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Einfach nur eine Herzenssache
Einfach nur eine Herzenssache
17.09.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Niemand kennt die Zahl der bisherigen Hilfstransporte so genau. Nur eines steht fest: Am Donnerstag kurz nach Mitternacht startet auf dem Gelände der Bühler Feuerwache ein weiterer Konvoi in die Bühler Partnerregion Kalarasch. Der Bühler Kommandant und Organisator Günter Dußmann schätzt, dass es seit 1991 zwischen 15 und 20 solcher Transporte bereits gab.

Es wird - wie immer - eine beschwerliche Reise, die über Budapest und quer durch Rumänien führt. Auf der rund 2 300 Kilometer langen Fahrt mit täglich 14 bis 16 Stunden Lenkzeiten sind nur zwei Übernachtungen vorgesehen. Die Ankunft in Kalarasch ist für Samstag um die Mittagszeit geplant.

Empfänger der Bühler Hilfsgüter sind einmal mehr die Feuerwehren, aber auch das Kranken- und Pflegeheim. Im Einzelnen werden auf den Weg gebracht: Zwei ausrangierte, aber voll ausgestattete und für moldawische Verhältnisse hoch moderne Feuerwehrfahrzeuge der Abteilungen Balzhofen und Oberweier. Dazu Einsatzkleidung wie Stiefel, ein Spreizer und ein Atemluftkompressor. Das Feuerwehrwesen, das die Bühler mit Gerätschaften und Schulungen nachhaltig unterstützen und aufbauen, steckt vor allem in den ländlichen 28 Gemeinden und 44 Ortschaften im 80 000 Einwohner zählenden Rayon weitgehend in den Kinderschuhen. Die beiden Bühler Einsatzfahrzeuge werden in Oniscani und Bravicea stationiert. Ihr Kommandant, der gerade erst zum Colonel beförderte Vasile Zaharia, erläuterte bei einem Pressegespräch gestern Vormittag bei den Bühler Kollegen, dass es im gesamten Rayon Kalarasch 24 hauptberufliche und 44 ehrenamtliche Feuerwehraktive gebe. Das Problem sind die weiten Entfernungen. Die Anfahrtszeit bei einem Einsatz in die weit entlegenen Dörfer betrage bis zu einer Stunde. Deshalb empfiehlt Dußmann als taktische Vorgehensweise den Aufbau und die Stärkung des Löschwesens im ländlichen Raum. Mit der Folge, dass die Kollegen von der Berufsfeuerwehr neidisch auf den Fuhrpark aus Bühl blicken würden. Früher war das Feuerwehrwesen in Moldawien militärisch organisiert.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr weiß aus eigener Anschauung, dass der Bedarf bezüglich Ausrüstung und Fuhrpark "riesengroß ist". Er weilte bereits sieben Mal in Kalarasch, zuletzt 2019 mit dem damaligen Landrat Jürgen Bäuerle. Ihm widerspricht auch der Colonel nicht, als er sagt: "Moldawien ist eines der ärmsten Länder in Europa. Sein Beigeordneter Wolfgang Jokerst nannte das Engagement als "Hilfe zur Selbsthilfe" und als Beitrag zum Aufbau einer Zivilgesellschaft. Deshalb befinden sich im Bühler Equipment auch Betten und Matratzen für das Pflegeheim in Kalarasch, die das Klinikum Mittelbaden zur Verfügung stellte. Weil die Türen im Pflegeheim zu klein sind, müssen die Betten vor Ort zerlegt und wieder zusammengeschraubt werden. Dußmann erwartet auch deshalb ein eng getaktetes Entwicklungshilfeprogramm.

Den Konvoi mit vier Fahrzeugen begleiten vier Bühler Feuerwehraktive (neben Dußmann sind das Rainer Jägel, Oliver Linz und Christian Stricker) sowie die beiden moldawischen Kollegen Vasile Zaharia und Gregory Efros. Dolmetschen wird Johann Schmidt, der am Freitag einfliegen wird. Auch für ein bisschen "Schmierstoff" für eine zügige Abfertigung am rumänisch-moldawischen Grenzübergang ist gesorgt: in Form von Kaffee.

Die Hilfsgüter sind bereits in einem nagelneuen Lkw verstaut, den das DRK zur Verfügung stellt. Josef Steinel, Vorsitzender des Fachausschusses Ehrenamtlicher Dienst, verspricht: "Wir werden die Hilfe nicht abreißen lassen. Die ist uns eine Herzenssache."

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