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Mit Strom so richtig Gas geben
12.08.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die Carl-Benz-Schule hat sehr gute Chancen, ihre Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik mit einem Schwerpunkt Elektromobilität ab dem Schuljahr 2018/19 weiter zu entwickeln. Dies meldet die Landtagsabgeordnete Sylvia Felder (CDU). Schulleiter Volker Bachura ist erfreut: Man sei bei der Abstimmung über die Lehrplaninhalte für den Schulversuch "Fachschule für Elektromobilität" mit dem Kultusministerium und dem Regierungspräsidium auf einem sehr guten Weg.

"Das Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützt die Weiterentwicklung der bestehenden Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik hinsichtlich Elektromobilität an der Gaggenauer Carl-Benz-Schule", berichtet Felder.

Dies gehe aus einem an sie adressierten Schreiben von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hervor. In dem persönlichen Schreiben gehe die Kultusministerin davon aus, dass ein entsprechender Schulversuch zum Schuljahr 2018/2019 genehmigt werden könnte. Die Fachbehörden hätten sich bei einer Dienstbesprechung im Kultusministerium auf eine entsprechende Schwerpunktbildung ausgesprochen.

"Unsere Region ist ein wichtiger Standort der Automobilindustrie; um nicht von künftigen Entwicklungen im E-Mobilitäts-Bereich abgeschnitten zu werden, muss sich auch das berufliche Bildungssystem diesem Zukunftsthema annehmen", führt Felder aus. Die Abgeordnete aus Gernsbach ist Mitglied im Bildungsausschuss des baden-württembergischen Landtags.

Die Überlegungen der Carl-Benz-Schule, den Ausbildungsgang Kraftfahrzeugtechnik weiterzuentwickeln, gingen deshalb in die richtige Richtung, so die Landtagsabgeordnete, die sich an die Kultusministerin gewandt und um Unterstützung gebeten hatte. Das Signal sei positiv für die Schule, die Stadt Gaggenau und den Bildungs- und Wirtschaftsraum Rastatt.

"An unserer Schule gibt es seit 2009 Anstrengungen, in den Bereich Alternative Antriebskonzepte neue Wege zu gehen", berichtet Leiter Volker Bachura auf Anfrage des Badischen Tagblatts, "neben der Umrüstung von Fahrzeugen auf LPG-Gas war dabei das Thema Elektromobilität an vorderster Stelle".

Seit einigen Jahren bereits am Thema

Am Anfang stand die Entwicklung eines E-Buggys innerhalb mehrerer Technikerarbeiten. Gleichzeitig war man mit der Ausbildungsleitung von Daimler Rastatt und der IHK Karlsruhe in der Lage, seit 2009 in einer Zusatzqualifikation für Auszubildende aus dem Konzern die Inhalte der Elektromobilität zu vermitteln.

Das Thema Hochvoltaik und E-Mobilität hielt nach einigen Jahren auch in den Lehrplänen des Kraftfahrzeugmechatronikers Einzug. In der Folge hatten Auszubildende einen Smart for Two zum alltagstauglichen Elektro-Fahrzeug umgebaut. Seit einiger Zeit befindet sich das Fahrzeug im Fuhrpark des Landratsamts im Vergleichstest zu den beiden geleasten E-Smarts.

"Die Schüler kamen ganz schnell zur Frage hinsichtlich der Lademöglichkeiten", berichtet Bachura weiter. Aufbauend auf das Schülerinteresse wurde 2011 eine Elektro-Tankstelle auf dem Schulgelände im Rahmen eines Schulprojekts initiiert. Diese wird durch nachgeführte Solarmodule gespeist.

Durch die Unterstützung der Stadtwerke kann dort kostenlos getankt werden. Die Resonanz ist bislang verhalten. Bachura: "Verblüffend ist die aktuelle Bilanz, dass circa doppelt soviel Sonnenenergie durch die Module auf der E-Tankstelle erwirtschaftet wird als durch das Tanken der Fahrzeuge entnommen wurden."

Bislang umfangreichstes Projekt ist der Umbau eines Smart-Roadster im Rahmen von mehreren Technikerarbeiten. "Wir fahren mit zwei großen Elektromotoren an der Hinterachse - ein Motor je Rad. So entfallen viele mechanische Bauteile, wie zum Beispiel das Getriebe und das Differential", erläutert Bachura.

Aktuell richtet die Schule mit Unterstützung des Schulträgers, Landkreis Rastatt, acht Schülerarbeitsplätze im Bereich Hochvolttechnik ein.

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