Mehr als sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr

Mehr als sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Die B 462 ist "die" Verkehrsader schlechthin im Murgtal. Laut Lärmkartierung der ersten Stufe aus dem Jahr 2007 sind dort jährlich mehr als sechs Millionen Fahrzeuge unterwegs. Auf dieser Grundlage wurde anhand des Lärmaktionsplans der Stadt Gaggenau vom Januar 2011 die Lärmbelastung durch den Verkehr auf der Bundesstraße berechnet. Laut einer Richtlinie des Europäischen Parlaments sollen Lärmaktionspläne mindestens alle fünf Jahre nach Genehmigung überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden. Das Ergebnis: An der verkehrlichen Situation auf der B 462 hat sich nichts geändert.

Allerdings sind die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen. Folgende Maßnahmen zur Lärmminderung wurden umgesetzt:

Lärmschutzwand in Hörden (erstellt 2013/14).

Lückenschluss der Lärmschutzwand Kolpingstraße (Ende 2015).

Ottenau: Ende 2016 hat das Regierungspräsidium Karlsruhe einen lärmmindernden Asphalt eingebaut. Die Maßnahme wurde ergänzt durch das Stellen von Betonleitwänden entlang der B 462, die einen zusätzlichen lärmmindernden Effekt haben.

Es fehlt noch: Lärmschutzwand im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße beidseits der B 462. Dort wurden durch das Regierungspräsidium erste Planungen begonnen.

Grundlage der Überprüfung des Lärmaktionsplans ist die Lärmkartierung der dritten Stufe (2017) mit mindestens drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr - das entspricht etwa 8 200 Fahrzeugen pro Tag. Zum Vergleich: Grundlage 2007 waren mehr als sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr. In der Sitzungsvorlage heißt es dazu: "Auch in dieser (aktualisierten) Kartierung ist die B 462 die einzige maßgebliche Hauptverkehrsstraße." Zudem seien entlang der Bundesstraße keine Wohngebiete hinzugekommen oder weggefallen, so dass in diesem Bereich "keine bedeutsame Veränderung" vorliege.

Das Ergebnis der Überprüfung wird in der Gemeinderatssitzung am Montag in Form eines Musterberichts den Räten zur Diskussion vorgelegt. Ergänzend sind noch die Verkehrszahlen der wichtigsten Straßen aufgelistet, die das Ingenieurbüro GEVAS aktuell ermittelt hat. "Hier ist darauf hinzuweisen, dass diese aus Sicht der Stadt nicht zwingend zu berücksichtigen sind, weil sie nicht in der maßgeblichen dritten Lärmkartierung vorgegeben sind", heißt es in der Sitzungsvorlage. Erwähnt werden einige wenige innerörtliche Straßen mit hohem Verkehrsanteil wie die Schillerstraße (10 000 Fahrzeuge), Teile der Hauptstraße im Bereich Daimler (ebenfalls etwa 10 000 Fahrzeuge), sowie die Rotherma-Querspange zwischen Kreuzung Murgtalstraße, Dr.-Isidor-Meyerhoff-Straße und dem ehemaligen Schwimmbad Bad Rotenfels (etwa 9 500 Fahrzeuge). "Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde die Lärmproblematik in der Gaggenauer Straße in Michelbach, da hier die Anzahl der Fahrzeuge pro Jahr weit unter dem Grenzwert von drei Millionen liegt", schreibt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Außerdem weist sie darauf hin, dass im Sinne des Lärmaktionsplans (LAP) die Messergebnisse des Landes und nicht die Zahlen der Stadt/GEVAS maßgeblich seien. Deshalb müsse der LAP in seiner derzeitigen Fassung beibehalten werden.

Die Stadtverwaltung werde "bezüglich der L 613 Schillerstraße zu gegebener Zeit auf das Land zugehen, um zu klären, inwieweit hier künftig Aussicht auf die Förderung von Lärmschutzmaßnahmen besteht". Der betroffene Teil der Hauptstraße befinde sich im Bereich der Industrieflächen der Firma Daimler, es gebe keine oder nur im geringen Umfang betroffene Anwohner. Außerdem verweist die Stadt darauf, dass bei der Realisierung der Rotherma-Querspange bereits alle Maßnahmen zum aktiven und passiven Lärmschutz getätigt worden seien.

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