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Hier wird Nostalgie zu barer Münze
Hier wird Nostalgie zu barer Münze
03.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Michael Wessel

und Thomas Senger

Gaggenau - Die D-Mark hatte im Berufsleben von Dieter Kraft einen besonderen Reiz. Schließlich begann er 1967 bei der damaligen Bezirkssparkasse Gaggenau eine Lehre als Bankkaufmann und schloss seine Laufbahn 2012 als Vorstandsmitglied der Sparkasse Baden-Baden-Gaggenau ab - da bezahlte man allerdings bereits seit zehn Jahren mit dem Euro. Nun hat er der D-Mark ein Denkmal errichtet - oder besser gesagt: viele kleine Denkmäler für zu Hause.

"Der wirtschaftliche Aufschwung und mein persönlicher Aufschwung hängen mit der Mark zusammen", erzählt Kraft. Er ist übrigens nicht verwandt mit dem BT-Wetterkolumnisten Dieter Kraft.

Mehrere Jahre habe er die Idee mit sich herum getragen, zu seinem 70. Geburtstag im Juni hatte er den Entschluss gefasst: die gute alte D-Mark, das Symbol für Aufschwung und Währungsstabilität, gewissermaßen auf den Sockel zu hieven. Der passionierte Münzsammler - "als Sparkässler ist das ja naheliegend" - wusste natürlich, wo er nachhaken musste. In der Münzbörse in Karlsruhe machte er einen D-Mark-Händler ausfindig und hat "gleich mal 1 000 Stück geordert und geregelt, dass ich auch Nachlieferung bekomme". Zwischen zwei und acht Euro müsse man heutzutage für eine Mark bezahlen - je nach Erhaltungszustand. Dabei sind die alten Münzen nicht die teuersten. Denn in den frühen 50ern seien viele davon geprägt worden. In der Beschaffung kostspielig sind die Jahrgänge 1995 bis 2001, denn damals gab es eingeschweißte Sonderprägungen.

Im Plexiglas auf den Holzsockel gestellt

Ab 1950 geht es bei Dieter Kraft los; die Jahrgänge 1951 bis einschließlich 1953 sind allerdings bei ihm nicht erhältlich. Zumindest für die Jahrgänge 1950 sowie 1954 bis 1994 gibt es also beste Chancen, eine passende Münze zu finden - "für alle Altersgruppen, die sich wie ich gerne an die D-Mark erinnern".

Mit Unterstützung des Michelbachers Steffen Bittmann hat er den Holzsockel mit Plexiglasrahmen entwickelt. Der Käufer kann das Prägejahr vielfach so wählen, dass es dem Geburtsjahr des zu Beschenkenden entspricht. Bittmann und dessen Kult-AG sind mit schrillen Kuckucksuhren aus Pappe bekannt geworden. Die Fertigung liegt komplett in seinen Händen.

"Man kann mich als D-Mark-Fan bezeichnen", sagt Kraft und erzählt, wie er als Bub einmal ein Markstück auf der Straße gefunden hat. Diese Liebe hat ihn nie verlassen, auch wenn er versichert: "Es war richtig, die Umstellung auf den Euro mitzumachen."

Schließlich sei damit eine neue Phase der Wechselkursstabilitäten eingeleitet worden. Und wer in Urlaub geht, der schätze seitdem, dass er mit nur einer Währung auf dem Kontinent unterwegs sein könne. "Es stimmt nicht, dass der Euro ein Teuro ist", gibt Kraft zu bedenken. Schließlich sei seit Einführung des Euro die durchschnittliche Inflationsrate mit rund zwei Prozent geringer als in D-Mark-Zeiten. "Rechtzeitig vor Weihnachten" werde das Präsent in Geschäften zu kaufen sein, lässt Kraft augenzwinkernd wissen.

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