http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Widerstand gegen EU-Richtlinie
Blick auf die Murgkaskaden in Gaggenau - auch die Uferbereiche sollen Schutzstatus erhalten. Foto: Bracht
12.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die EU ist scheinbar weit - doch greifen ihre Regelungen durchaus in die Planungshoheit der Städte und Gemeinden ein. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Konkret ging es um Abgrenzungen der FFH-Gebiete. Deutlich die Kritik, die der Rat auf Vorschlag der Stadtverwaltung zu Protokoll gab.

Denn, so die Abstimmungsvorlage, FFH-Gebietsflächen beschränkten "bedauerlicherweise die Entwicklungsfähigkeit von Gaggenau in erheblichem Umfang. Für den Stadtinnenbereich ist hervorzuheben, dass die Erweiterung des FFH-Gebiets in die Uferbereiche der Murg hinein nicht zu den verstärkten Aktivitäten passt, diese Uferbereiche aktiver zu nutzen." Mittlerweile zählt nicht nur das eigentliche Flussbecken, sondern auch der Uferbereich der Murg auf seiner gesamten Länge zum Bereich des FFH-Schutzgebiets.

Konkret heißt das: Das Vorhaben, die Murg und ihr teilweise trostloses Vorland innerhalb der Dammbereiche erlebbar zu machen, wird durch das gut gemeinte FFH-Ansinnen torpediert. Die SPD Gaggenau hat kürzlich einen Vorstoß gestartet, auch Kindgenau will das Murgvorland sinnvoll nutzen. Darüber hinaus gab es aus den Ortschaften zahlreiche Rückmeldungen zu bestimmten Bereichen. Auch diese sollten berücksichtigt werden, fordert der Gemeinderat.

Stadtrat Reinhold Künstle (FWG) verweigerte der Vorlage seine Zustimmung. Er habe über bestimmte Abweichungen gesondert abstimmen wollen, sagte er im BT-Gespräch. Einzelne Abweichungen hätte er auch gebilligt. Doch es bestehe die Gefahr, dass wertvolle Biotope in Bauland umgewandelt werden - gerade in den Ortschaften. Immer mehr Baugebiete seien nicht zwingend dazu angetan, die Attraktivität eines Dorfs zu erhöhen, so Künstle: "Es wäre sinnvoller, die Baulücken zu schließen und die Attraktivität des ÖPNV zu erhöhen. Wenn die Bahn zwei Minuten Verspätung hat, muss man eine Dreiviertelstunde warten, bis man nach Selbach kommt. Das ist schlecht für den Ort." Weiter monierte Künstle: "Der Zustand durch Wildbebauung dürfte ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Gaggenau sein. Vorbildhaft ist da in meinen Augen die Stadt Bühl, die da in den vergangenen Jahren gut aufgeräumt hat."

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bietigheim / Durmersheim
--mediatextglobal-- Durch die FFH-Verordnung des Landes könnte die Kläranlage in die Zwickmühle geraten. Diese Sorge wurde jedenfalls im Gemeindeverwaltungsverband geäußert. Foto: H. Heck

10.07.2018
Widerstand gegen FFH-Verordnung
Bietigheim/Durmersheim (HH) - Im Widerstand gegen die vom Regierungspräsidium angekündigte Verordnung zu Fauna-Flora-Habitaten erhebt auch der Gemeindeverwaltungsverband Durmersheim Einspruch. Die Kritik an der Verordnung ist umfangreich (Foto: HH). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Martina Simonis lebt mit ihrer Familie seit 1992 in Baden-Baden. Ihr erster Fantasy-Roman ist jetzt im Reinhardt-Verlag erschienen. Foto: Hecker-Stock

30.06.2018
Baden-Badenerin als Fantasy-Autorin
Baden-Baden (co) - Das Lied Aymurins" ist eine Romantrilogie der Baden-Badener Autorin Martina Simonis (Foto: Hecker-Stock) überschrieben, deren erster Band "Stillerthal" jetzt im Reinhardt Verlag aufgelegt wurde. Die Schriftstellerin lebt mit ihrer Familie in der Weststadt. »-Mehr
Baden-Baden
Hohe Akzeptanz für den Nationalpark

29.06.2018
Hohe Akzeptanz für Nationalpark
Baden-Baden (vn) - Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Nationalparks Schwarzwald zeigt die Sehnsucht der Menschen nach Wildnis und zudem wachsendes Verständnis für das große Ziel des Nationalparks, "Natur Natur sein zu lassen" (Foto: Nationalpark/av). »-Mehr
Baden-Baden
Einigkeit Europas wäre wichtig

27.06.2018
Gespräch über spannende Zeiten
Baden-Baden (as) - Sie traut Donald Trump die Wiederwahl zu, den Briten aber nicht den Exit vom Brexit: Dr. Gabi Biesinger (49), zweite Chefredakteurin in der neuen multimedialen Chefredaktion des SWR (Foto: SWR/Monika Maier), und zuvor Korrespondentin in Washington, im BT-Interview. »-Mehr
Stuttgart
´Lage ist nicht angenehm´

23.06.2018
Großer Unmut in der Südwest-CDU
Stuttgart (red) - Der Konflikt über die Asylpolitik zwischen CDU und CSU entzweit auch die Südwest-CDU. In der Landtagsfraktion herrsche "so viel Unmut wie noch nie", sagen viele. Die Rastatter Abgeordnete Sylvia Felder meint: "Die Lage ist nicht angenehm" (Foto: dpa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

In Kanada ist seit kurzem Cannabis als Genussmittel zugelassen. Pro Person darf man 30 Gramm besitzen. Sollte Kiffen auch in Deutschland erlaubt sein?

Ja.
Nein.
Ist mir egal.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1