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Verwaltung will erst Bauboom abwarten
In der Platanenstraße neben dem alten Technik-Rathaus könnte neuer Wohnraum entstehen.  Foto: Mauderer
17.11.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Die Stadtverwaltung sieht derzeit keinen Bedarf, eine eigene städtische Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Diese Konsequenz zieht OB Hans Jürgen Pütsch aus einer Wohnungsmarktanalyse, über die der Gemeinderat am Montag (Beginn: 17.30 Uhr) berät.

Die Verwaltung hatte den Statistiker Ulrich Stein, der bereits den Rastatter Mietspiegel erstellt hat, mit der Analyse beauftragt. Eine der Erkenntnisse: In Rastatt gibt es verhältnismäßig viele kleinflächige Wohnungen. Der Mieteranteil ist relativ hoch; verbunden mit den geringen Flächen und einem vergleichsweise günstigen Mietpreisniveau führt dies laut Stein dazu, dass die Bevölkerung in Rastatt einen überproportional hohen Anteil an einkommensschwachen Haushalten verzeichnet. In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistikers nur fünf Kommunen (Leimen, Heidenheim, Lahr, Mannheim und Pforzheim), die einen höheren Anteil an Hartz-IV-Empfängern unter 65 Jahren haben. Im Vergleich zu den Umlandgemeinden hat Rastatt viermal so viele "arme" Haushalte. Die Stadt gilt dabei vor allem bei jungen Erwachsenen im Berufsstartalter mit kleinem Geldbeutel als attraktiv.

Knapp jede fünfte der 22800 Wohnungen (18 Prozent) befindet sich in einem Einfamilienhaus und wird in der Regel auch von den Eigentümern bewohnt. Stein prognostiziert eine starke Bewegung im Segment der Einfamilienhäuser. Derzeit werde ein Drittel solcher Immobilien von Senioren über 65 Jahren bewohnt. Stein schätzt, dass ab Mitte der 20er Jahre etwa 120 Einfamilienhäuser pro Jahr den Besitzer wechseln. Zugleich müsse man davon ausgehen, dass die Nachfrage nach diesen Immobilien sinke - aus demografischen Gründen, aber auch weil die Neigung zur Familiengründung schwinde.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Stein, dass die Stadt zunächst abwarten solle, wie sich der aktuelle Bauboom auf den Wohnungsmarkt auswirkt. Allein im Jahr 2015 betrug die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen in Rastatt fast das Dreifache der jahresüblichen Zahl an Genehmigungen.

Diese Sichtweise teilt die Verwaltung. Sie schlägt vor, spätestens 2020 die Wohnungsmarktanalyse zu aktualisieren. Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft zur Schaffung von bezahlbarem Mietwohnungsbau zu gründen, hält sie für unnötig, da die Analyse hier keinen Handlungsbedarf zeige. Einkommensschwachen Einwohnern, so die Einschätzung, werde die Mietpreis- und Wohnungsstruktur bereits gerecht.

In den kommenden drei Jahren sollen die bereits geplanten städtischen Wohnbauprojekte umgesetzt werden. Neben dem aktuell laufenden Bau im Bittlerweg spricht die Verwaltung auch von "hoffnungsvollen Gesprächen" mit der Baugenossenschaft Familienheim, die auf zwei Grundstücken in der Platanenstraße 3-5 bauen könnte. In Erwägung gezogen werden auch Grundstücke in der Rheinau sowie an der Sandweierer Straße im Münchfeld. Die Bereitstellung von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum zu unterstützen, hält man im Rathaus weiter für notwendig - gerade vor dem Hintergrund, dass die Zahl der einkommensschwachen Senioren zunehme.

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