Alles hängt an den Kosten
04.09.2019 - 00:00 Uhr
Bühlertal (eh) - Das Bühlot-Bad sorgt für hohe emotionale Wogen in der Talgemeinde. Dies zeigte am Montagabend eine Versammlung im Hotel "Grüner Baum", zu der eine Gruppe von "Stammschwimmern" eingeladen hatte. Mit rund 150 Personen war der Saal randvoll besetzt.

Das ursprünglich anvisierte Thema, einen Förderverein zu gründen, beschränkte sich am Ende einer zweistündigen, hitzigen Debatte darauf, die Kontaktdaten von möglichen Aktiven zu notieren. Bürgermeister Hans-Peter Braun stand so ziemlich alleine im Kreuzfeuer eines Fragenbombardements.

Als Sprecherin der Bühlotbad-Freunde betonte Petra Kohla, dass sie und ihr Mann Erwin vor 27 Jahren nach Bühlertal gezogen seien. Ihre damals kleinen Kinder hätten die Einrichtung sehr genossen. "Wir wünschen uns, dass auch die nächste Generation eine solch schöne Erfahrung machen kann." Man strebe ein "konstruktives Miteinander" an, um das Bad zu erhalten sowie einen Dialog mit Gemeinderäten und Verwaltung. Die Gründung eines Fördervereins sei ein mögliches Ziel. Sie griff am Ende auch den Gedanken von CDU-Gemeinderat Volker Blum auf, der aufgezeigt hatte, in Richtung einer genossenschaftlichen Konstruktion zu denken. Sie wolle sich dazu weiter informieren. Sie erinnerte auch an den Autoaufkleber "We love Bühlot-Bad".

Hans-Peter Braun blickte zurück auf die bisherigen Entscheidungen und Etappen, angefangen mit der Übereinkunft 2016 mit der Bühler Sportstätten GmbH über eine personelle Zusammenarbeit. Aktueller Stand sei, dass man die Planungen des favorisierten Kombibades an die Erfordernisse des Hochwasserschutzes anpassen müsse, um überhaupt eine Baugenehmigung zu erhalten. Aufgrund der komplexen Sachlage werde es für die Ratssitzung am 24. September nicht mehr reichen. Der Grundsatzbeschluss werde erst im Oktober gefasst werden können, wenn alle Kosten ermittelt seien. Derzeit liege man bei zirka 6,8 Millionen Euro.

Verunsichert, ungeduldig und teils ungehalten wirkten viele Besucher. Fragen betrafen Zuschüsse, Planung, Schließdauer, technische Ausstattung, Kostenreduzierung, Schwimmunterricht oder die personelle Ausstattung.

Einige Bürger verwiesen auf Beispiele sanierter Bäder in anderen Kommunen. Mehrfach wurde auch die Bedeutung des Schwimmunterrichts betont. Vorschläge wurden unterbreitet in Richtung Naturbad oder Folienauskleidung statt Edelstahlbecken.

Braun versuchte, auf alle Fragen einzugehen. Alle hätten das Ziel, das Bad zu erhalten, daher gebe es auch keinen "Plan B". Im Falle einer massiven Kostensteigerung müsse man allerdings Stopp sagen. Braun fühlte sich von der Politik im Stich gelassen und verwies auf fehlende finanzieller Unterstützung, obwohl der Schwimmunterricht im Bildungsplan stehe.

Clemens Welle (SPD) wies darauf hin, dass Landesjustizminister Guido Wolf, der auch für Tourismus zuständig ist, diese Woche im Tal weile. Die Bürger sollten diese Gelegenheit nutzen, ihm ihre Anliegen deutlich zu machen. Stefan Ursprung sagte: "Die FBV steht zur Sanierung, aber nicht um jeden Preis." Er brachte die Reaktivierung des Lehrschwimmbeckens an der Obertäler Schule ins Spiel, worüber die meisten Anwesenden mit Unverständnis reagierten

"Die Bürger werden für das Bühlot-Bad kämpfen, am besten mit dem Gemeinderat", beteuerte Erwin Kohla. "Es ist uns wichtig, dass der Bürgermeister und die Gemeinderäte sehen, dass wir uns interessieren und beteiligen wollen", ergänzte Ehefrau Petra.

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