Grünes Licht für Bauvoranfrage

An diesem Standort beim Plättig zeigt ein Karlsruher Ehepaar Interesse für eine Falknerei. Foto: Horcher

Schwarzwaldhochstraße/Bühlertal (eh) - Die Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald kommuniziert beständig: Neue Ideen und Projekte, welche die Schwarzwaldhochstraße touristisch beleben, werden gesucht. Im Bühlertäler Rathaus sind nun Pierre und Martina Kuhlmann vorstellig geworden, die interessiert sind, ihre Falknerei von Karlsruhe auf ein Grundstück beim Plättig zu verlegen. Einer Bauvoranfrage gab der Technische Ausschuss des Bühlertäler Gemeinderats einstimmig grünes Licht.

Der Standort liegt auf Gemarkung Bühlertal in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Hotel Plättig und an einem Wanderweg in Richtung Sand. Bauamtsleiter Norbert Graf erläuterte das Vorhaben. Der Interessent wollte bei seinem Gespräch im Rathaus klären, ob ein solches Projekt planungsrechtlich genehmigungsfähig sei.

Zum einen geht es um die Umnutzung von Wohnraum zu zwei Ferienwohnungen. Hinter dem Haus sollen am Waldrand zur angrenzenden Wiese 25 Volieren in Holzbauweise entstehen. Dort würden die Tiere der Falknerei gehalten, eine Voliere soll zur Auswilderung dienen. Außerdem wolle der Interessent zwei Pferde in einem Offenstall halten. Ein bereits vorhandener Holzschuppen soll hierfür genutzt werden.

Graf teilte ferner mit, dass die Naturschutzbehörde das Projekt positiv bewerte. Hingegen habe die Nationalparkverwaltung Bedenken geäußert, weil die Gefahr bestehe, dass sich Falken mit freilebenden Raubvögeln "vermischen" könnten.

Thomas Dobrzewski, Pressesprecher des Nationalparks, bestätigte auf BT-Nachfrage diese Bedenken. Es sei sinnvoll, dass dies im Vorfeld untersucht werde.

Das Bauamt Bühlertal griff den Einwand des Nationalparks auf. Einem möglichen Bauantrag der Falknerei macht es zur Auflage, ein entsprechendes Gutachten vorzulegen. Außerdem müssten 15 Parkplätze vorgehalten werden. Wie Stellplätze und Volieren gestaltet würden, müsse dann im Einzelnen abgestimmt werden, so Graf.

Bürgermeister Hans-Peter Braun und die Mitglieder des Technischen Ausschusses zeigten sich begeistert von der Projektidee und von möglichen Greifvögel-Vorführungen. Braun meinte: "Wir würden uns freuen, wenn sich die Falknerei am Plättig ansiedelt. Das wäre ein Gewinn. Es passt zum Nationalpark und zum Naturpark."

Flugvorführungen mit Greifvögeln sind bei der Karlsruher Falknerei, die in der Rintheimer Hauptstraße ihren Standort hat, bisher die Ausnahme. "Wir sind hier mit einer Fläche von unter einem Hektar mit unseren Möglichkeiten stark begrenzt.

Flugvorführungen sind daher nur ein Randthema", so Pierre Kuhlmann. Das Haupttätigkeitsfeld der Falknerei sei die fach- und tierschutzgerechte Vergrämung. Dabei gehe es überwiegend um Stadttauben, aber auch um Krähen und Möwen.

"Unsere Vogelabwehr, mit der wir bundesweit in Städten unterwegs sind, umfasst verschiedenste Methoden. Wir kennen die Tiere und die biologischen Zusammenhänge", so Kuhlmann. Der Plättig komme als möglicher neuer Betriebsstandort in Betracht. Da er und seine Frau im Badischen verwurzelt seien, würde man gerne in der Region bleiben.

zurück
1