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Bei Hillwood eine Chance vertan
Bei Hillwood eine Chance vertan
05.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Das Thema "Dachbegrünung" soll im nächsten halben Jahr verfeinert werden. Das sicherte Oberbürgermeister Christof Florus in der Gemeinderatssitzung am Montag zu. Zuvor hatte Jörg Bauer (Stadtplanung) unter anderem dargelegt, wo Gründächer in Gaggenau und den Stadtteilen vorgeschrieben, möglich oder nicht möglich beziehungsweise ausgeschlossen sind.

Anlass der P räsentation war ein Antrag von Dr. Ellen Markert, Möglichkeiten zu prüfen, wie in Gaggenau Dachbegrünung gefördert werden kann. Nach den Worten von Bauer sind "finanzielle Förderprogramme der Stadt nicht zielführend". Es bestünden bereits Fördermöglichkeiten über die Kreditanstalt für Wiederausbau (KfW), zum Beispiel "energieeffizient sanieren". Auch der Eigenbetrieb Abwasser begünstige Gründächer. Diese würden bei der Niederschlagswassergebühr mit 0,3 gewichtet, "normale" Dachflächen mit 1,0.

Aufgrund der Landesbauordnung sei eine Dachbegrünung kaum durchzusetzen. Als Fazit fasste Bauer zusammen:

Dachbegrünungen der Hauptdächer sind selten vorgeschrieben.

Dachbegrünungen sind selten ausgeschlossen.

Ein Ausschluss resultiert in der Regel aus den verwendeten Materialien.

In vielen Bereichen, in denen Gründächer zulässig sind, sind Satteldächer festgesetzt. Satteldachbegrünung ist zwar möglich, aber sehr selten und kostenintensiv.

Fassadenbegrünungen sind sehr selten festgesetzt (ältere Bebauungspläne aus den 80ern).

Bei Garagen / Carports wird häufig, gerade in jüngeren Bebauungsplänen, eine Begrünung gefordert, wenn diese mit Flachdach ausgeführt werden.

In der Ökologie gelten Dachbegrünungen laut "Wikipedia" als Siedlungsbiotop, das insbesondere lokalklimatisch und in Bezug auf die Regenwasser-Bewirtschaftung eine Rolle spielt. Vorwiegend nach Art des Bewuchses werden extensive (Dünnschichtaufbau mit Substrat, trockenheitsverträgliche Vegetation) und intensive (vollwertiger Bodenaufbau bis hin zu Baumbepflanzung möglich) Dachbegrünungen unterschieden. Laut Bauer sind intensive Dachbegrünungen ökologisch wertvoller als extensive.

In neuen Bebauungsplänen würden folgende Festsetzungen getroffen:

Gründächer sind grundsätzlich möglich.

Bei intensiver Dachbegrünung wird die notwendige Substratschicht nicht der Firsthöhe angerechnet.

Flachdächer und flachgeneigte Pultdächer sind generell extensiv zu begrünen, Ausnahme: Die Flächen unterhalb von Solarkollektoren.

Großflächige Steingärten sind ausgeschlossen.

Beauftragt werden soll von der Stadt ein Klimagutachter, der das Thema in den gesamten Kontext "Stadtklima" einbettet. Erarbeitet werde eine Bestandsanalyse, zum Beispiel die Untersuchung von Kaltluftabflüssen oder Wärmeinseln. Festgelegt würden Aussagen zur baulichen Verdichtung, Verwendung von Materialien, Dachbegrünungen, Begrünung im Allgemeinen sowie die Festsetzung in Bebauungsplänen.

Stolle: "Da haben



wir alle versagt"

In der Diskussion brachte Stefan Schwaab (SPD) unter anderem das Hillwood-Areal (ehemals KWH) ins Gespräch und fragte, weshalb dort auf sehr großer Fläche nicht entsprechende Hebel angesetzt worden seien. "Die hätten sich angeboten", räumte Bürgermeister Michael Pfeiffer ein und sagte: "Heute sind wir schlauer." "Da haben wir alle versagt", gab Gerlinde Stolle (SPD) zu. Eine Begrünung sei bei Hillwood möglich, aber nicht vorgeschrieben.

Pfeiffer plädierte dafür, nach vorne zu schauen. Es gebe Bereiche, in denen intensive Dachbegrünungen möglich seien. Der Bürgermeister schloss aber Hallendächer aus, da es dort ansonsten Statikprobleme gebe. In der Innenstadt seien auch Fassadenbegrünungen denkbar. Ellen Markert bedauerte, dass es auf den Gebäuden auf dem früheren Güterbahnhofareal keine Dachbegrünung gebe.

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