Neue Herausforderung in Bayern

Von Bühl in die Nähe Münchens: Auf Musikschulleiter Bernd Kölmel wartet eine neue berufliche Aufgabe.  Foto: Eiermann

Von Joachim Eiermann

Bühl - Schlagzeug- und Percussionunterricht zu geben, gehört zum Job des Bühler Musikschulleiters Bernd Kölmel. Einem Paukenschlag gleicht seine Entscheidung, die städtische Einrichtung zu verlassen. Am 1. April wartet auf den 54-jährigen Durmersheimer eine neue Herausforderung: Er wird die Leitung der Musikschule Vaterstetten in Bayern übernehmen.

"Persönliche Gründe", sagt Kölmel, haben den Ausschlag gegeben, sich neu zu orientieren. "Das ist mir nicht leicht gefallen." Schließlich habe er sich in Bühl in all den Jahren ein Netzwerk mit vielen Freundschaften geschaffen und einiges auf die Beine gestellt. Gleichwohl: "Es reizt mich, etwas Neues aufzubauen." Von Kölmel wird erwartet, die Musikschule Vaterstetten als bildungs- und kulturpolitisches Aushängeschild der Region aufzustellen. Vaterstetten liegt im Osten von München, gewissermaßen im "Speckgürtel" der Metropole. Die dortige Musikschule wird von sechs Kommunen getragen, ist als Verein organisiert und zählt rund 1250 Unterrichtsteilnehmer. "Da gibt es noch einiges an Entwicklungspotenzial", blickt Kölmel einer "spannenden Aufgabe" entgegen.

Bis es in knapp vier Monaten so weit ist, will er sich in Bühl weiterhin voll einbringen. "Meine ganze Kraft und Energie werde ich für die Jahresplanung und Projekte unserer Musikschule sowie für die Big Band Brass & Fun geben." So sind vor seinem Wechsel nach Bayern an wichtigen Veranstaltungen noch ein Jazzlight-Konzert der städtischen Big Band mit einem prominenten Gast und ein Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Musikschul-Trägervereins geplant. Als Jubiläumsgast sähe Kölmel gerne Marc Marshall in Bühl.

Die Stadt Bühl wird nach BT-Informationen die freiwerdende Stelle ab 1. März ausschreiben. Kölmel will seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin möglichst noch einarbeiten - bis zum Beginn der Osterferien stünden dafür drei Wochen zur Verfügung. Die Bühler Musikschule zählt derzeit 16 fest angestellte Lehrer (davon drei in Vollzeit) sowie 17 Honorarkräfte, die knapp 1100 Schüler unterrichten. Zwei Teilzeitkräfte arbeiten in der Verwaltung der Schule.

Die Tätigkeit in Bühl habe ihn in seiner Entwicklung sehr geprägt, blickt Bernd Kölmel "total dankbar" zurück. Aus den Reihen zahlreicher Unterstützer hebt er einen besonders hervor: den früheren OB Hans Striebel. "Ohne ihn hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, mich so entfalten zu können." Vom gegenseitig guten Vertrauensverhältnis hatte auch der Blasmusikbezirk Yburg-Windeck profitiert, dem Striebel seinerzeit vorsaß. Kölmel amtierte von 1993 bis 1998 als Bezirks- und Bezirksjugenddirigent und erneuerte das musikalische Repertoire. Die Jugendarbeit des Bezirks, davon ist Kölmel überzeugt, sei bis heute die am besten aufgestellteste in Mittelbaden. Neun Jahre lang dirigierte er außerdem die Kappelwindeck-Musikanten.

Ohne Kölmels Vorliebe für den Jazz gäbe es wohl kein Jazztival in Bühl. Das zehnte liegt gerade vier Wochen zurück, es war das bislang erfolgreichste. Der Organisator wünscht sich, dass das Festival auch ohne ihn weiterlebe, zumal viele zusätzlich gewonnene Sponsoren dafür eine "gute Grundlage" böten. Die Mitglieder der von Kölmel geleiteten Big Band Brass & Fun erfuhren am Sonntag beim Konzert in Neusatz vom bevorstehenden Weggang. Es sei sein "größter Wunsch", dass die Big Band auch weiterhin bestehen bleibe und "jemand anders in die Bresche springt".

OB Hubert Schnurr bedauerte gestern in einer kurzen Erklärung den Abschied Kölmels und dankte ihm für die mehr als 30-jährige Zusammenarbeit. "Wir respektieren die Entscheidung, dass er uns aus privaten Gründen verlässt, und wünschen ihm für seine neue Aufgabe alles Gute."

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