Wiederaufbau ist abgeschlossen

Wiederaufbau ist abgeschlossen

Von Joachim Eiermann

Bühl - Es war kein Gipfelaufstieg, der den Bühler Bergsteiger Ralf Dujmovits dieser Tage nach Nepal führte, sondern ein "Riesenfest", wie er berichtet. Seine jüngste Reise ins Land der höchsten Berge der Welt stand unter einem sozialen Aspekt. Vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben sind alle 15 Schulen der Nepalhilfe Beilngries, die damals ganz oder teilweise zerstört wurden, wieder aufgebaut. Dies gab Anlass zu einer großen zentralen Feier im Ort Sangachok mit einem prominenten Gast: Nanda Bahadur Pun, Vizepräsident von Nepal, flog samt Bodyguards per Helikopter ein.

Eingestürzt war am 25. April 2015 auch die Gerlinde-und-Ralf-Schule in Thulosirubari, eine der insgesamt 24 Einrichtungen der Nepalhilfe. Das Ursprungsgebäude der von dem Bühler und seiner früheren Partnerin Gerlinde Kaltenbrunner initiierten und geförderten Secondary School, Bildungseinrichtung für benachteiligte Kinder und Jugendliche, stand nur sechs Jahre. Die beiden Top-Alpinisten, zur Zeit der Katastrophe am Mount Everest unterwegs, standen Tage später deprimiert vor den Trümmern. Dujmovits: "Wenn du dann plötzlich verspürst, dass man das Ding nur noch abreißen kann, fängst du einfach an zu heulen."

Viele Spenden aus Bühl und Umgebung

Den zwischenzeitlichen Wiederaufbau ermöglicht haben zahlreiche Spenden, darunter viele aus Bühl und Umgebung, von Privatleuten, Schulen und Unternehmen. Gesammelt wurde auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie bei einem Benefizkonzert mit den Rockbands Van Teichmann und Red Hot im Bürgerhaus Neuer Markt sowie bei vom Partnerkomitee Bühlertal-Faverges und Jürgen Brügel organisierten Benefizvorträgen mit Ralf Dujmovits.

Gerlinde Kaltenbrunner organisierte eine 24-Stunden-Wanderung in ihrer österreichischen Heimat in Spital am Pyhrn. Entstanden ist in vier Jahren - nach zunächst erheblichen Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und Transportlogistik - ein modernes zweistöckiges Schulgebäude, das neben Klassenzimmern auch mit Computer-, Physik- und Chemieraum ausgestattet ist. In diesem Jahr, erzählt Dujmovits, erhielt der Schulhof noch einen Plattenbelag.

Nachdem schon 2018 das neue Schulgebäude eingeweiht worden war, sei darauf verzichtet worden, nochmals zu feiern. Stattdessen wurde ein Fest in Sangachok organisiert, das wie Thulosirubari im Distrikt Sindhupalchowk liegt. Der Wiederaufbau der dortigen Secondary School war nun ebenfalls beendet.

Volksfeststimmung

mit 2 500 Menschen

"2500 Leute kamen aus allen Dörfern", berichtet Dujmovits von Volksfeststimmung. Die Menschen standen Spalier, zwei Musikkapellen spielten. Es folgte ein fast fünfstündiger Redemarathon mit Tanzeinlagen. Der Bühler gehörte einem Komitee an, das vom Verbindungsmann und Repräsentanten der Nepalhilfe Beilngries in Nepal, Sunil Krishna Shrestha, und dem Koordinator der Bauaktivitäten, Shyam Pandit, angeführt wurde. Seit 1992 engagiert sich Dujmovits für die ehrenamtlich tätige Organisation, die einst von sechs bergsteigenden Polizisten gegründet wurde und zwölf leidenschaftlich aktive Mitglieder zählt.

Eine sechsstellige Summe für den Wiederaufbau der Schule ist gestemmt - auch unter Mithilfe der vom Bergsteiger-Journalisten Stefan Nestler (Deutsche Welle) gestarteten Aktion "School up". Dujmovits und seine frühere Frau werden sich weiterhin für "ihre" Schule engagieren, bestehe doch für Schulbetrieb und Gebäudeunterhaltung weiterer Finanzbedarf. 480 Kinder und Jugendliche werden dort unterrichtet.

www.ralfdujmovits.de

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