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OB will "enges Korsett" aufschnüren
31.07.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Die Bäderfahrt nach Denzlingen und Offenburg - neben Vertretern von Stadtwerken, Verwaltung, Bäder-Arbeitskreis und Bürgerinitiative Pro Natura nahmen lediglich sechs Stadträte von CDU, Grünen und FDP teil - dürfte der Debatte einen neuen Schub geben. Eine der Erkenntnisse, die OB Hans Jürgen Pütsch gewann: Man müsse wohl das "enge Korsett", das man sich in Rastatt gegeben habe, lockern. Fragen und Antworten:

Wie sehen die Eckdaten der beiden besuchten Kombibäder aus?

Bei der Einrichtung "Mach blau" in Denzlingen handelt es sich um "ein neues Bad in alten Mauern". Das seit 1974 bestehende Kombibad wurde zwischen 2008 und 2010 für 10,4 Millionen Euro saniert und erweitert. Die Gesamtwasserfläche beträgt 2506 Quadratmeter (zuvor 3200 Quadratmeter). Zum Angebot gehören mehrere Becken; darunter außen ein 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen (früher acht), ein Zehn-Meter-Sprungturm, ein Ganz-Jahresbecken und eine Sauna. Beim Freizeitbad Stegermatt, das erst vor wenigen Tagen eröffnet wurde, hat die Stadt Offenburg das bestehende Freibad platt gemacht. Das daneben stehende Hallenbad blieb während Abriss und Neubau geöffnet, wird jetzt aber ebenfalls abgerissen, um die Liegefläche zu erweitern und zusätzliche Wasserfläche für Kleinkinder zu schaffen. Ursprünglich wollte die Stadt für 26,5 Millionen Euro bauen; nach Detailplanungen und Puffer lag die Kostenschätzung zu Baubeginn bei 36,6 Millionen. Vor allem drastische Steigerungen durch die boomende Baukonjunktur führten zur aktuellen Kostenberechnung von 38,7 Millionen Euro. Die Gesamtwasserfläche beträgt 2362 Quadratmeter. Innen befinden sich mehrere Becken, darunter eines mit acht 25-Meter-Bahnen, ein Sprungbereich, eine Sauna; außen unter anderem ein Sportschwimmbecken mit sechs 50-Meter-Bahnen.

Von welchen Zielen haben sich die beiden Kommunen leiten lassen?

Leitlinie war, die Bäder für neue Zielgruppen, vor allem Familien, zu öffnen. Das Betriebsdefizit sollte zumindest gehalten, besser noch gesenkt werden. Mit der Kombibad-Lösung wollte man den Innenbereich, auch für den Winter, attraktiver gestalten. Potenziellen Gästen will man das Bewusstsein vermitteln, dass sich ein Besuch lohnt und man bei unbestimmter Wetterlage flexibel das Angebot nutzen kann.

Wie haben die Betreiber jene Streitfragen gelöst, die in Rastatt diskutiert werden?

Sowohl in Denzlingen als auch in Offenburg hat man eine gemeinsame Kasse und ein Ticket für das Kombibad. Selbst im Sommer verteilen sich die Badegäste auf Innen- und Außenbereich. Die Senioren würden sich darauf einrichten, heißt es in Denzlingen. In Offenburg stellt man in den ersten Tagen Nutzungskonflikte fest, geht aber davon aus, dass sich das Ganze einspielt. In Denzlingen hatte man im vergangenen Jahr einen Spitzentag mit 6200 Besuchern, was sich gut bewältigen ließ. Wie in Rastatt wurde auch in Denzlingen und Offenburg um die 50-Meter-Becken im Außenbereich gerungen; in beiden Bädern wurden diese Sportbecken gebaut.

Wie sieht es mit Erschließung und Parkplätzen aus?

In beiden Kommunen halten Busse 100 beziehungsweise 300 Meter vom Bad entfernt. Denzlingen bietet 300 Parkplätze gratis an; Offenburg bietet 200 Parkplätze, für die eine Gebühr verlangt wird.

Wie wurden die Bürger bei der Meinungsbildung einbezogen?

In Denzlingen gab es einen Bürgerentscheid, den eine Interessengemeinschaft anstrebte, die das Bad in seiner bisherigen Form erhalten wollte. Allerdings bekam die Bürgerinitiative für ihren Vorschlag nicht genügend Stimmen. In Offenburg bildete man eine Bad-Kommission und richtete im Internet einen sogenannten Konfigurator ein. Bürger konnten dann einzelne Wünsche durchspielen, aber stets unter der Maßgabe, dass die Investitions- und die Betriebskosten eingehalten werden. Dies hat zur Versachlichung der Debatte beigetragen und für Kompromisse sensibilisiert. Darüber hinaus wurde sehr offensiv informiert und das persönliche Gespräch gesucht.

Mit welchen Erkenntnissen sind der OB und Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk zurückgekehrt?

Das bisherige "enge Korsett" soll nicht mehr absolut gesetzt werden. Umbau und Sanierung an zwei Standorten lehnt der OB ab; für Pütsch ist der Kombibad-Standort Schwalbenrain "unschlagbar". Ein eigenes 50-Meter-Becken außen ist empfehlenswert. Diskutieren will man über Rutsche und Sprungturm. Sollte das Konzept aufgepeppt werden, müsste der Gemeinderat entscheiden, ob die Stadtwerke entlastet werden und die Investitionskosten auch aus dem städtischen Etat mitfinanziert werden werden.

Wie geht es weiter?

Die Stadtwerke überprüfen derzeit die Hochwasserproblematik für den Schwalbenrain sowie die Kosten für das Raumkonzept. Im Oktober soll ein Sauna-Konzept präsentiert werden; im Herbst ist eine Bürger-Information geplant. Ein Internet-Konfigurator wie in Offenburg soll in Rastatt auch angeboten werden. Einen Bürgerentscheid hält Pütsch nicht für sinnvoll; dafür sei die Planung schon zu weit fortgeschritten. Nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats im vergangenen Oktober für ein Kombibad hoffen die Stadtwerke, dass zum Jahresende eine Entscheidung über den Standort und die Wasserfläche getroffen werden kann.

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