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Benz-Erweiterung: Fünf Standorte im Spiel
12.10.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - In der Machbarkeitsstudie für die Erweiterung des Rastatter Benz-Werks werden fünf Standorte untersucht. Dies kündigte der Rastatter Stadtplaner Markus Reck-Kehl gestern im Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein (RVMO) an. Die Expertise will die Stadtverwaltung mit eigenen Kräften und mit Unterstützung eines Prozesssteuerers erstellen.

Neben den bereits bekannten Alternativen im Süden (Rastatter Bruch, 30 Hektar), im Südosten (Oberwald, 30 Hektar) und am südlichen Stadteingang (Merzeau, 20 Hektar) nannte Reck-Kehl eine 30 Hektar große Fläche zwischen Beinle und Baulandstraße/A5 (Oberes Bauland, 30 Hektar) sowie ein Areal westlich des Kuppenheimer Presswerks. Der Arbeitsgruppe im Rathaus sollen Vertreter der Stadt und von Daimler angehören; als Prozesssteuerer nannte der Stadtplaner Andreas Ness vom Institut für Umweltstudien - IUS Weibel & Ness GmbH (Heidelberg).

Unterdessen erwartet der Regionalverband vom Autobauer Daimler, dass vor einer Erweiterung im ökologisch sensiblen Umfeld des Rastatter Werks die bestehenden Freiflächen auf dem Fabrikgelände genutzt und Verdichtungspotenziale ausgeschöpft werden. In einer gestern einstimmig verabschiedeten Stellungnahme zu den Plänen begrüßte der Planungsausschuss den Einstieg Daimlers in die Elektro-Autoproduktion als "wegweisende Investitionsentscheidung". Der RVMO wird sich bei der von der Stadt Rastatt geplanten Machbarkeitsstudie "aktiv" einbringen und befürwortet, dass die Werkserweiterung mit einem Verkehrskonzept verknüpft wird, das alle Aspekte der Mobilität und Logistik in den Blick nimmt.

Allerdings mahnt der Verband zugleich, dass dem sparsamen Umgang mit der Fläche im dicht besiedelten Oberrheingraben "eine besondere Bedeutung" zukomme. In seiner Stellungnahme erinnert der Regionalverband an das eigene Siedlungskonzept, aber auch an die Umweltleitlinien von Daimler, mit denen sich das Unternehmen selbst in die Pflicht nimmt.

Unter den möglichen Erweiterungsoptionen favorisiert Daimler eine Fläche im Naturschutzgebiet Rastatter Bruch. Der RVMO lässt indes durchblicken, dass er lieber die 30 Hektar große Fläche im Südosten begrüßen würde. Dieses Areal wurde sogar in einem raumordnerischen Vertrag fixiert, auf den sich Daimler und die Stadt im Jahr 2006 verständigt hatten. Im Jahr 2012 wurde diese Vereinbarung fortgeschrieben. Allerdings hatte Daimler offenbar keine Anstalten unternommen, Flächen im Oberwald - nur zehn Hektar dort gehören der Stadt - zu erwerben. Im Sommer kündigte das Unternehmen seine Erweiterungsabsichten an - und plädiert für die Fläche im Rastatter Bruch, die bereits 2006 untersucht und damals verworfen worden war.

Im Ausschuss wurde einhellig begrüßt, dass man "ergebnisoffen" die Studie angehe. Der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle (CDU) forderte, dass der Verband im Zuge der Daimler-Expansion bei Bund und Land auf die Umsetzung der Verkehrsprojekte B3-Lückenschluss bei Kuppenheim, Ausbau A5-Anschluss Rastatt-Nord und Münchfeld-Querspange dränge. Man müsse den Druck erhöhen, meinte der Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler (FW). Die Werkserweiterung und die Betrachtung der Verkehrswege sei eine "regionale Angelegenheit". Für die Grünen appellierte Manuel Hummel an Daimler, als "sicherer Vertragspartner" aufzutreten und den Rastatter Bruch zu respektieren. Es gebe erhebliches Flächenpotenzial auf dem Werksgelände.

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