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Stillstand und Mehrkosten
31.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - "Lasst die Bagger anrollen", sagte SPD-Stadtrat Gerd Pfrommer Ende Juli. Das taten sie dann auch - die Neuanlage der Laufbahnen und des Spielfelds hinter der Realschulsporthalle wurde noch im August begonnen. Ein Dreivierteljahr ist bald ins Land gezogen, das einstige Handballfeld gleicht seit Monaten einem Übungsgelände für Querfeldeinradler - dafür sind an die 100000 Euro zusätzliche Kosten dazugekommen. Die Stadt hofft aber, dass ihre Forderung nach Schadenersatz erfolgreich ist.

Fast 245000 Euro sollte das Vorhaben kosten, darüber hatte der Gemeinderat im Juli 2017 einstimmig befunden. Eine Kunststoffoberfläche (rot durchfärbtes Granulat) mit Unterkonstruktion für ein Handball-/Fußballfeld, Volleyballfeld, sechs Badmintonfelder, zwei geschlossene Laufbahnen rund um das Kleinspielfeld mit einer Länge von rund 155 Metern sowie vier Laufbahnen mit einer Länge von 50 Metern waren vorgesehen.

Zunächst lief es nach Plan, erläutert Bürgermeister Michael Pfeiffer im BT-Gespräch: "Wir haben den Auftrag erteilt", dann habe ein Subunternehmen der beauftragten Spezialfirma den Untergrund hergerichtet. Als erster Bauabschnitt waren die Oberbeläge bis zur ungebundenen Tragschicht (Unterbau) entfernt worden. Eine Untersuchung ergab: Dieser Unterbau sei ausreichend tragfähig und müsse lediglich nachverdichtet und planiert werden.

Als nächster Abschnitt wurden die neuen Drainagen gelegt und die Spielfeldeinfassung erneuert, erläutert die Stadtverwaltung in einer Sitzungsvorlage. Am 9. April muss der Bau- und Umweltausschuss über die "überplanmäßige Ausgabe" von derzeit 92000 Euro befinden.

Die Ursache für die Misere ist aus Sicht der Stadtverwaltung klar: Ergiebige Regenfälle im Spätsommer und Herbst haben die Tragschicht durchnässt, so dass die Arbeiten hätten ruhen müssen. Dennoch habe das Subunternehmen die Fläche mit schweren Fahrzeugen befahren. Dadurch hat sich der Unterbau mit dem darunter liegenden Lehmboden vermischt. Folge: Die Tragfähigkeit des Unterbaus ist nicht mehr gegeben. Michael Pfeiffer: "Deshalb muss nun der oberste Bereich, circa 30 Zentimeter, abgetragen und durch neues Material ersetzt werden."

Ein Bodengutachter soll nun den Sachverhalt klären - insbesondere die Schuldfrage. Dies sei mit der von der Stadt beauftragten Baufirma so vereinbart.

Noch mehr Zeit verlieren will Pfeiffer aber auf keinen Fall. Denn schon vor mehr als zwei Jahren -im Februar 2016 - war die Stadt mit den Leitern der benachbarten Realschule, Eichelbergschule und Erich-Kästner-Schule übereingekommen, das Projekt voranzutreiben. "Wir können nicht auf das Ergebnis des Bodengutachters warten, sondern wollen auf alle Fälle den Auftrag zum Bodenaustausch erteilen - mit Vorbehalt der Schadenersatzforderung", betont Pfeiffer.

Der Bürgermeister widerspricht Mutmaßungen, das Vorhaben könnte viel weiter vorangeschritten sein: "Es war schon im Oktober klar, dass wir erst im Frühjahr weitermachen können." Denn beim Aufbringen des Kunststoffbelags müssen dauerhaft Temperaturen über zehn Grad Celsius herrschen.

Dass die Stadt auf den Mehrkosten sitzen bleiben könne, sei nicht zu erwarten: "Wir gehen davon aus, dass wir das Geld zurückbekommen."

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