Bald keine Eschen mehr im Bühler Wald

Bald keine Eschen mehr im Bühler Wald

Von Marvin Lauser

Bühl - Trotz Borkenkäferproblematik, Eschentriebsterben und seit drei Jahren sinkenden Durchschnittserlösen bei Nadelstammholz erhielt der städtische Forstbetrieb in der Sitzung des Wald-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses am Montagabend viel Lob und Anerkennung.

Stadtrat Franz Fallert (Freie Wähler) lobte die "hervorragende Arbeit" des Forstbetriebs und war sich mit seiner SPD-Stadtratskollegin Barbara Becker einig, dass man diese gar nicht in Geld aufwiegen könne. Im Friedrichsbau präsentierte Kay Karius, Bezirksleiter Bühl des Kreisforstamts Rastatt, den Jahresabschlussbericht 2017 sowie den Nutzungs- und Bewirtschaftungsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2019.

Das reine Betriebsergebnis (ohne Umlagen) 2017 sei mit 63 000 Euro nur leicht im Defizit und daher "weitgehend planmäßig und erfolgreich gelaufen", so Karius. Das Ergebnis war somit weit besser als der Plan, der mit einem Minus von 113 000 Euro kalkuliert worden war. Im Vergleich zum Vorjahr, das mit einem Defizit von 40 000 Euro abgeschlossen wurde, habe es sich nur unwesentlich verändert.

Beim Holzeinschlag sei es "schwierig, das Erlösniveau zu halten", da der Netto-Durchschnittserlös für Nadelstammholz weiter rückläufig sei. 2015 betrug der Preis pro Festmeter noch 85 Euro, er ist seitdem auf nunmehr 74 Euro zurückgegangen. Als Gründe dafür führte Karius unter anderem "eine wählerische Industrie" an, da starkes Holz und Palettenholz momentan weniger gefragt seien. Der in diesem Sommer weit verbreitete Borkenkäfer sowie ein tiefer Heizölpreis hätten für einen Rückgang beim Holzverkauf gesorgt.

Zum Eschentriebsterben sagte Karius, dass man davon ausgehen müsse, dass in den nächsten drei, vier Jahren fast keine Eschen mehr im Wald stehen werden, da immer noch keine Forschungsergebnisse mit konkreten Lösungsansätzen zum Pilzbefall vorlägen. Auch deshalb arbeite man nun mit dem Aueninstitut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zusammen. Ziel des Forschungsprojekts sei es, eine Strategie zu erarbeiten, wie man die Auenwälder in Zukunft nutzen könne. Auf zwei je ein Hektar großen, vom Eschentriebsterben bedrohten Flächen werden exotische oder heimische, sehr resistente Arten getestet.

Barbara Becker freute sich, dass Bühl in die Forschung eingestiegen sei und beglückwünschte Ausbildungsleiter Norbert Peter zu zwei im Jahr 2017 erfolgreich abgeschlossenen Abschlussprüfungen seiner Auszubildenden sowie den rege nachgefragten Praktikumsplätzen.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr verwies darauf, dass Bühl mit Rastatt zusammen die einzige Ausbildungsstelle für Forstwirte im Landkreis sei.

Die Stadt setzt ihre Forstarbeiter im Winter, wenn eine Arbeit aufgrund von Schneefall nicht mehr möglich ist, künftig in anderen Bereichen ein. Damit müssen sich diese künftig nicht mehr beim Arbeitsamt als arbeitslos melden. Stadtrat Hubert Oberle (CDU) kritisierte, dass dadurch die Erholungszeit der Waldarbeiter abnehme.

Karius konnte auch die Sorgen einiger Bühler entkräften, die sich an Yvonne Zick (FW) mit der Frage gewandt hatten, ob Borkenkäfer auch Obstbäume befallen. Buchdrucker und Kupferstecher, wie die Schädlinge auch heißen, befallen demnach aber nur stehende Fichten.

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