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Opfer bei lebendigem Leib begraben
Mitte Juli 2017: Polizisten durchkämmen Felder bei Durmersheim, um den Leichnam zu finden.  Foto: av
12.01.2018 - 00:00 Uhr
Durmersheim (red/ema) - Tagelang suchte die Polizei damals die Leiche, jetzt wird das grausame Ausmaß eines Gewaltverbrechens im vergangenen Juli in Durmersheim offenbar: Das Opfer, ein 44-jähriger Algerier, wurde lebendig begraben und erstickte unter der Erde.

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat jetzt Anklage erhoben, unter anderem wegen versuchten Totschlags. Hauptbelasteter ist ein 29-jähriger Algerier, den die Polizei Mitte Juli festnehmen konnte. Der Mann stammt laut Staatsanwaltschaft aus Flüchtlingskreisen. Als die Handschellen im vergangenen Jahr klickten, ging die Polizei noch davon aus, dass der Verdächtige 21 Jahre alt sei. Doch die Daten waren gefälscht, wie Staatsanwalt Michael Klose dem BT sagte.

Nach Darstellung der Strafverfolgungsbehörde hatte das Gewaltverbrechen seinen Ausgangspunkt während eines Spaziergangs der Kontrahenten, bei dem auch ein 17-jähriger Deutscher mitging. Der mutmaßliche Täter geriet mit dem späteren Opfer in Streit. Die Situation eskalierte, der Angeklagte habe den 44-Jährigen massiv mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten, so dass das Opfer mit zahlreichen Verletzungen bewusstlos am Boden liegengeblieben sei.

In der irrigen Annahme, seinen Gegner getötet zu haben, habe der Angeklagte den jüngeren Mitangeklagten gezwungen, den vermeintlichen Leichnam am Rand eines Kartoffelackers bei Durmersheim zu begraben. Das lebendig begrabene Opfer ist laut Staatsanwaltschaft kurze Zeit darauf unter der Erde erstickt.

Die Polizei suchte im Juli mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten, der in einer Asylunterkunft in der Pilgerstraße wohnte. Dabei wurden auch ein Hubschrauber und Spürhunde eingesetzt. Entdeckt wurde der Leichnam schließlich aufgrund eines Hinweises des 17-jährigen. Der Hauptangeklagte wurde dann am Tag darauf in seiner Wohnung in Durmersheim festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem älteren Angeklagten versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung sowie fahrlässige Tötung in Tateinheit mit Nötigung vor; beim jüngeren Angeklagten klagt die Strafverfolgungsbehörde fahrlässige Tötung an. Darüber hinaus werden dem Duo räuberische Erpressung und Drogendelikte vorgeworfen.

Mit Blick auf das Alter des 17-Jährigen erwartet die beiden Angeklagten ein Strafprozess vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Baden-Baden.

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