Mit Displays gegen den Lärm

Mit Displays gegen den Lärm

Von Markus Mack

Forbach - Motorradlärm ist ein wichtiges Thema, macht Bürgermeisterin Katrin Buhrke deutlich. Gerade die Schwarzenbachtalsperre und Herrenwies sind durch ihre Lage stark belastet. Deshalb gab es in der zu Ende gegangenen Saison einige Veränderungen im Forbacher Ortsteil. So wurde ein Geschwindigkeitsdisplay angeschafft und dafür rund 2 500 Euro investiert. Der Initiative Silent Rider wolle sich die Gemeinde aber derzeit noch nicht anschließen: Die Aktion sei noch zu wenig konkret.

Silent Rider ist nach eigenen Angaben eine bundesweite Informations-, Image- und Aktionskampagne gegen unnötigen Motorradlärm. Sie wurde vom Arbeitskreis Nationalpark Eifel gegen Motorradlärm Anfang 2019 ins Leben gerufen. Die Initiative verfolgt auch das Ziel, Politik und Hersteller zu sensibilisieren und Veränderungen herbeizuführen. Die Initiative richte sich nicht gegen die Motorradfahrer, sondern ausschließlich gegen die Verursacher von unverhältnismäßigem, illegalem Motorradlärm, macht sie auf ihrer Internetpräsenz deutlich.

Zusammen mit Hauptamtsleiterin Margit Karcher sei sie in Sasbachwalden bei einer Präsentation gewesen, erzählt Buhrke. Denn auch das Blumendorf kämpft gegen den Motorradlärm. Der Forbacher Gemeinderat hatte in einer nicht-öffentlichen Sitzung mehrheitlich entschieden, dass die Gemeinde nicht mitmachen soll. "Wir werden die Initiative weiter beobachten", es sei nicht auszuschließen, dass das Gremium sich mit dem Thema noch einmal befasse, erläutert die Bürgermeisterin.

Hintergrund

Konkreter werden soll es in Sachen Verkehrslärm und Geschwindigkeit dagegen in Herrenwies. Über eine Statistikfunktion des dort aufgestellten Displays kann die Verwaltung Daten zum Verkehr an der Messstelle erheben. Diese sollen mit der Interessengemeinschaft Herrenwies ausgewertet werden, um daraus Rückschlüsse zu ziehen.

Das Display sei eine Art "mahnender Zeigefinger" so die Bürgermeisterin. Es könne auch an andern Stellen aufgebaut werden. Die Anschaffung weiterer Displays sei zudem denkbar. Geschwindigkeitskontrollen seitens der Polizei wurden durchgeführt, sie könne sich aber durchaus eine höhere Frequenz vorstellen.

Seit Jahren bemüht sich die Forbacher Verwaltung nach eigenen Angaben beim Land als Straßenbaulastträger um bauliche Veränderungen, die zur Reduzierung von Geschwindigkeit und Lärm führen. Eine Änderung der Situation wäre beim Ausbau des ehemaligen Ross-Stalls zu einem Nationalpark-Info-Haus denkbar. Ein Hauptanliegen ist die Veränderung der Kreuzung in Herrenwies, die Fahrbahnbreite soll reduziert werden.

Die Bebauung des Ortsteils als Streusiedlung lässt manchen Biker die Geschwindigkeitsbegrenzung vergessen. In der Saison 2019 gab es provisorische Maßnahmen im Kreuzungsbereich, die Erfahrungswerte für spätere bauliche Maßnahmen bringen sollen. So wurde die Beschilderung an den Ortseingängen geändert und der Geschwindigkeitstrichter aus Richtung Mehliskopf vor den Beginn der Bebauung aus dem Kurvenbereich bei der Jugendherberge heraus verlegt.

Aus Richtung der Schwarzenbach-Talsperre ist vor dem Ortsbeginn eine Tempo-Reduzierung auf 70 km/h angeordnet, um den Verkehr rechtzeitig zu verlangsamen und damit am Ortseingang die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer zu erreichen. An der Herrenwieser Schwallung ist die Höchstgeschwindigkeit ebenso auf 70 Stundenkilometer reduziert.

Die Interessengemeinschaft Herrenwies war laut Gemeinde in die Maßnahmen eng eingebunden und brachte ihre in mehreren Arbeitstreffen erarbeiteten Ideen ein. Auch mit der Nationalparkverwaltung besteht ein enger Austausch zu Verkehrsthemen. Gemeinsame Zielsetzungen für die verkehrliche Entwicklung in der Region sind im Verkehrskonzept der Nationalparkregion festgeschrieben.

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