"Windeck-Kapitän" geht von Bord

Oberstudiendirektor Bruno Bangert geht in den Ruhestand. Vor acht Jahren hat der heute 64-Jährige die Leitung des Bühler Gymnasiums übernommen. Foto: Fischer

Bühl (efi) - Der erste Jahrgang, den Bruno Bangert 2010 als neuer Schulleiter des Windeck-Gymnasiums eingeschult hatte, wurde vor zwei Wochen bei der Abifeier mit guten Wünschen für die Zukunft verabschiedet. Jetzt geht der "Kapitän" selbst von Bord. Nach mehr als 40 Jahren im Dienst naht für den Germanisten und Theologen der letzte Schultag.

Vor acht Jahren übernahm Bangert die Nachfolge von Hans-Jürgen Schäfer, der ihm alles bestens bestellt und organisiert hinterlassen habe, erinnert sich der 64-Jährige. "Man hat es mir leicht gemacht und mich willkommen geheißen".

Dass am Ende seiner Amtszeit der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung für die Sanierung des Ostflügels der Schule getroffen hat, freut ihn. Obwohl er einst geträumt hatte, dass "der Rohbau schon bei meiner Verabschiedung steht", macht ihn das Ergebnis "sehr zufrieden". "Auch ich habe diese Lösung favorisiert", sagt der scheidende Rektor. "Das wird eine richtig gute Sache für alle Beteiligten", wünscht er der Schule und seinem Nachfolger beziehungsweise seiner Nachfolgerin Räumlichkeiten, die alle Anforderungen an einen modernen Unterricht erfüllen.

Mit Containern in der Übergangszeit hat das "Windeck" bereits Erfahrungen gemacht. Unter Bangerts Ägide wurden 2011/2012 die Verwaltungsräume und das Lehrerzimmer umgebaut und erweitert. Froh macht ihn im Rückblick die Öffnung der Bibliothek zu einer "Mediathek" als Zentrum der Ganztagsbetreuung. Ebenfalls in seine Amtszeit fiel die Aktion "Flügel für Bühl" gemeinsam mit dem Förderverein und der städtischen Musikschule. Positiv entwickelt habe sich der wiederbelebte Schüleraustausch mit Villefranche sowie die neu aufgenommenen Beziehungen mit Schulen in Vilafranca und Straßburg.

Für kommende Herausforderungen sieht Bangert das "Windeck", das in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen feiert, bestens aufgestellt. Glücklich ist er darüber, dass das Bühler Gymnasium mit zurzeit rund 870 Schülern und knapp 90 Lehrern neben den mathematischen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erhält. Zum Schuljahr 2018/19 wird ein Sportprofil eingerichtet.

In die Zukunft gerichtet ist auch das Pilotprojekt mit der Karlsruher Fakultät für Elektro- und Informationstechnik im Bereich der Sensortechnik. Vorangetrieben werden zwei weitere Schwerpunkte: Die Zertifizierung als MINT-freundliche Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Aufnahme in das Netzwerk Unesco-Schule. "Von Anfang an sehr wichtig war die Unterstützung Benachteiligter", sagt Bangert. Dafür steht neben "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auch die Gruppe "Windeck weltoffen", die sich für Flüchtlinge einsetzt. Stolz könne die Schule auf die Referendarausbildung sein, für die sie einen sehr guten Ruf genieße, unterstreicht er. Dem "Windeck" wünscht er "alles Gute im umfassenden Sinn, ein Kollegium, das so stark engagiert bleibt und Schüler, die gerne lernen".

Mit dem Ruhestand wird sich für den 64-jährigen Bietigheimer und seine Frau auch der Lebensmittelpunkt verändern. Das Ehepaar bereitet seinen Umzug ins Schwäbische vor. In der Nähe einer der Töchter bei Herrenberg wird es das neue Domizil aufschlagen. Groß ist die Freude, mehr Zeit zu haben - für die sechs Kinder, drei Enkel und größere Reisen. "Ich bin gespannt, was das Leben noch zu bieten hat." Bangert wird am kommenden Montag mit einer Feier in der Mensa offiziell verabschiedet.

zurück
1