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Eiszeit für Straßen- und Betonbauer
19.11.2019 - 00:00 Uhr
Bühl/Schwarzwaldhochstraße (gero) - Es hat dann doch nicht gereicht. Die Sandstraße ist ihrem Ruf, ein unberechenbares Groschengrab zu sein, treu geblieben: Zum Leidwesen der Liftbetreiber auf Mehliskopf und Hundseck, des Langlaufcenters Herrenwies, der dortigen Bewohner, Schüler der Hundsbach, aber auch vieler Beschäftigter der Max-Grundig-Klinik wird die Landesstraße 83 in diesem Jahr nicht mehr durchgängig befahrbar sein.

Vor allem der Untergrund in der Wiedenfelsen-Kurve brachte den längst auf drei Kolonnen aufgestockten Bautrupp schier zur Verzweiflung. Hier musste die Straße vier Meter tief aufgerissen werden, um Bergwasser zu fassen und über Drainagen abzuleiten. Außerdem musste talseits eine Stützmauer komplett neu errichtet werden. Auf dem weiteren Abschnitt Richtung Sand galt es, acht Bauwerke mit großem Aufwand aufzubauen.

Erschwerend kam hinzu, dass die Wetterkapriolen im gesamten November mit Regen, Schnee, Frost und Wind den Straßen- und Betonbauern nicht gerade in die Karten spielten. Dennoch ist Polier Hans Wunsch stolz auf seine Truppe, die lediglich an drei Tagen eine Pause einlegen musste. "Da war Land unter, an Arbeiten überhaupt nicht zu denken", berichtet er. Die Baustelle stecke "voller Überraschungen", sei "höchst anspruchsvoll" und weiterhin unberechenbar.

Der Verzweiflung nahe sind er und seine hart gesottene, nahezu 30-köpfige Truppe gleichwohl nicht. Bis 23. Dezember soll, sofern nicht der Winter noch erbarmungslos zuschlägt, gearbeitet werden. Die Zeit drängt auch deshalb, weil auf der Eisbahn Wiedenfelsen am kommenden Samstag, 23. November, die Saison beginnt. Hoffnung ist in Sicht. Am 26. und 27. November ist der Einbau von zwei Asphaltschichten eingetaktet, sodass die Zufahrt über Bühlertal auf einer Schwarzdecke möglich sein wird.

Seit Freitag ist auf dem ehemaligen Steinbruchgelände die Eisproduktion in vollem Gange. Max Sator, Geschäftsführer der gleichnamigen Adventure GmbH, und Betriebsleiter Udo Schmöger können über mangelnde Nachfrage nicht klagen. Für die Alm- und Grillhütten liegen Buchungen aus dem gesamten Bundesland, aber auch aus Rheinland-Pfalz, Südhessen und sogar aus Nordrhein-Westfalen vor. Vor allem Firmenkunden, aber auch private Gruppen und Vereine lassen sich begeistern vom Kart-Fahren, Eisstockschießen und einer romantischen Fackelwanderung durch den verschneiten Winterwald, verbunden mit einem zünftigen Abendessen. Mit einer Fläche von 1 800 Quadratmetern ist der Wiedenfelsen die größte Kunsteisbahn im Ländle.

Gleichwohl: Ganz ohne Einbußen wird Max Sator nicht über den Winter kommen. Weil ÖPNV-Busse die Sandstraße nicht befahren können, haben bereits viele Schulen Termine absagen müssen. Es gilt damit die Durchhalteparole: "Wir machen das Beste daraus." Über die Weihnachtsferien ist die Bahn täglich von 10 bis 18 Uhr für den öffentlichen Eislaufbetrieb geöffnet, sonntags dürfen zudem von 8 bis 10 Uhr Eishockeycracks auf die Piste.

Ab 26. Februar, am Aschermittwoch also, ist auf der Eisbahn auch schon wieder alles vorbei. Kehraus. Schwer vorstellbar, dass an diesem Termin die Sandstraße wieder durchgängig befahrbar ist, zumal zwischen dem Wiedenfelsen und der B 500 neue Leitplanken auf einer Strecke von nahezu zwei Kilometern frisch in den harten Boden gebohrt und verankert werden müssen. Realistisch erscheint wohl eher ein Fertigstellungszeitpunkt mit Trag- und Binderschicht sowie Feindecke irgendwann im Frühling. Vorsorglich hat das Baureferat beim Regierungspräsidium Karlsruhe schon mal die Sanierung des Mittelteils, dem dritten und letzten Bauabschnitt, auf das Jahr 2021 verschoben.

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