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"Das Rennen war extrem knapp"
30.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Die Sanierung des Windeck-Gymnasiums (Ostflügel) soll nicht dem Rotstift einer angespannten Finanzlage zum Opfer fallen. Dies bekräftige OB Hubert Schnurr nach einer Äußerung des neuen CDU-Fraktionssprechers Georg Feuerer, der gefragt hatte, ob die rund 18 Millionen Euro teure Investition der Finanzplanung zum Opfer fallen könnte. Vielmehr fasste der Gemeinderat den Beschluss, das Vergabeverfahren für die Fachplanung einzuleiten.

Erster Preisträger unter zwölf Teilnehmern wurde das Stuttgarter Büro Dasch, Zürn und Partner (das BT berichtete). Architekt Thomas Thiele (Freiburg), der den Wettbewerb betreut hatte, stellte dem Gremium die Planentwürfe der fünf Preisträger vor und war mit den Ergebnissen sehr zufrieden: "Die Hoffnung, dass sich das Raumprogramm im Bestand abbilden lässt, ist nachgewiesen." Anders gesagt: An der Rohbau-Substanz des fast 50 Jahre alten Gebäudes muss nur wenig verändert werden.

Thiele berichtete aus der nichtöffentlichen Preisgerichtssitzung, dass zwischen den Vorstellungen des ersten und des zweiten Preisträgers (AS Architektur und Stadtplanung Bühl in Kooperation mit dem Atelier 30 aus Kassel) am längsten diskutiert worden sei. Beide Vorschläge hätten durch ihre einheitliche Architektur und die jeweils vorgelagerte Balkonzone überzeugt.

Der Stuttgarter Siegerentwurf habe jedoch "noch ein Quäntchen mehr Funktionalität" (Thiele) beinhaltet, was die Anordnung der Räume betraf. So unterscheide sich der erste Preis durch eine große, breite Treppe von der Aula ins Obergeschoss sowie eine Zusammenführung der Lichthöfe zu einem großen Atrium. Das Preisgericht habe seine Entscheidung einstimmig gefällt.

Die Verwaltung sei aus rechtlichen Gründen gehalten, alle fünf Preisträger zu Vergabegesprächen einzuladen und das Ergebnis dem Gemeinderat zur endgültigen Vorentscheidung vorzulegen, informierte Thiele. Das Verfahren nach der Vergabeverordnung für öffentliche Aufträge (VGV) erfolgt auf der Basis des Gewinnerentwurfs.

Schnurr erläuterte, dass das Bewertungsverfahren durch Kennzahlen anonymisiert wurde. Infolge meldeten sich mehrere Gemeinderatsmitglieder zu Wort, die als Preisrichter an der Entscheidung mitgewirkt hatten. "Das Rennen war extrem knapp", bestätigte Barbara Becker (SPD) und kommentierte den Ausgang so: "Ich hätte es gerne andersherum gesehen." Margret Burget-Behm (CDU) sah die Sache so: Ein Bühler Büro sei immerhin zweiter Preisträger geworden. "Darauf sind wir stolz."

Walter Seifermann (GAL) gestand: "Der zweite Preis hat vielleicht noch mehr Charme, aber ich lass' mich gerne von Experten überzeugen." Jörg Woytal (FW) ließ wissen: "Letztendlich überwogen die Argumente der Fachpreisrichter, die uns aufzeigten, wo Mängel und Defizite sind."

Wann sollen die Sanierungsarbeiten im Ostflügel starten? Diese Frage beantwortete der OB unter dem Eindruck des Gewerbesteuer-Einbruchs so: "Unser Ziel ist es, vielleicht Ende des Jahres 2020 damit beginnen zu können."

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