Nur der Schriftzug "Blaue Königin" bleibt erhalten

Nur der Schriftzug 'Blaue Königin' bleibt erhalten

Bühl (sie) - Der Abrissbagger hat ganze Arbeit geleistet: Innerhalb weniger Tage hat er die "Blaue Königin" dem Erdboden gleichgemacht. Der Anblick offenbart die Dimensionen des Grundstücks in der Karl-Reinfried-Straße. Hinter dem ehemaligen Kino erstreckt sich eine größere Grünfläche. Genug Platz für eine umfangreiche Bebauung, die im Sommer beginnen soll.

Wie berichtet, plant die Acherner Gesellschaft Wilhelm Projektentwicklung, auf dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück zwei Stadthäuser zu errichten. Insgesamt sollen dort bis Ende kommenden Jahres 32 Wohnungen entstehen. Die Abrissarbeiten hatten am 3. Mai begonnen, kurz nachdem die Baugenehmigung für das Projekt vorlag. Der Baustart ist für Juli oder August vorgesehen. Auf jeweils fünf Etagen verfügen die geplanten Häuser über 14 beziehungsweise 18 Wohnungen mit einer Größe zwischen 49 und 147 Quadratmetern. Von der gemeinsamen Tiefgarage mit 40 Stellplätzen sind die Einheiten per Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen. Christian Wilhelm, Geschäftsführer der Investorengesellschaft, ist überzeugt von dem Konzept: "Wir bauen keinen Standard, wir erstellen Werte. Das gibt für Bühl eine einmalige Sache." Sein Unternehmen setze auf hohe Energiestandards und einen anspruchsvollen Innenausbau. Einzigartig mache das Projekt eine Kooperation mit dem benachbarten Veronikaheim. Dort können die Bewohner bei Bedarf Pflegedienstleistungen einkaufen und so ihren Alltag bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden bestreiten. Das ist allerdings kein Muss. Bei der Vermarktung sollen laut Wilhelm alle Altersgruppen angesprochen werden.

In einer auffälligen Fassadengestaltung soll sich die Kino-Geschichte des Areals widerspiegeln. So wurde vor dem Abriss der markante Schriftzug "Blaue Königin" in Sicherheit gebracht, der das Vordach des Lichtspielhauses zierte. Die neuen Eigentümer haben ihn von Kinobetreiber Uwe Bauer erworben, um damit die Frontseite einer der Neubauten zu schmücken. Außerdem gestaltet Thomas Glaser mit zwei Wandgemälden der "Blauen Königin" die Seitenfassaden. Der Künstler hatte in dem Kino in den vergangenen Monaten eine Ausstellung präsentiert. Auch die weitere farbliche Gestaltung mit Blau- und Goldtönen soll ans Kino erinnern. Das Blau steht für die Zwetschge, das Gold für die Krone der Königin.

Die Geschichte des Kinos war am 30. Juni zu Ende gegangen. Wegen sinkender Umsätze und immer größeren Auflagen der Filmstudios hatte Betreiber Bauer keine Zukunft für das kleine Haus mit nur einem Saal gesehen. Am 30. Juni fiel schließlich die letzte Klappe mit dem Film "Ich und meine Frau", mit dem das Lichtspieltheater 1953 auch eröffnet worden war.

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