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Kulturgemeinde arbeitet Geschichte auf
19.09.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Hochkarätige Ensembles, literarische Leckerbissen - das alles macht die Kulturgemeinde Gernsbach aus. Im nächsten Jahr kann der Kulturverein seinen 65. Geburtstag feiern und kommt somit ins Rentenalter. Zeit, sich seinen Anfängen und seiner interessanten Geschichte zu widmen, wie Vorsitzender Hans-Christoph Graf von Nayhauss-Cormons bei einem Pressegespräch erläutert. Deren Aufarbeitung soll noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden, kündigt der Professor für Literatur und Sprache bei der Vorstellung des Herbstprogramms an.

Gegründet wurde die Kulturgemeinde 1955. Nur zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gierten die Menschen nach Unterhaltung und Kultur. Das Angebot war entsprechend breit gefächert und erstreckte sich von Theateraufführungen über Konzerte bis hin zu Lesungen. Über die Zeit hinweg hat sich die Thematik auf Konzerte, Literatur und politisches Zeitgeschehen verengt.

Mit einem Vortrag am 10. Oktober um 19 Uhr von Jörn Leonhard über die Versailler Verträge wird das Programm der zweiten Jahreshälfte eröffnet. Der Professor für westeuropäische Geschichte an der Universität Freiburg ist in Gernsbach kein Unbekannter. Er sprach 2014 über sein berühmtes Buch: "Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs". Sein nächster großer Wurf ist das jetzt erschienene Buch "Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt von 1918 bis 1923", in dem Leonhard unter anderem der Frage nachgeht: Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten aus dem Krieg?

Am 3. November um 18 Uhr heißt es: "Hexenverfolgung in Gernsbach - ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte". Die Lesung mit Cornelia Renger-Zorn darf als Abschlussveranstaltung der Kulturgemeinde im Hinblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt Gernsbach gesehen werden, ist dazu im Programmflyer zu lesen. In Gernsbach und Umgebung sind zwischen 1642 und 1644 fünf Fälle von "Hexen" bekannt geworden.

Beendet wird die literarische Reihe mit Tim Pröse am 13. November um 19 Uhr. Er liest Mario Adorfs "Zugabe". Im Gespräch mit dem Journalisten, ehemals Chefreporter der Münchner Abendzeitung, Redakteur des Focus und Autor zahlreicher Bücher, erzählte der Schauspieler von seiner abenteuerlichen Vita, dem Beruf des Schauspielers, von Frauen, Höhen und Tiefen seines fast 90-jährigen Lebens.

Das Konzertgeschehen eröffnet die Kulturgemeinde in diesem Herbst mit dem Stuttgarter Kammerorchester, ein Schwergewicht der Klassikszene. Unter dem Motto "Klänge aus Wien" werden neben Mozarts "Eine kleine Nachtmusik", weiterer Wiener-Komponisten und als Hauptwerk Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht" op. 4 zur Aufführung kommen. Das vielfach prämierte Orchester gastiert am 27. Oktober um 18 Uhr zum ersten Mal in Gernsbach. Die Kosten des Konzerts werden vom Lions-Club Gernsbach-Murgtal übernommen. Es ist ein Geschenk des Clubs an die Stadt, erklärt Wolfhard Pencz, Professor für Musik und Vorstandsmitglied der Kulturgemeinde.

Außerdem wird es am 17. November um 18 Uhr ein Wiedersehen mit dem Fauré Quartett geben. Die vier Musiker kommen sehr gerne nach Gernsbach und werden wieder ein ansprechendes Konzert präsentieren, ist sich Pencz sicher. Das Quartett gehöre mit zum Besten, was derzeit zu hören ist. So werden im Programm des Abends neben den berühmten Klavierquartetten von Robert Schumann und Johannes Brahms auch Sätze aus Sergej Rachmaninows "Études tableaux" neu zu entdecken sein.

Den Programmabschluss der zweiten Veranstaltungshälfte gestaltet das zwölfköpfige Bläserensemble Salaputia Brass. "Süßer die Glocken nie klingen" ist der Titel des Weihnachtskonzerts am 8. Dezember um 18 Uhr in der Stadthalle. Zu hören sind weihnachtliche Weisen - angefangen von Georg Friedrich Händel über Johann Sebastian Bach und Engelbert Humperdinck bis hin zu eigenen Arrangements und Bearbeitungen des Ensembles. Bereits zweimal spielten sie im ausverkauften großen Saal in der Elbphilharmonie in Hamburg. Wie jedes Jahr wird das Weihnachtskonzert von der Sparkasse Rastatt-Gernsbach unterstützt.

Veranstaltungsort aller Programmpunkte ist die Stadthalle. Konzertkarten sind im Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt Gernsbach erhältlich, ebenso gibt es jeweils Karten an der Abendkasse.

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