Statt gebratener Ente künftig Döner

Statt gebratener Ente künftig Döner

Von Holger Siebnich

Bühl - Im Bühler Bahnhofslokal blieb in den vergangenen vier Jahren die Küche kalt. Damals war der Pächter, ein Asia-Restaurant, in die Hauptstraße umgezogen. Seitdem waren die Räumlichkeiten im Südflügel des Gebäudes verwaist. Doch derzeit laufen Sanierungsarbeiten. Die Wiederöffnung ist für den 1. August geplant. Das Angebot bleibt international.


Eine Bahnsprecherin bestätigte auf BT-Anfrage, dass es einen neuen Pächter für das Lokal gebe. Dieser wolle dort Gerichte wie Döner und Pizza anbieten. Über die Dauer des Pachtvertrags machte die Sprecherin keine Angaben.

Bereits im Jahr 2017 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es Gespräche mit einem Interessenten gebe. Die Wiedereröffnung sei für 2018 geplant. Dass sich der Leerstand nun doch vier Jahre hinzog, begründet die Sprecherin in erster Linie mit geänderten Brandschutzvorgaben. So habe die Decke ertüchtigt werden müssen, um einen potenziellen Brandüberschlag zu verhindern. Derzeit laufe die komplette Sanierung der Innenräume, inklusive neuer Boden- und Wandbeläge, neuer Heizkörper und einer neuen Küche. Eine Nachfrage zur Höhe der Gesamtinvestition ließ die Sprecherin unbeantwortet.

Die letzte größere Maßnahme der Bahn an dem Gebäude liegt bereits mehr als sieben Jahre zurück. Nach einem dreimonatigen Umbau eröffnete damals das komplett umgekrempelte Empfangsgebäude wieder. Der alte Verkaufsschalter mit dicker Scheibe wich einem offenen Reisezentrum, außerdem gibt es dort seitdem eine Bäckereifiliale, so dass sich die Reisenden in den vergangenen Jahren auch ohne Gaststätte verpflegen konnten. Der Konzern investierte damals 200 000 Euro in den Standort.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr äußerte sich bei der Eröffnung froh über das Engagement der Bahn, wies aber auch auf offene Wünsche seitens der Stadtverwaltung hin. So bemängelte er eine fehlende WC-Anlage. Ein Manko, das bis heute besteht und bei dem sich der Konzern nicht in der Pflicht sieht, weil Bühl kein Umsteigebahnhof ist. Deshalb müssen Bahnkunden, die ein dringendes Bedürfnis verspüren, die Toiletten am Zentralen Omnibusbahnhof aufsuchen.

Es hätte vor ein paar Jahren aber auch ganz anders kommen können - und Bühl stünde jetzt ohne öffentlichen Bahnhof da. Bevor der Konzern sich dazu durchrang, das bislang letzte Sanierungsprogramm anzugehen, wollten sich die Verantwortlichen von dem Gebäude trennen und suchten einen Käufer. Doch dann schwenkte das Unternehmen um und nahm doch Geld für eine Modernisierung im Inneren in die Hand.

Die Fassade wurde allerdings schon seit langer Zeit nicht ertüchtigt. Dass auch die Gaststättenwiederöffnung ohne Außenrenovierung vonstattengeht, hängt eventuell mit einer ungeplanten Großinvestition zusammen, die vor vier Jahren notwendig wurde. Ende 2015 stellte die Bahn das neue Dach an Gleis 2 fertig. Die 115 Meter lange Konstruktion ging ins Geld: Rund 1,7 Millionen Euro musste der Konzern dafür berappen.

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