Brückenmühle: Nächster Projektentwickler steht in den Startlöchern

So könnte das denkmalgeschützte Haus am Tor zur Gernsbacher Altstadt mal aussehen. Foto: Archiv/KSB

Von Stephan Juch

Gernsbach - Der nächste Projektentwickler versucht sich an der Brückenmühle: Die Deutsche Baukultur Projektholding GmbH mit Sitz in Heusenstamm (Landkreis Offenbach, Hessen) möchte die denkmalgeschützte Immobilie am Tor zur Gernsbacher Altstadt kaufen. Ein entsprechender Vertrag mit dem aktuellen Eigentümer, der KSB GmbH Baden-Baden, ist bereits unterschrieben, wie Viktor Karp gestern im BT-Gespräch bestätigte. Der Geschäftsführer der Deutsche Baukultur Projektholding hofft, dass er bald loslegen kann in der Papiermacherstadt.

"Das Geld ist da, wir warten", betonte Karp mit Blick auf die nächste Gemeinderatssitzung in Gernsbach. Das Gremium muss dem Kaufvertrag nämlich erst noch seinen kommunalen Segen erteilen, liegt die Brückenmühle doch im Sanierungsgebiet "Innenstadt Mitte II". Am Mittwoch, 21. März, steht die sanierungsrechtliche Genehmigung auf der Tagesordnung des Gemeinderats. In der entsprechenden Vorlage der Verwaltung heißt es: "Der vereinbarte Kaufpreis überschreitet den gutachterlich ermittelten Verkehrswert in erheblichem Umfang." Daher bestehe "Grund zu der Annahme, dass dieser Rechtsvorgang dazu geeignet ist, die Durchführung der Sanierung zu erschweren".

Karp hingegen gibt sich voller Tatendrang: "Ich hätte am liebsten schon gestern angefangen", scherzte der Geschäftsführer und kündigte an, "sofort mit den Planungen zu beginnen, sobald die Freigabe erteilt ist". Ein Treffen mit Vertretern des Gernsbacher Bauamts habe bereits stattgefunden, erste Entwürfe und Vorschläge habe Karp dabei präsentiert. Die Deutsche Baukultur Projektholding verfolgt in der Brückenmühle keine Hotelpläne. Das neue Konzept sehe eine wohnwirtschaftliche Nutzung vor. Im Erdgeschoss könnten eine weitläufige Arkade, ein Café, ein Restaurant und eine Weinstube entstehen, heißt es in der Projektbeschreibung auf der Internetseite des Unternehmens. Teile der Vorgänger-Planung hat man übernommen, zum Beispiel die Sichtbarmachung der noch in Betrieb befindlichen Wasserturbine. Sie sorgt zudem für die nachhaltige Energie für das gesamte Gebäude. Im Rahmen des Turmneubaus sollen die Murgterrassen entstehen - als einzigartiger Ort, von dem aus die Bewohner "den Blick auf das sagenhafte Panorama rund um die denkmalgeschützte Mühle genießen können". Karp kommt aus dem Ortenaukreis und ihm liege viel an der Region Mittelbaden: Deshalb möchte er hier auch investieren, erklärte er.

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