Viel Herzblut im Spiel

Viel Herzblut im Spiel

Bühl (gero) - Die energetische Kernsanierung der Bühler Sparkassenzentrale in der Eisenbahnstraße mit dem unaufgeregten Arbeitstitel "Revitalisierung" liegt voll im Kosten- und Zeitplan. 56 Prozent der Einzelgewerke sind bereits vergeben. Zum Jahresende 2020 können 100 Sparkässler ihre neuen Büros beziehen.

Das Sparkassenprojekt ist bei einem Finanzvolumen von 16 Millionen Euro die derzeit größte Hochbaustelle in der Stadt: "Wir haben Lust auf die Zukunft und glauben an die Zukunft", lässt sich Vorstandsvorsitzender Frank König gerne vernehmen. Aber auch die angespannte Finanzmarktsituation mit Null- und Negativzinsen, ausgelöst durch die Europäische Zentralbank, hat die Entscheidung erleichtert. Dazu König: "Bei der derzeitigen Zinssituation ist es das einzig Richtige, in das eigene Unternehmen zu investieren."

Profitieren werden aber nicht nur die Mitarbeiter und Kunden des Geldinstituts, sondern auch die Allgemeinheit. Mit künftig zwei gleichgestellten Eingängen wird eine Sicht- und fußläufige, barrierefreie Besucherachse zwischen dem Stadtgarten und dem Bürgerhaus geschaffen. An der Nordseite soll die ebenerdige Anbindung an den Sparkassenplatz einen Mosaikstein zum Campus-Gelände darstellen. Aber auch die Südseite zur Eisenbahnstraße wird mehr Aufenthaltsqualität erfahren.

Architekt Michael Schönle (Planum) erwähnte die "nicht unerheblichen Herausforderungen", um das Haus mit dem "Charme" der 70er Jahre mit Waschbetonplatten und zugigen Alufenstern energetisch auf den Stand der Technik zu bringen und dabei auch architektonische Ausrufezeichen zu setzen. Ein Komplettabbruch stand ernsthaft nie zur Diskussion, weil die Grundstruktur flexible Nutzungsvarianten erlaubt. Schönle spricht Klartext: "Das wäre ökologisch ein Verbrechen gewesen."

Also haben die Bauhandwerker die Gebäudehülle de facto in einen Rohbauzustand zurückversetzt. Die Fassadengliederung wechselt von einer früheren horizontalen zu einer vertikalen Ausrichtung. Das Erd- und erste Obergeschoss werden sich künftig als "operative Dienstleistungszentrale" für gewerbliche und private Kunden präsentieren. Das Erdgeschoss mit einem auch künftig taghellen "Marktplatz" dank einer modifizierten Lichtkuppel soll außerhalb der Geschäftszeiten auch für Veranstaltungen nutzbar sein. Das zweite und dritte Obergeschoss ist für den "internen Bereich" reserviert.

König und sein Vorstandskollege Matthias Frietsch jedenfalls sind mit dem Baufortschritt und den Angeboten leistungsfähiger Unternehmen aus der Region hoch zufrieden: "Das läuft richtig gut. Preis und Qualität stimmen." Bereits eingebaut sind 460 Fenster - und das bodentief. Innen bestehen sie aus Weißtannenholz, geschlagen im Raum Freudenstadt, außen aus Aluminium. Momentan läuft der technische Ausbau. Dazu zählt auch der Einbau von drei Aufzügen. Noch in diesem Monat wird zudem die Lichtkuppel montiert und das Gebäude winterfest gemacht. Parallel wird die Ausschreibung für den Innenausbau vorangetrieben.

Bei der Gestaltung der Arbeitsplätze hat der Vorstand bewusst die Belegschaft involviert. Silvia Hörth (Marktmanagement) sprach von befruchtenden "Optimierungslösungen für Mitarbeiter und Kunden". Jürgen Meier, Leiter Organisation und Projektbegleiter seitens der Sparkasse, unterstrich die "logistische Herausforderung", die die Unterbringung von rund 100 Mitarbeitern im benachbarten Kundencenter sowie in umliegenden Filialen abverlangt. Er kann zu deren Zufriedenheit festhalten: "Die Interimslösung funktioniert." Und auch die Containerlösung mit Geldautomaten und Kontoausdruckern hat sich längst eingespielt.

Frank König vernimmt solche Frohbotschaften mit Genugtuung: "Das ist eine Gemeinschaftsleistung, in die sehr viel Herzblut einfließt." In gut einem Jahr wird dann der Zins ausbezahlt - in Form von neuen, hellen, attraktiven, klimatisierten und motivierenden Arbeitsplätzen.

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