Feinste literarische Kost

Können auch mit Großverlagen mithalten: Verena Scheidel und Manuel Wassmer mit ihren beiden Silbermedaillen zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Foto: Schweizer

Von Rose Schweizer

Bühl/Frankfurt - Schwarzwälder Tapas schmecken nicht nur gut, sie wurden nun auch versilbert. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse fand gestern die Auszeichnung der besten deutschsprachigen Kochbücher durch die Gastronomische Akademie Deutschland (GAD) statt. Gleich zweimal Silber ging an die Schwarzwälder Tapas-Autoren Verena Scheidel und Manuel Wassmer aus Bühl für ihre Kochbücher "Schwarzwälder Tapas" und "Schwarzwälder süße Minis".


"Wir können es kaum fassen, dass wir als einziger Eigenverlag bewiesen haben, mit den ganz Großen mithalten können", so Manuel Wassmer nach der Verleihung überglücklich.

Der jährlich stattfindende GAD-Wettbewerb ist einer der wichtigsten Branchentreffs mit den ersten Trends, der vor den Toren der Frankfurter Messehallen im festlichen Rahmen des Radisson Blue Hotels stattfindet. "Ausschlaggebend ist das feine Gespür der Verleger, immer wieder beste literarische Kost zu liefern, davon lebt unser literarischer Wettbewerb seit über 50 Jahren", wies Bernhard Böttel, Präsident der GAD, in seiner Eingangsrede hin.

Analysiert wurde auch der aktuelle Mega-Trend für die Warengruppe Essen und Trinken, der dieses Jahr zu allem Ganzheitlich-Nachhaltigen aus Garten, Wald und Wiese geht. "Der Kochbuch-Markt ist gesättigt, der Trend geht zu wertigen Büchern, für die der Leser auch tiefer in die Tasche greift", betonte der Koordinator und geschäftsführende Vorstand Hans G. Platz.

"Das Bekenntnis zur Heimat und die Wiederentdeckung des Heimatgefühls sind die stärksten Verkäufer in regionalen Büchern", bestätigt auch Manuel Wassmer für seinen Verkaufserfolg: "Wir haben den Heimatgedanken bis ins letzte Detail eines Rezeptes durchdacht und umgesetzt, aber nicht mit den Traditionen gebrochen." Es gehe um die Liebe auf den ersten Blick, die später beim Nachkochen durch den Magen gehen soll.

Genau diesen Ansatz honoriert die Jury und filtert aus dem Kosmos tausender Genussbücher jedes Jahr rund einhundert für den Wettbewerb heraus. Etwa die Hälfte der Bücher erhält Gold und Silber.

Es sind die Besten. Bücher, die eine Augenweide sind, Fotos, die die Leidenschaft des Kochens ins rechte Licht rücken, vom hippen Streetfood (AT Verlag) bis hin zum einfachen Stullenbuch (Gräfe und Unzer), von "Buchmachern" hervorragend umgesetzt - für Nachkocher und Anfänger.

Den gleichen Regeln folgen die Schwarzwälder Tapas und süßen Minis. "Für jeden ist etwas dabei, die Rezepte sprühen vor Kreativität und stecken voller Überraschungen", schreibt die GAD in ihrer Begründung.

"Unsere Bücher sind von Praktikern für Praktiker gemacht", sagen die beiden Bühler und sind damit gewissermaßen das Highlight der diesjährigen Auszeichnung: zwei Autodidakten unter lauter Profis.

Der nächste, dann 52. Literarische Wettbewerb, befindet sich bereits in Vorbereitung und startet im Herbst 2017. Auch für diese Preisvergabe wurde das dritte Kochbuch, die "Schwarzwälder Tapas2", mit Weinempfehlungen von Natalie Lumpp ins Rennen geschickt.

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