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"Mit großer Verwunderung"
'Mit großer Verwunderung'
23.05.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (tom) - Die Pläne für die Einrichtung einer Shisha-Bar im ehemaligen "Glasshouse" / "Spritz" in der nördlichen Hauptstraße sorgen für Wellen in der Gaggenauer Kommunalpolitik. Nach Lektüre des gestrigen BT-Artikels wenden sich



die Vorsitzenden von SPD und CDU im Gemeinderat in offenen Briefen an Oberbürgermeister Christof Florus. Der Gemeinderat müsse bei diesem Thema rechtzeitig eingebunden werden, so die beiden Fraktionschefs übereinstimmend.

"Mit großer Verwunderung haben wir den heutigen BT-Artikel gelesen, nachdem das Glasshouse zu einer Shisha-Lounge umgewandelt werden soll", schreibt Gerd Pfrommer. Er ist Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Andreas Paul, Vorsitzender der CDU-Fraktion, teilt mit: "Die in der Zeitung angekündigte Nutzungsänderung im Glasshouse verbunden mit einer möglichen Zustimmung der Verwaltung sieht die CDU-Fraktion kritisch."

Die Stadtverwaltung hatte auf BT-Anfrage bestätigt, dass es eine Anfrage auf den Betrieb einer Lounge-Bar mit Shisha-Angebot gibt. "Wir gehen auch davon aus, dass in absehbarer Zeit ein Bauantrag bei uns eingeht", hieß es aus dem Rathaus und weiter: "Da sich der Betrieb in einem Mischgebiet befindet, ist der Betrieb einer Gast- und Schankwirtschaft grundsätzlich zulässig. Für das Betreiben einer Shisha-Bar gibt es zwar besondere bauliche Auflagen hinsichtlich der Belüftung, diese sind dem Interessenten jedoch bekannt. Wir gehen davon aus, dass er alle genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen wird und somit dem Antrag dann zugestimmt werden wird."

"Nur mit Zustimmung des Gemeinderats"

Da es sich beim "Spritz" um Privateigentum handele, sei es allein Sache des Eigentümers, an wen er seinen Betrieb verpachtet, so das Rathaus.

Gerd Pfrommer entgegnet nun: "Die Gaststätte an der Murg war bekanntlich ein Eckpfeiler der Stadtentwicklung im Bereich der nördlichen Innenstadt. In früheren Zeiten wurde in diesem Zusammenhang von einer ,Magnet-Funktion' der nördlichen Innenstadt gesprochen." Es sei somit "traurig genug, dass es dem Investor bisher nicht gelang, ein Konzept für eine funktionsfähige Gaststätte an diesem durchaus attraktiven Standort zu entwickeln", so Pfrommer weiter.

"Die nun vom Investor gewünschte Nutzungsänderung tangiert jedenfalls unsere Entwicklungsziele in diesem Quartier grundlegend", erläutert der SPD-Fraktionschef: "Wir erwarten deshalb, dass die verschiedenen Aspekte einer solchen Nutzungsänderung vor einer Zustimmung der Verwaltung intensiv im Gemeinderat diskutiert werden."

Ähnlich argumentiert auch Andreas Paul: "Das Murgtal-Center und das angrenzende Glasshouse wurden mit enormen Anstrengungen und finanziellen Mitteln errichtet, um die untere Hauptstraße zu beleben und das Einzelhandelskonzept abzurunden."

Paul abschließend: "Die jetzt angestrebte Nutzungsänderung passt unseres Erachtens nicht in das städtebauliche Konzept und bedarf daher, vor einer Genehmigung durch die Stadt, unbedingt der Zustimmung des Gemeinderats. Deshalb beantragen wir, dieses Thema zeitnah auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen."

Als "Glasshouse" war die Lokalität im Mai 2017 eröffnet worden, im Februar 2018 war endgültig Schluss. Von Juli 2018 bis Fastnacht hatte es das Ehepaar Mirko Ambrosio und Mary Pirrachio als "Spritz" betrieben. Oleg Storm, der Inhaber der Immobilie war bislang nicht zu erreichen.

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