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Im Tal soll es jetzt aufwärtsgehen
12.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Murgtal - Seit rund einem halben Jahr ist der Baiersbronner Tourismusdirektor Patrick Schreib auch Geschäftsführer des Tourismus-Zweckverbands "Im Tal der Murg". Gestern erstattete er einen Bericht über seine bisherige Tätigkeit.

Bekanntlich waren im Murgtal die touristischen Kräfte gebündelt worden: Die Baiersbronn Touristik wurde mit dem "Tal der Murg" verzahnt, in dem Forbach, Gaggenau, Gernsbach, Loffenau und Weisenbach aktiv sind. Kuppenheim war 2014 aus dem Zweckverband ausgetreten.

"Das gesamte Murgtal als Erlebnisraum zu entwickeln" hatte der Geograph Schreib im Frühjahr als Ziel genannt. Dabei sei er auf einem sehr guten Weg, lobte nun gestern Verbandsvorsitzender Christof Florus.

"Es macht riesig Spaß", versicherte Schreib zu Beginn; er sei froh, dass die Kooperation zustande gekommen sei. "Baiersbronn und das Murgtal" lautete somit der Titel seines Vortrags für die anwesenden Verwaltungschefs Julian Christ, Christof Florus und Erich Steigerwald sowie für Gaggenaus Kämmerer Andreas Merkel.

Vielfalt der Landschaft, Erlebnisfaktoren waren Schlüsselbegriffe, schließlich gelte es Emotionen zu wecken und "Verweilargumente" den potenziellen Besuchern zu liefern. Mit "Stories" Aufmerksamkeit erregen sei wichtig, ob durch Geschichten über die Rennfahrerlegende Charlie Kappler oder die Hightech-Skier von Florian Kohlbecker aus Gaggenau.

Das Marketingvokabular muss der eloquente Touristiker nicht mehr erlernen, und von den Schönheiten des Murgtals konnte er sich bei seinen Besuchen selbst überzeugen. Am meisten habe ihn die "Schönheit und der dörfliche Charme" von zahlreichen Ortschaften überrascht, gestand Schreib, "da stehen die Kühe und Ziegen auf der Weide, das hätte ich nicht erwartet". Er schwärmte von Kletterfelsen oder den Bademöglichkeiten bei Forbach. "Das sind Dinge, auf die man stolz sein kann", dies müsse mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, weil man auf der Bundesstraße doch zu leicht an ihnen vorbeifahren könne.

Und noch mal: "Wir müssen Verweilargumente schaffen." Begriffe wie Wasser, Talsperre, Kaltenbronn, Industrie, Dynamik, Mobilität, Städte, Schauplätze, Fachwerk, Technik, Nähe zum Nationalpark sprudelten wie die Murg in ihrem Oberlauf, und "auch die Dampfzugfahrten sind eine ganz tolle Sache, da sie das ganze Murgtal anbelangen". Touristisches Potenzial biete auch die geplante Teststrecke für E-Mobilität auf der Bundesstraße.

"Große Erwartungen" an seine Person spüre er, aber: Man könne "nicht einfach den Schalter umlegen". In vielen Gesprächen habe er erfahren, woran es in der Vergangenheit geklemmt haben mag. In regelmäßigen Treffen, auch mit Nicht-Touristikern, gelte es, weiter Vertrauen aufzubauen.

Potenziale in der Vielfalt

Vertrauen auch darin, dass das Murgtal nicht ein ungeliebtes Anhängsel des touristischen Schwergewichts Baiersbronn sein werde. Bei sich bietenden Gelegenheiten werden Baiersbronn und auch das Murgtal beworben, verwies er nicht nur auf Messen, sondern auch auf einen Artikel in "USA Today", in dem unter anderem die Kulinarik in Baiersbronn oder auch die Bedeutung des Benzwerks und des Unimog zum Tragen kommen.

"Die Vielfalt ist noch größer, als ich gedacht habe, ich habe viele Ecken entdeckt, von denen ich nicht gedacht habe, dass es die gibt", verwies Schreib auf "viel Potenzial" im Murgtal - gleichwohl warnte er vor zu großen Erwartungen.

Verbandsintern zu klären seien beispielsweise Zuständigkeiten, Verantwortungen und Zeitbudgets. Das Gastgeberverzeichnis, bislang alle zwei Jahre in einer Auflage von 20000 erschienen, werde nun jährlich mit 40000 Exemplaren aufgelegt. Die Ausflugzielkarte wird neu gestaltet, eine Wanderbroschüre für das Murgtal und ein Bilderpool sind im Werden. Das Erarbeiten einer gemeinsamen Strategie mit den Bürgermeistern sei einer der kommenden Schritte: "Was will der Zweckverband, welche Erwartungen haben wir?" So ganz ohne Leitbild wird auch das "Tal der Murg" wohl nicht aus dieser Diskussion gehen.

Für Verbandsvorsitzenden Florus ist Schreibs bisheriges Engagement "sehr zufriedenstellend". Doch werde man zwei bis drei Jahre brauchen, ehe sich Erfolge einstellen würden. Immer noch allgemeiner Trend im Murgtal sei, "dass immer mehr Leute kommen, die bleiben aber kürzer" umriss Schreib die aktuelle Situation.

Ein hoffnungsvoll stimmender Indikator sei die Belegung der S-Bahnen mit deutlich mehr Ausflüglern als in Vorjahren, dies spiegele die "Sehnsucht nach Natur" wider.

Andreas Merkel stellte den Naherholungstourismus heraus. Dieser sei ein wesentlicher Aspekt im Murgtal, verwies er beispielsweise auf das Mineral- Thermalbad Rotherma. Und der "Rad-Express" auf der Bahnlinie sei der am besten frequentierte in Baden-Württemberg. Natürlich blicken die Murgtäler Bürgermeister Richtung Baiersbronn. "So ein Highlight wie die Panoramahütte könnten wir auch gebrauchen, aber da ist nun mal Eigeninitiative gefragt", sagte Florus. Und Sorgen bereite ihm, dass der "Leuchtturm Teufelsmühle" auf Loffenauer Gemarkung, der seit Jahren zum Verkauf steht, "nun in Gefahr gerät, vergessen zu werden." Erich Steigerwald nahm diesen Seitenhieb kommentarlos auf. Sein Nachfolger Markus Burger wird am 12. Dezember den Dienst antreten.

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