Breiten Konsens angestrebt

Breiten Konsens angestrebt

Bühl (j o) - Mit 13,5 Hektar Fläche wird es das größte aller Bühler Sanierungsgebiete: Im Bereich "Südlicher Stadteingang" sollen, wenn alles gut läuft, bereits im Lauf des kommenden Jahres erste denkbare Projekte gestartet werden. OB Hubert Schnurr rechnet mit einer Aufnahme ins nächste Landessanierungsprogramm, verbunden mit der Bewilligung staatlicher Fördergelder in der Größenordnung von etwa 2,5 Millionen Euro für öffentliche wie private Bauvorhaben. Laufzeit: voraussichtlich acht Jahre mit der Option auf Verlängerung.

Bevor es soweit ist, sind Grundstückseigentümer, Mieter und Gewerbetreibende im "Südlichen Stadteingang" gefragt. "Wir wollen einen breiten Konsens finden, in welche Richtung wir gemeinsam das Quartier entwickeln wollen", betont das Stadtoberhaupt. Jedes gute Konzept lebe auch von den Akteuren vor Ort. Deshalb sei es wichtig, "dass sich möglichst viele beteiligen", wirbt der OB. Die Bürger sollen von Beginn an in die Planungen einbezogen werden. Schon in Kürze werden Fragebögen verschickt.

Mit seinem Beschluss, vorbereitende Untersuchungen einzuleiten, hatte der Gemeinderat den Grundstein für das neue Sanierungsgebiet gelegt (das BT berichtete). Der "Südliche Stadteingang" ist das achte Sanierungsgebiet seit 1981, als mit dem "Alten Stadtkern" (noch unter OB Ulrich Wendt) der Startschuss gegeben wurde.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH aus Ludwigsburg ist mit der Ausarbeitung der Konzeption und Bearbeitung der vorbereitenden Untersuchungen beauftragt. Diese sind Voraussetzung, um einen Antrag stellen zu können. Ergänzend hierzu wird ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt. Nach Abschluss des Projekts "Klimopass" beantragt die Stadt zudem Fördermittel aus dem Programm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung". Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, erläutert: "Dabei nimmt neben der baulichen Nachverdichtung auch die Grünentwicklung einer Stadt Bedeutung ein." Nach ersten Begehungen des Gebiets seien vorläufige Sanierungsziele formuliert. "Diese werden nun im Verlauf der vorbereitenden Untersuchungen auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft."

Für die Betroffenen im Untersuchungsgebiet bereitet die Stadt verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung vor. Kommende Woche "flattert" Bewohnern und Gewerbetreibenden ein umfangreicher Fragebogen in die Briefkästen. "Dieser stellt die Grundlage für ergänzende Erhebungen der aktuellen Wohnungs- und Gebäudesituation und der von den Eigentümern geplanten Maßnahmen dar", schildert die Stadtentwicklerin. So könnten Missstände und Beeinträchtigungen im Gebiet konkretisiert, die Notwendigkeit von Sanierungen stichhaltig begründet und die Mitwirkungsbereitschaft abgefragt werden. Bis zum 7. Juni haben die angeschriebenen Bürger Zeit, ihre Einlassungen an die Stadtverwaltung zurückzusenden. Parallel dazu besteht die Möglichkeit, den Fragebogen auch online auszufüllen.

Im Anschluss an die Umfrage ist für Mittwoch, 3. Juli, 18.30 Uhr, eine "Bürgerwerkstatt" geplant. Hierbei sollen im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts gemeinsame Vorstellungen zur Quartierentwicklung erarbeitet werden. Nach der Sommerpause wird sich der Gemeinderat in einer Klausurtagung dem künftigen Sanierungsgebiet widmen, um in einer Sitzung am 23. Oktober darüber zu beschließen. "Bis 31. Oktober müssen wir den Antrag gestellt haben", so der OB.

zurück
1