. Nächste Woche werden die Eingangsverglasung zur Güterstraße hin eingebaut, die Außenterrasse angelegt und der Parkraum gepflastert.

Ein paar Überraschungen in dem angejahrten und von Sanierungsstau geprägten Gebäude gab es aber dann doch noch: So mussten im Dachgeschoss Balken und Sparren ersetzt und damit in die Statik eingegriffen werden. Einen höheren technischen und finanziellen Aufwand erforderte zudem die zusätzliche Innendämmung im Altbau. Summa summarum dürfte sich die Kostensteigerung im kleinen vierstelligen Bereich bewegen.

Der Verein Pallium wird in der "Alten Post" (oder vielleicht Kohlhage-Haus?) eine Beratungs- und Koordinierungsstelle einrichten. Es entstehen Büros, Sitzungs- und Beratungsräume sowie ein Arztzimmer. Pallium und die "Alte Post" haben eine gemeinsame Geschichte: Am 23. Januar 2002 fand dort die Gründungsversammlung des gemeinnützigen Vereins statt. Sepp Meister versprach zum Baubeginn im September 2019: "Das wird ein Schmuckstück." Die ersten Reaktionen aus der Bürgerschaft bestätigen ihn - und nicht nur wegen der neuen Fassadengestaltung.

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