"Der Wochenmarkt ist wieder zuhause"

'Der Wochenmarkt ist wieder zuhause'

Bühl (gero) - Es war eine stürmische Rückkehr der Bühler Wochenmarktbeschicker am Samstag: Nieselregen, Temperaturen bei nasskalten vier Grad, und um Rathaus und Kirche pfiff ein schneidiger, unangenehmer Wind. Aber das Wetter passte zu den turbulenten Zeiten in den vergangenen zwölf Monaten zwischen der Stadtverwaltung und den Händlern. Am Ende war sich das Gros der Kunden einig: Der Wochenmarkt ist wieder an seinem angestammten Platz - dem Marktplatz eben.



Das Ordnungsamt hatte im Vorfeld alles unternommen, um die Erzeuger und Kunden bei Laune zu halten und die Rückkehr vom Europaplatz so schmackhaft und angenehm wie möglich zu machen, allen voran Andreas Bohnert, Abteilungsleiter des Ordnungsamts, und Marktmeister Edgar Jäger.

Einigen Händlern konnte der Neustart gar nicht früh genug sein; sie bauten ihre Stände bereits um 5.45 Uhr auf. Deren Anordnung erfolgte in leicht modifizierter Form entlang der Gebäudefronten mit schnelleren Zu-, Abfahrts- und Entlademöglichkeiten.

Schon die Begrüßung war ganz nach dem Geschmack der Beschicker: Die Metzgerei Zuber hieß sie alle mit Fleischkäse und Weck willkommen. Und die Stadt sorgte - den Temperaturen entsprechend - für die innere Wärme: mit kostenlosem Glühwein, den Brigitte Zink und Daniela Steurer kredenzten.

Um 10 Uhr erschien auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr beim Unterstand der städtischen Forstabteilung auf dem Marktplatz und meinte: "Ich bin froh, dass der Markt zurück an seinem angestammten Platz ist. Er ist ein wichtiges, belebendes Element für die Innenstadt. Wir werden noch Optimierungen vornehmen, um die Aufenthaltsqualität weiter zu verbessern."

Auch Andreas Bohnert war mit der Besucherfrequenz um diese Uhrzeit bei widrigsten Verhältnissen "angenehm überrascht". Nach der Neugestaltung beider Plätze stehen rund 20 Prozent mehr Fläche zur Verfügung, die sich nun bis zum Narrenbrunnen ausdehnt. Die relativ große Resonanz führt er auch auf das "treue Stammpublikum" zurück, über das die Händler verfügen. Außerdem lägen Märkte mit regionalen, saisonalen Produkten "voll im Trend".

Erwin Knosp, zweimaliger deutscher Meister im Freistil-Ringen aus Urloffen, der den Stand von seiner Mutter übernommen hat, gibt sich zuversichtlich: "Das wird sich einspielen."

Frischer Wind macht den Kopf frei

Georg Seipel kommt seit 1983 auf den Bühler Wochenmarkt und hat Obst und Gemüse im Angebot. Jeder der beiden Standorte habe Vor- und Nachteile. Leicht amüsiert berichtet er von einem Gespräch mit einer Kundin, Jetzt wisse sie endlich, was sie die letzten zwölf Monate vermisst habe: den Wind. Ein dickes Kompliment hat er für Edgar Jäger parat: "Wir werden von ihm sehr gut betreut, er hat das alles wunderbar hingekriegt."

Ottmar Serrer, ein bekennender Sympathisant des Europaplatz-Standorts, räumt gerne ein: Ich bin zufrieden, der Platz ist besser und großzügiger als ich mir das vorgestellt habe. Jessika Heitzler kann das nur unterstreichen: "Passt schon!"

Unter den Gästen haben sich auch Enrico und Silvia Kasubek gemischt. Die Eisentäler werden ab kommenden Samstag auf dem Kirchplatz mit "Ricos rollende Küche" vertreten sein: mit Würsten auf dem Grill, Schnitzel im Fladenbrot, Salaten und hausgemachten Suppen. Bislang sind sie mit ihrem Imbiss in Vimbuch und Sasbach vertreten und freuen sich schon auf den neuen Standort. Der Bühler Wochenmarkt, ist sich Edgar Jäger sicher, "verträgt einen zweiten Imbiss."

Auch FDP-Fraktionssprecher Lutz Jäckel schaut sich um. Dem Gebläse von Tief "Donald" gewinnt er eine ausschließlich positive Seite ab: "Das macht den Kopf frei." Für seinen SPD-Kollegen Peter Hirn war die Standort-Frage nie ein Thema: "Der Markt ist endlich wieder zuhause!"

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