Stadt soll in Quartiere aufgeteilt werden

Stadt soll in Quartiere aufgeteilt werden

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Sie kamen wieder in Scharen in die Jahnhalle, Gaggenauer und Gäste. Dort hatte gestern Abend Oberbürgermeister Christof Florus zum Neujahrsempfang geladen. Neben einem Ausblick auf "das Chaos in der Weltpolitik" blickte der OB in seiner Ansprache natürlich auf Gaggenau.

Was war nach Einschätzung von Florus im vergangenen Jahr wichtig in Gaggenau? "Ganz sicher das gemeinsame Feiern von 775 Jahre Gaggenau, Ottenau und Sulzbach." Zu den besonderen Ereignissen zählten für ihn auch der erstmalig stattgefundene Aktionstag "Sport ohne Grenzen" und das Dorffest in Michelbach. Stolz seien alle auf die Silbermedaille für Sulzbach und den Sonderpreis für Selbach beim Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft".

"An diesen Beispielen zeigte sich wieder die Stärke unserer Bürgerinnen und Bürger", betonte Florus. Bürgerschaftliches Engagement, Unterstützung durch Einrichtungen, Wirtschaft und die enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung schafften den jeweiligen Rahmen für die gelungenen Veranstaltungen.

Wichtig für Gaggenau seien ferner unter anderem die Erweiterung des Wohnungsangebots, die Weiterentwicklung der Innenstadt, die Grundsatzentscheidung für das Waldseebad oder die Priorisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen und die Bündelung in einzelne Pakete.

Stichwortartig nannte das Stadtoberhaupt einige Höhepunkte für dieses Jahr, an erster Stelle "800 Jahre Freiolsheim". Gefeiert werde 100 Jahre Ausbildung im Benz-Werk und 125 Jahre Automobilstandort Gaggenau. Auch stehe der Baubeginn des Waldseebads an. Die Innenstadt werde weiterentwickelt, so Florus, die Breitbandversorgung fortgesetzt.

Investitionen für die junge Generation

Es gelte, Bewährtes zu erhalten sowie fortzuführen und Neues zu wagen. Besonders deutlich werde das bei Investitionen für die junge Generation. Florus: "Die Investitionen in Schule und Kinderbetreuung sind durch zwei wesentliche Gesichtspunkte motiviert: Zum einen ist es uns wichtig, dass wir gute Rahmenbedingungen in den Einrichtungen für die pädagogische Arbeit in unserer Stadt schaffen, andererseits tragen wir damit der Tatsache Rechnung, dass Gaggenau wächst." Es würden steigende Einwohnerzahlen verzeichnet und damit einhergehend ein Anstieg der Zahl von Kindern und Jugendlichen. Aktuell (Stand 31. Dezember 2018) habe Gaggenau 30 202 Einwohner.

"Diese Entwicklung ist einmal durch die wirtschaftliche Stärke und die dadurch resultierenden Eingemeindungen entstanden. Zum anderen aber durch die konsequente Entwicklung Gaggenaus zu der familienfreundlichen Stadt in der Region", meinte Florus und fügte hinzu: "Nur wer sich wohlfühlt, möchte in einer Stadt leben." Mit der Bevölkerungsentwicklung könne Gaggenau dank damit verbundener höherer Zuweisungen und Einnahmen öffentliche Einrichtungen erhalten, sanieren und neue Angebote schaffen.

Neben den positiven Entwicklungen führe der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung in Verbindung mit einer sich schnell verändernden Gesellschaft zu neuen Herausforderungen. Die Vereinswelt habe immer mehr Schwierigkeiten, Nachwuchs zu bekommen. "Das Ehrenamt stößt so langsam an seine Grenzen." Auch gebe es immer weniger Menschen, die sich bürgerschaftlich engagieren.

Die Konsequenz: "Wir müssen neue Wege finden, um Gaggenau voranzubringen." Deshalb soll laut Florus die Stadt in Quartiere aufgeteilt und dann die einzelnen Quartiere entwickelt werden. Mit der Entwicklung des "Quartiers links der Murg", das vom Ministerium für Soziales und Integration gefördert werde, soll dieses Jahr mit diesem Weg begonnen werden, "der dann für die ganze Stadt als Vorlage dienen könnte". Ziel sei es, den sozialen Lebensraum vor Ort zu stärken "und eine hohe Lebensqualität sowie Teilhabe aller Einwohner zu ermöglichen".

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurde der Bürgerpreis der Stadt an Christiane und Kurt Ganzmann verliehen (Bericht in unserer morgigen Ausgabe). Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte das Orchester der Schule für Musik und darstellende Kunst unter der Leitung von Oliver Grothe.

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