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Während der Arbeitszeit in die Volkshochschule
Nicht nur für berufsbezogene Seminare müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter freistellen, sondern auch für eine Fortbildung in Sachen Ehrenamt.  Foto: dpa
13.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Einen VHS-Kurs während der Arbeitszeit besuchen? Das können Beschäftigte in Baden-Württemberg, seitdem 2015 das Bildungszeitgesetz in Kraft getreten ist. Zumindest theoretisch. Arbeitnehmer haben zwar Anspruch darauf, sich zur Weiterbildung bis zu fünf Tage pro Jahr freistellen zu lassen. Aber: "Das ist sicherlich noch nicht ausreichend bekannt", bedauert die Leiterin der Volkshochschule Landkreis Rastatt, Cornelia Casper.

Die VHS Landkreis Rastatt ist immerhin schon seit August 2016 vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Bildungseinrichtung im Sinne des Bildungszeitgesetzes anerkannt.

Bildungszeit - im Volksmund auch Bildungsurlaub genannt - das ist laut Gesetz die bezahlte Freistellung von der Arbeit zur beruflichen oder politischen Weiterbildung oder zur Qualifizierung für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten. Ein Kurs "Chinesisch Kochen" gehört also nicht dazu, bestätigt Vera Kuhlmann, bei der VHS in Rastatt zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Am beliebtesten bei den VHS-Kunden sind laut Cornelia Casper Kurse in Büroorganisation und Ablagemanagement, Rhetorik und Job-Sharing im Sekretariat. Gemäß den gesetzlichen Anforderungen handelt es sich um Ganztagesseminare von mindestens acht Stunden pro Tag, erklärt die VHS-Chefin. Sie hätten engen Bezug zum Berufsalltag.

Doch auch für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten kann man sich weiterbilden und Bildungszeit in Anspruch nehmen: Zum Beispiel im Sport, in Amateurmusik, Amateurtheater und Laienkunst, bei der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen (bis zum 27. Lebensjahr), bei der Mitgestaltung des Sozialraums, im Tier-, Natur- und Umweltschutz, in der Heimatpflege, in kirchlichen Ehrenämtern oder im Vereinsmanagement. Bildungszeit kann auch genommen werden für politische Weiterbildung. Darunter ist auch die Teilnahme an Tagungen, Lehrgängen und Veranstaltungen zu verstehen, die staatsbürgerlichen Zwecken dienen.

Doch wie viele Tage Bildungszeit nehmen die VHS-Kunden im Durchschnitt in Anspruch? "Das wird derzeit gerade eruiert", sagt Casper, "es sind nach einem ersten Überblick aber eher sehr wenige." Das könnte daran liegen, dass die Bildungszeit noch nicht allgemein bekannt ist. Die VHS versuche dies zu ändern, indem sie Informationen zum Bildungszeitgesetz in Baden-Württemberg und passende Seminarangebote im Programmheft veröffentlicht, Hinweise auf der Homepage platziert und entsprechende Pressemitteilungen versendet.

Und was halten eigentlich die Arbeitgeber von der Bildungszeit? Casper: "Leider gibt es bislang noch keine Aussagen, außer vom Personalamt des Landratsamts." Dessen Leiter Manfred Großmann weiß: "Grundsätzlich sehen und fördern die Arbeitgeber lieber betriebsbezogene Fortbildungen." Im Landratsamt selbst stehe man dem Thema Fort- und Weiterbildung positiv gegenüber. "Allerdings wird die Bildungszeit bei uns bisher noch wenig genutzt. 2016 genehmigten wir sieben Personen Bildungsurlaub, insgesamt 21 Tage. 2017 waren es fünf Personen und insgesamt 24 Tage", rechnet Großmann vor. An der mangelnden Bekanntheit kann's im Landratsamt allerdings nicht liegen. Großmann: "Wir haben schon Mitte 2015 per Rundmail an alle ausführlich auf diese Möglichkeiten hingewiesen."

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