"Ordentliche Arbeit gemacht"

'Ordentliche Arbeit gemacht'

Bühl (gero) - Stühlerücken in der Bezirksleitung Bühl des Kreisforstamts Rastatt: Landrat Toni Huber verabschiedete am Montagnachmittag den bisherigen Bühler Dienstleiter Kay Karius in den Ruhestand und stellte den Mitarbeitern dessen Nachfolger, Forstdirektor Clemens Erbacher, vor. Er wird seinen Dienst zu Jahresbeginn 2020 antreten.

Nach den vielen Lobeshymnen bei den Waldbegehungen in Bühl und Ottersweier auf Karius sorgte der Landrat nun für das endgültige Arbeitsende, indem er die "Ruhestandsurkunde", ausgestellt von Landwirtschaftsminister Peter Hauk, aushändigte. Huber attestierte Karius, dass ihm der Kommunalwald "ein besonderes Anliegen" gewesen sei. Die Bürger- und Oberbürgermeister sowie die Gemeinderäte seien mit seiner Arbeit "hochzufrieden" gewesen und hätten seinen "fachkundigen Rat sehr geschätzt". Das gelte auch für seine Funktion als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter.

Bewährt habe sich der Forstmann vor allem nach dem Jahrhundertorkan "Lothar", dessen Bewältigung "viel Kraft und Anstrengung" gekostet habe, sowie aktuell der Klimawandel mit den bereits sichtbaren Folgen in den Auewäldern. Einschneidend sei auch die Verwaltungsreform 2005 mit dem einhergehenden Eingliederung der Forstämter in die Landratsämter und der Behördenleitung gewesen. Inzwischen, so Huber, "haben aber alle ihren Frieden gefunden".

Kay Karius bedankte sich in der ihm eigenen bescheidenen Art: "Ich glaube, wir haben eine ordentliche Arbeit gemacht. Dazu habe ein "tolles Team" beigetragen. Schmunzelnd fügte er an: "Die nächste Reform bleibt mir erspart - dank der frühen Geburt."

Landesforstpräsident Max Reger hatte bei der Bühler Waldbegehung Karius als einen der drei wichtigsten, strategisch denkenden Köpfen der baden-württembergischen Forstverwaltung bezeichnet. Er habe naturnahe Waldwirtschaft vorgelebt und umgesetzt. Dabei sei er "kein Lautsprecher, sondern stets ein besonnener und abwägender Kollege" gewesen. Regers Fazit: "Sie haben das toll gemacht!"

Bei der Einführung von Clemens Erbacher erwähnte der Landrat auch, dass die Zukunft der Bühler Forstbezirksleitung auf der Kippe stand. Hintergrund ist die Forstneuorganisation zum 1. Januar 2020. Eine neu gegründete Anstalt des öffentlichen Rechts übernimmt dann die Verwaltung und Bewirtschaftung des Staatswaldes. Damit musste der Landkreis Stellen des höhren Forstdienstes an das Land abtreten. Mit der Personalrochade innerhalb des Kreisforstamts konnten Schließungen von Außenstellen vermieden, dafür "kurze Wege und hohe Bürgerfreundlichkeit gewährleistet" werden. Huber zeigte sich überzeugt, dass Erbacher an seinem künftigen Arbeitsplatz in Bühl von den kommunalen Waldbesitzern "mit offenen Armen empfangen wird". Der von ihm bislang betreute Wald in den Rastatter Rheinauen werde künftig Kreisforstamtsleiter Thomas Nissen übernehmen.

Der Landrat wünschte Erbacher ein glückliches Händchen bei der Bewältigung schwieriger Aufgaben als Folge von Dürresommern, Klimawandel, Borkenkäferplage, Baumsterben und eines "angeschlagenen Holzmarktes". Die Hoffnungen würden darauf beruhen, dass die Notfall- und Masterpläne von Bund und Land "möglichst bald greifen".

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